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Red Bull-Technik-Coup in Valencia

Red Bull mit Doppeldiffusor-Trick

Red Bull Technik GP Europa 2012 Foto: ams 20 Bilder

Red Bull, Ferrari und McLaren haben in Valencia neue Technik-Updates ans Auto gebracht. Besonders interessant ist der genaue Blick auf das Weltmeisterauto: Red Bull-Designer Adrian Newey hat das Reglement mal wieder ganz genau gelesen und eine Art Doppeldiffusor installiert.

22.06.2012

Das Technik-Wettrennen ist beim GP Europa voll in Gange. Dabei war die zweite große Entwicklungswelle eigentlich erst in England erwartet. Fast alle Teams haben für Silverstone aufgerüstet. Doch schon in Valencia wurden die drei großen Teams aktiv.

McLaren probierte im Auto von Lewis Hamilton eine weitere Evolution der neuen Hinterachse aus. "Wir hoffen, dass morgen die Teile für das zweite Auto da sind", verrät Teamchef Martin Whitmarsh.

Ferrari zeigt Teil drei der Technik-Offensive

Ferrari modifizierte die Frontflügelendplatten, den Auspuff, die Motorverkleidung und den Unterboden. Es ist vorerst nur ein Test. "Wenn die Teile funktionieren, bleiben sie dran. Wenn nicht, werden wir sie bis Silverstone optimieren", erklärte ein Ferrari-Sprecher.

Fernando Alonso macht Mut: "Seit vier Rennen bringt jedes neue Teil, das im Windkanal funktioniert hat, auch auf der Rennstrecke den erwarteten Fortschritt. Wir können uns wieder voll auf unsere Werkzeuge verlassen. Das war in den letzten zwei Jahren nicht immer der Fall."

Red Bull mit neuem Heck

Die interessanteste Entwicklung zeigte aber Red Bull. Eine Art doppelter Unterboden. Auf Hälfte der Seitenkästen wird knapp über der Bodenplatte über zwei Öffnungen Luft in das das Auto geleitet. Von dort führen rechts und links zwei Kanäle bis zum Heck, wo die Luft über den Diffusor und das Anlasserloch wieder abgelassen wird.

Das soll die Wirkung eines größeren Expansionskanals haben, wie seinerzeit der Doppeldiffusor auch. Der Trick ist dem Buchstaben des Reglements nach legal. Für einen Bereich 100 Millimeter über der Referenzebene gilt die 75 Millimeter-Radiusregel nicht. Man kann also einen Kanal quer durch das Auto installieren.

Newey spielt wieder mit Luftkanälen

Es ist nicht das erste Mal, dass Newey mit Kanälen durch das Auto experimentiert. Zu Saisonbeginn präsentierte er eine Lösung, bei der die Luft am Einzug der Seitenkästen unter der Verkleidung verschwand und 30 Zentimeter weiter hinten oberhalb des Diffusors wieder austrat. Sie kann als eine Art Vorläufer der aktuellen Konfiguration betrachtet werden. Die Eintrittslöcher waren viel kleiner, die Kanäle kürzer.

Mit dieser Halb-Lösung war Newey damals auf die Nase gefallen. Die Fahrer klagten über Instabilität auf der Hinterachse. Daraufhin wurde der Kanal zugekleistert. Jetzt waren natürlich alle gespannt, ob der zweite Versuch funktioniert. Die ersten Kilometer von Vettel und Webber scheinen die Erwartungen zu erfüllen.

Neue Teile bleiben in Valencia am Auto

Christian Horner gab sich nach den beiden Trainingssitzungen am Freitag zuversichtlich. "Wir müssen zwar noch einmal die Daten durchgehen, aber das Feedback der Fahrer war positiv. Wir werden die neuen Teile wohl auch am Rest des Wochenendes einsetzen." Der Teamchef verkaufte die Generalüberholung im Heck übrigens ganz bescheiden als "kleine Evolution." Peter Sauber stöhnt: "Für uns kleine Teams sind solche Parallelentwicklung am Rande von Grauzonen nicht finanzierbar."

In unserer Bildergalerie erklären wir Ihnen den neuen Trick am Heck noch einmal ganz genau. Außerdem haben wir Fotos von weiteren Technik-Updates aus Valencia.

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