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Red Bull unter Verdacht

"Gummi-Nase" sorgt für Aufregung

Red Bull Frontflügel GP Korea 2012 Foto: Grüner 22 Bilder

TV-Aufnahmen von Sebastian Vettels erstem Boxenstopp in Abu Dhabi sorgten nach dem Rennen bei den Fans für Aufregung. Die Nase des Red Bulls scheint sich beim Frontflügel-Wechsel eigenartig zu verdrehen. Ist da etwas illegal? Wir klären auf.

07.11.2012 Tobias Grüner

Der Grand Prix von Abu Dhabi sorgte bei Fans auch drei Tage nach der Zieldurchfahrt noch für Gesprächsstoff. Der Jubel über Kimi Räikkönens ersten Sieg war schon längst verklungen, Sebastian Vettels sensationelle Aufholjagd eine Geschichte von gestern. Stattdessen wird plötzlich heiß über den ersten Boxenstopp des Heppenheimers diskutiert.

Red Bull-Nase verbiegt sich seltsam

Was war passiert? Seit einigen Tagen geistern TV-Aufnahmen des Reifen- und Nasenwechsels während der Safety-Car-Phase durch die Fan-Foren (hier als >> animiertes Bild). Über Facebook und Twitter verbreitete sich das Video schnell in der Formel 1-Gemeinde. Was darauf zu sehen ist, wirkt auf den ersten Blick unglaublich: Als die Red Bull-Mechaniker den beschädigten Frontflügel des Vettel-Autos austauschen, verdreht sich plötzlich die Nase.

Beim Versuch den alten Flügel abzunehmen hält ein Mechaniker die Front mit der rechten Hand an der Onboard-Kamera, die sich dabei nach oben verbiegt, als sei sie aus Gummi. Auch beim Griff unter die Nase scheint das Material nachzugeben. Natürlich geriet Red Bull sofort wieder unter Verdacht. Ist die Front etwa flexibel? Biegt sie sich auch während der Fahrt? Das wäre laut Reglement nicht erlaubt.

Technik-Experten geben Entwarnung

Wir haben die Bilder unseren Technikexperten gezeigt und die Szene genau analysiert. Die einhellige Meinung: falscher Alarm. Die Nasenspitzen der Formel 1-Autos sind auf den vorderen 150 Millimetern immer etwas weicher gebaut, um den Höchstwert der Verzögerung von 10 g bei den FIA-Crashtests nicht zu überschreiten.

Erst dahinter falten sich die Nasen mit mehr Widerstand zusammen. Ein etwas weicherer vorderer Teil der Nase ist also durchaus sinnvoll. Dort, wo die Nase noch spitz ist und sich die Energie auf wenige Quadratzentimeter verteilt, muss sie flexibel sein, um beim Aufprall auf ein Hindernis schwere Beschädigungen zu vermeiden.

Kollision beschädigt Red Bull-Nase

Um die strengen Sicherheitsrichtlinien einzuhalten, werden die vorderen Spitzen der Formel 1-Autos nur aus einer bis höchstens drei Lagen Carbongewebe gefertigt. Dass sich die Nase im Video so seltsam verbiegt, hat einen einfachen Grund. Bei Vettels Kollision mit dem DRS-Schild aus Polystyrol wurde die Front offenbar derart vorgeschädigt, dass sich die Spitze beim einfachen Hochheben besonders leicht verbiegen ließ.

Auch bei den Red Bull-Konkurrenten ist das Video aus Abu Dhabi schon angekommen. Die Ingenieure haben die Bilder mittlerweile ebenfalls genau analysiert. Mindestens ein Team soll bei der FIA auch schon nachgefragt haben, ob dabei alles mit rechten Dingen zugeht.

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