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Red Bull über dem Limit

Geht Vettel-Team zu viel Risiko?

Sebastian Vettel Foto: xpb 53 Bilder

Red Bull hat in Spa die Pirelli-Empfehlungen in puncto Setup nicht befolgt. Trotz bedenklicher Zeichen im Qualifying, wurden die Autos vor dem Rennen nicht umgebaut. Am Ende wurde man für das Risiko mit einem Doppelsieg belohnt.

28.08.2011 Tobias Grüner

Bis kurz vor dem Rennen rauchten bei Red Bull die Köpfe. Zusammen mit den Reifeningenieuren von Pirelli, der Rennleitung und den beiden Fahrern Sebastian Vettel und Mark Webber diskutierte man ausgiebig die Frage: Wie sicher ist der Start in Spa? Nach dem Qualifying hatte es alarmierende Zeichen gegeben. Große Blasen an den Innenseiten der Vorderreifen deuteten auf einen gefährlichen Verschleiß hin.

Pirelli hatte vor dem Rennen in Spa noch einmal seine Setup-Empfehlung in Sachen Reifensturz korrigiert. Red Bull ging als einziges Team über das Limit hinaus und bekam die Quittung. Lange wurde diskutiert, ob man nicht besser die Einstellungen der Aufhängung ändern soll, was einen Start aus der Boxengasse zur Folge gehabt hätte.

Red Bull-Piloten gehen Risiko ein

"Wir haben mit den Fahrern gesprochen und haben ihnen die Informationen von Pirelli gezeigt", erzählte Teamchef Christian Horner nach dem Rennen. "Wir haben Ihnen gesagt: 'Unser Meinung nach ist das Risiko minimal. Seid Ihr bereit das einzugehen?' Sie mussten uns einfach glauben. Niemand im Team fühlte sich wirklich wohl damit. Wir mussten auf das Feedback der Spezialisten vertrauen."

Als letzter Ausweg wurde vor dem Rennen noch diskutiert, die beschädigten Reifen durch neue auszutauschen. Doch die Konkurrenz protestierte und so stand Red Bull vor dem Dilemma. Am Ende entschied man sich für den Versuch, mit Anpassungen am Frontflügel und den Reifendrücken beim Boxenstopp, das Blasenproblem in den Griff zu bekommen. Außerdem wurden die Fahrer etwas früher als gewöhnlich in den Runden drei und fünf zum Reifenwechsel gerufen.

Vettel mit ungutem Gefühl durch Eau Rouge

Ganz beruhigen konnte die Teamleitung die Fahrer aber anscheinend nicht. "Es war eine Fahrt ins Ungewisse", erklärte Sieger Sebastian Vettel anschließend. "Wir wussten nicht, ob das mit den Reifen gutgeht. Durch Eau Rouge und Blanchimont war immer ein unwohles Gefühl dabei." Technikchef Adrian Newey ging die ganze Situation angeblich besonders an die Nieren. Am Ende durfte er mit den Fahrern auf dem Podium feiern.

Doch am Ende ging das Risiko auf. Red Bull wurde mit einem Doppelsieg belohnt. Auch Pirelli-Sportchef Paul Hembery war erleichtert. "Manche Teams loten die Grenzen ein wenig aus. Aber die Reifenstruktur ist stark", freute sich der Brite.

McLaren hält sich an Pirelli-Vorgaben

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erklärte hingegen, dass sein Team niemals über die Pirelli-Limits gehen würde. "Es geht um die Sicherheit der Fahrer. Wir verlieren dabei zwar etwas an Leistung, aber das ist der sichere Weg. Andere Teams mögen da vielleicht eine andere Einstellung haben."

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