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Red-Bull Team-Chef Christian Horner

"Sebastian hatte eine 20 Prozent-Chance"

Sebastian Vettel & Christian Horner Foto: Red Bull 36 Bilder

Nach einer Achterbahn-Saison steht Red Bull mit beiden Titeln da. Ein Vater des Erfolgs ist Teamchef Christian Horner. Mit der Fahrer-WM für Sebastian Vettel hatte der Engländer aber selbst lange nicht gerechnet. Umso größer war die Freude in Abu Dhabi.

15.11.2010 Tobias Grüner

Zwei Titel in sieben Tagen. Wie wichtig ist dieser Erfolg für Sie persönlich?
Horner: Das ist zusammen mit dem Konstrukteurspokal letzte Woche der großartigste Tag meiner Karriere und meines Lebens. Ich bin stolz, dieses Team zu leiten. Wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, die zwei Titel und neun Rennen gewonnen hat. Es ist auch schön, dass Herr Mateschitz heute hier dabei ist. Der erste Fahrer-Titel ist für ihn sicher ein ganz spezieller Moment.

Es sah aus, als wussten Sie schon in Brasilien, was passiert, als sie sich gegen eine Stallregie für Mark Webber entschieden haben.
Horner: Es wäre einfach falsch, die Dinge künstlich zu verändern. Wir haben immer gesagt, dass wir zwei Fahrer in der Meisterschaft haben, die nahe beieinander liegen und es einfach nicht die Red Bull-Art ist, Dinge von außen zu verändern. Wir unterstützen beide gleich und es wäre nicht gut, wenn wir einen von beiden der Chance berauben würden. Sebastian hatte eigentlich die kleinere Chance als Mark, aber er hat die Leistung unter großem Druck abgeliefert. Er war an diesem Wochenende entspannter als wir alle. Er hat den Job einfach erledigt.

Er hätte sogar beinahe die letzten vier Saisonrennen gewonnen, wenn der Motorschaden in Korea nicht wäre.
Horner: Er scheint diese späte Phase in der WM mehr zu mögen als den Beginn. Ich bin einfach so stolz auf ihn. Er ist noch jung, er ist ein echter Teamplayer, er ist ein intelligenter Fahrer, besitzt einen tollen Charakter und ist einfach ein verdienter Weltmeister.

Es war sicher nicht einfach, das Team in dieser Saison zu leiten.
Horner: Nein, da gab es einige heiße Momente. Aber das passiert, wenn man zwei schnelle Jungs und ein tolles Team hat. Wir haben niemals unseren Fokus und die Entschlossenheit verloren. Für mich ist es einfach das beste Team der Welt.

Wie gut haben Sie Ihre WM-Chancen wirklich eingeschätzt?
Horner: Bei Mark haben wir mit einer 30 Prozent Chance gerechnet. Bei Sebastian waren es nur 20 Prozent. Wir haben es geschafft, weil wir dem Druck standgehalten haben und Sebastian die Leistung seines Lebens abgerufen hat.

Warum haben Sie sich entschieden, Mark Webber an die Box zu holen?
Horner: Marks Reifen waren am Ende. Sogar die Felge war beschädigt. Er hing hinter Fernando fest und lag am Ende der Schlange. Wir hatten nichts mehr zu verlieren und uns entschieden, dass wir etwas probieren. Wir hatten eine Lücke gesehen, in die wir ihn gebracht haben und konnten dadurch Ferrari unter Druck setzen. Sie haben sich entschieden, ihn mit beiden Autos zu kontern. Es war ein Risiko, aber mit der Position, die Mark hatte, mussten wir ein Risiko gehen. Schon in Ungarn und Singapur hat sich das bei Mark ausgezahlt, genau wie in Monza mit Sebastian. Wir haben da ein bisschen gepokert heute. Für Mark gab es leider keinen Lohn, für Sebastian dagegen schon. Es ist unglaublich. Wir dürfen aber Mark Webber an diesem Tag nicht vergessen. Er hat heute einen fantastischen Job erledigt und ist eine tolle Saison gefahren. Wir sind auch auf ihn stolz.

Warum konnte Mark Webber keinen Angriff auf Fernando Alonso wagen?
Horner: Er ist auf den Geraden nie nahe genug herangekommen und dann haben wir es über die Strategie probiert. Ferrari ist nachgezogen.
 
Denken Sie, das war ein Fehler von Ferrari?
Horner: Im Nachhinein werden sie sicher sagen, dass es falsch war. Wir haben Ferrari in diesem Jahr aber auch schon genug Punkte gegeben. Da ist es nicht schlimm, wenn wir mal ein paar zurück bekommen.
 
Wann haben Sie im Rennen gemerkt, dass hier das ganz große Ding möglich ist?
Horner: Das war ungefähr 25 - 30 Runden vor Schluss. Man konnte sehen, dass es passiert. Dann haben wir nur noch an die Zuverlässigkeit gedacht und an das Pech, das wir schon hatten. Wir haben die Telemetrie betrachtet und immer wenn sich ein Fahrer über Funk gemeldet hat, hofft man das Wort "Problem" nicht zu hören. Am Ende zählt man nur noch den Runden-Countdown herunter: 25, 20, 10, 9... und er ist einfach weitergefahren. Das war fantastisch.

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