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Red Bull-Technik-Update mit Problemen

Alte oder neue Version für Melbourne?

Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1-Test - Barcelona - 2012 Foto: xpb 53 Bilder

Red Bulls Testplan geriet an den letzten beiden Tagen in Barcelona aus dem Lot. Mark Webber und Sebastian Vettel spulten mit dem neuen Technikpaket nur 93 Runden ab. Der große Fortschritt zeigte sich auch nicht. Jetzt stellt sich für Red Bull die Frage, ob in Melbourne mit der alten oder neuen Version gefahren wird.

05.03.2012 Michael Schmidt

Die Konkurrenz atmet auf. Auch Red Bull hat mal Probleme. Die letzten beiden Testtage verliefen für Red Bull nicht nach Maß. Technikchef Adrian Newey und seine Kollegen hätten mit dem neuen Technikpaket gerne mehr Kilometer gemacht, um Daten und Erfahrungen zu sammeln. Doch Mark Webber kam am Samstag nur auf 70, Sebastian Vettel am Abschlusstag lediglich auf 23 Runden.

Normalerweise funktionieren Modifikationen am Red Bull wie auf Knopfdruck. Die Korrelation zwischen Windkanal und Rennstrecke ist einzigartig. Diesmal scheinen die theoretischen Vorgaben noch nicht in die Realität umgesetzt worden zu sein. Weder die Fünfrunden-Turns von Mark Webber noch der einzige Dauerlauf über 13 Runden vermittelten den Eindruck, als sei der runderneueerte Red Bull RB8 massiv schneller als der alte. "Wenn ich mir Webbers Longrun am Samstagnachmittag anschaue", sagt ein Ingenieur der Konkurrenz, "dann war der nichts besonderes. Weder von den Rundenzeiten her, noch vom Reifenverschleiß." Webber begann den Abschnitt mit einer Zeit von 1.29,646 Minuten, und er beendete ihn mit 1.32,269 Minuten. Das haben wir mit der alten Spezifikation besser gesehen.

Red Bull-Paket verlangt nach Nachbesserung

Die Beobachtungen der Streckenspione verstärken den Eindruck, dass Red Bull an dem neuen Paket noch arbeiten muss. Einhelliger Kommentar: "Der Red Bull liegt nicht mehr ganz so präzise auf der Straße wie vorher." Mark Webber erzählte nach seinem letzten Arbeitstag: "Das Auto fühlte sich nicht massiv anders an als in den Tagen zuvor." Das lässt zwei Deutungen zu. Die eine: Es funktioniert. Die andere: Es ist nicht schneller als die alte Version. Doch das war eigentlich das Ziel. Vettel musste nach seinem Miniprogramm am Sonntag passen: "Es wäre nicht fair von meiner Seite aus, die Upgrades zu bewerten. Dazu bin ich zu wenig gefahren. Ich muss mich auf die Daten verlassen, die Mark gesammelt hat."

Dafür, dass es Probleme gibt, spricht auch, dass Vettel am letzten Tag zunächst mit allerlei Messgeräten am Auto ausrückte. Und dann in Kurve 4 die Strecke verließ. Möglicherweise eine Folge davon, dass das Auto nicht dem Befehl des Fahrers folgte. Die Reparatur am Frontflügel und ein anschließender Getriebeschaden kosteten insgesamt vier Stunden Zeit. An einem Tag, an dem man für die Datenanalyse ein voll gestopftes Testprogramm abwickeln wollte.

Die Konkurrenz vermutet, dass die neue Auspuffposition die Ursache der Schwierigkeiten ist. "Weiße Flecken auf dem Kanal hinter dem Endrohr zeigen, dass die Gase vielleicht nicht dorthin strömen, wohin sie die Red Bull-Techniker haben wollen", fällt einem Ex-Ingenieur auf. Der Einfluss der Auspuffgase ist in diesem Jahr noch schwieriger im Windkanal zu simulieren als letztes Jahr. "Die Gase streuen mehr, weil der Weg zum Zielort weiter ist. Letztes Jahr konnten wir sie punktgenau an den Ort blasen, wo wir sie haben wollten", erklärt Ross Brawn.

Red Bull so oder so schnell

Wer wie McLaren und neuerdings auch Red Bull zu nah an die Hinterreifen bläst, könnte Gefahr laufen, dass sich die Reifen zu stark aufheizen. Das schien auch eines der Probleme bei Ferrari zu sein. Die Auspuffposition wanderte schrittweise nach innen. Andererseits scheint McLaren keine Schwierigkeiten mit seiner Lösung zu haben. Dort zielt der Auspuffstrahl auf den Unterboden, wo ein Trimmer verhindert, dass sie den Hinterreifen treffen. Red Bull hat zwei dieser Strömungsrichter auf dem Unterboden. Adrian Newey erklärte gegenüber auto motor und sport: "Ich erwarte keine Probleme mit dem Auspuff."

Die letzten beiden Testtage lassen die spannende Frage offen, mit welcher Version Red Bull in Melbourne antritt. Auch wenn die Windkanaldaten und Simulationen von einem echten Fortschritt sprechen sollten, so fehlt doch die Bestätigung auf der Rennstrecke. Daran werden auch weitere Simulationen und Datenanalysen nichts ändern. Gut möglich, dass die Weltmeistertruppe in Melbourne beide Aerodynamikkonfigurationen im Gepäck hat. In Milton Keynes muss man sich deswegen keine Sorgen machen. Der RB8 war auch in seiner Urversion ein schnelles Auto. Nach einhelliger Meinung im Fahrerlager das Schnellste.

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