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Red Bull-Technik

Newey glaubt nicht an schnelle Aufholjagd

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1-Test Jerez - 1. Februar 2015 Foto: xpb 24 Bilder

Der neue Red Bull RB11 stammt noch einmal aus der Feder von Adrian Newey. Ab jetzt will sich der Stardesigner nur noch als Teilzeitkraft mit der Formel 1 beschäftigen. Newey beklagt das enge Korsett der Regeln. Deshalb sei der Rückstand auf Mercedes nicht im Handumdrehen aufholbar.

01.02.2015 Michael Schmidt

Adrian Newey hätte sich gerne mit einem Meisterwerk aus der Formel 1 verabschiedet. Es ist kein totaler Rückzug. Als Teilzeitkraft steht Newey dem Team immer noch zur Verfügung. Chefdesigner Rob Marshall drückt es so aus: "Bis jetzt habe ich mit Adrian jeden Tag gesprochen. In Zukunft wird es jeder zweite oder dritte Tag sein. Seine Aufgaben übernimmt jetzt ein Quartett von Ingenieuren mit Paul Monaghan, Dan Fallows, Pierre Waché und mir."

Der Stardesigner übernimmt andere Aufgaben bei Red Bull. Man spricht von der Entwicklung eines Hybridautos für die Straße. Aber vielleicht kehrt der beste Konstrukteur seiner Zunft schneller zurück als viele denken. Zum Beispiel dann, wenn die Königsklasse 2017 ein neues Reglement bekommt.

Im Augenblick macht sich bei Newey in jedem zweiten Satz der Frust breit. Frust darüber, dass ihm als Designer vom Reglement her die Hände gebunden sind. "In einem so engen Korsett hast du alle Hände voll zu tun, auf die geänderte Nasenregel zu reagieren und den Abtriebsverlust aufzufangen." Trotzdem notiert der Mann mit der hohen Stirn und der leisen Stimme einen Fortschritt: "Weil wir mittlerweile die Auswirkungen der tieferen Nase und des schmaleren Frontflügel viel besser verstanden haben."

Red Bull leidet immer noch unter Renault-Motor

Auch die Abhängigkeit vom Motor macht Newey unglücklich. Seiner Meinung ist der Einfluss der Antriebsquelle auf die Rundenzeiten im Vergleich zum Chassis zu hoch. "Renault gibt zu, dass sie im letzten Jahr ein Defizit von 10 Prozent auf Mercedes hatten. Das ist eine echte Hausnummer und in kurzer Zeit nur schwer zu egalisieren. Deshalb darf man auch nicht erwarten, dass wir die Lücke zu Mercedes im Handumdrehen schließen können."

Dann aber lobt der 55-jährige Engländer seinen Motorenpartner: "Renault hat über den Winter einen guten Job gemacht. Aber das reicht natürlich nicht, um jetzt schon den Rückstand komplett aufzuholen. Ein Motorenhersteller tut sich da schwerer als die Chassisfraktion, weil die Vorlaufzeiten bei der Teileproduktion viel länger sind." Mit Aerodynamik allein geht es auch nicht, bedauert Newey und liefert ein Zahlenspiel: "Ein Prozent mehr Motorleistung macht ein Zehntel auf der Uhr. Das gleiche bekommst du für ein Prozent mehr Abtrieb."

Beim Thema Nase wird Newey einsilbig

Newey gibt zu, dass ihm das Leistungsmanko eine neue Designphilosophie aufgezwungen hat. "Wenn du davon ausgehen kannst, dass du in der Startaufstellung vorne stehst und dein Rennen von der Spitze fahren kannst, dann legst du das Verhältnis von Abtrieb und Luftwiderstand ganz anders aus. Abtrieb ist wichtiger als Top-Speed, weil du keinen überholen musst. Du wählst die Abstimmung, die maximale Rundenzeit bringt. Im letzten Jahr hat das für uns nicht mehr funktioniert, weil wir die Rennen nicht mehr von der Spitze weg dominieren konnten."

Newey bestreitet jedoch, dass er als Konsequenz dieser Erfahrung das Fahrzeugkonzept auf wenig Luftwiderstand getrimmt hat. "Den Luftwiderstand bestimmt heute hauptsächlich der Heckflügel-Typ oder seine Anstellung."

Wenn es um Detailfragen geht, wird der Meister einsilbig. Er gibt gerade noch zu, dass er bereits in einem zweiten Schritt das Kühlkonzept verbessert hat. Doch als die Sprache auf den durchgefallen Crashtest und die Länge der Nase kommt, weicht Newey aus. Sein Chefdesigner Marshall verrät immerhin so viel: "Es besteht kein Zweifel, dass wir auf diesem Gebiet noch viele unterschiedliche Lösungen sehen werden."

In unserer Bildergalerie zeigen wir die ersten Red Bull RB11-Bilder vom Jerez-Test.

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