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Red Bull gegen Ferrari

Neue Motoren in Austin

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Japan 2016 - Suzuka Foto: xpb 71 Bilder

In Japan wollte Red Bull zum nächsten Schlag gegen Mercedes ausholen. Weil der RB12 wie maßgeschneidert für die kurvenreiche Strecke schien. Doch was auf dem Papier stand, deckte sich nicht mit der Realität. Mercedes war außer Reichweite. Und Ferrari besiegte man nur dank der besseren Taktik.

11.10.2016 Andreas Haupt

Im Training sah alles danach aus, als ob Red Bull für Mercedes in Suzuka zu einer echten Gefahr werden würde. Die Zeiten in den Longruns machten dem Rennstall aus Milton Keynes Mut. Einen Tag später sah die Welt anders aus. Mercedes war einmal mehr nicht zu knacken. Und auch beide Ferrari qualifizierten sich vor Red Bull.

Ferrari mit besserem Auto in Japan

Auch im Rennen hatte der Rivale um den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM das bessere Auto. „Sie waren schneller als wir“, erkannte Christian Horner an. Doch Ferrari brachte sich einmal mehr um den eigentlichen Lohn. Weil weder die Technik noch die Strategie kugelsicher waren. Red Bulls Teamchef freute sich. „Wir waren strategisch besser. Wir haben das Beste aus unseren Startpositionen gemacht.“

Es verwunderte, dass Red Bull in Suzuka nur das drittschnellste Auto hatte. Die 18 Kurven der 5,807 Kilometer langen Strecke schienen wie auf den Leib geschneidert für den RB12. Experten glaubten, dass Red Bull mit Chassis und Aerodynamik in Suzuka punkten können würde. Doch Ferrari war sowohl in der Quali als auch im Rennen besser.

Helmut Marko begründete die schlechtere Rennpace mit den gefallenen Temperaturen. Der Asphalt war am Sonntag sieben Grad kühler als noch am Freitag. Horner hatte eine andere Erklärung, die sich auf den Motor bezog. „Suzuka ist eine Strecke, auf der die Rundenzeit stärker vom Motor abhängt, weil der Vollgasanteil hoch ist.“

Upgrades zeigen Wirkung am Ferrari

In Suzuka geben die Fahrer 51 Prozent der Rundenzeit Vollgas. Nur etwas mehr als 10 Sekunden der Gesamtrundenzeit stehen sie auf der Bremse. Die Kurven sind schnell und flüssig. Das ermöglicht hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten. Nico Rosberg fuhr in seiner Pole-Runde einen Schnitt von 230,622 km/h. Nur in Belgien (über 236 km/h), England (über 237 km/h) und Italien (über 257 km/h) waren in diesem Jahr die Durchschnittsgeschwindigkeiten in der Qualifikation höher.

England ähnelt von der Charakteristik her Suzuka am meisten. In Silverstone waren noch beide Red Bull in der Qualifikation schneller als Ferrari. Max Verstappen nahm dem schnelleren der beiden roten Autos (Kimi Räikkönen) über eine halbe Sekunde ab.

Die Upgrades der letzten beiden Wochen haben Ferrari besser in langgezogenen und aufeinander folgenden Kurven gemacht. Schon in der Qualifikation war Ferrari im ersten Sektor von Suzuka mit den berühmten S-Kurven auf Augenhöhe mit Red Bull. Im Rennen durchfuhr Vettel den ersten Sektor sogar am zügigsten. Was an den weichen Reifen in seinem letzten Stint gelegen haben dürfte.

Horner verteidigt Verstappen

Red Bull schützte Verstappen klug vor Undercuts, indem man den Holländer zweimal frühzeitig an die Box holte. Ferrari versuchte, mit einem weichen Reifen im Schlussstint den Speedvorteil für ein Überholmanöver zu nutzen. „Ihre Wahl hat uns überrascht“, sagt Horner. „Sebastian war sehr stark. Wenn sie eine Runde nach Max gekommen wären, hätte er uns zum Rennende hin unter Druck setzen können.“ Stattdessen verfing sich Vettel in den Klauen von Lewis Hamilton.

Mit Ricciardo lief Red Bull allerdings in den Undercut von Räikkönen. Der Australier verlor den fünften Rang in der Box. Red Bull dachte kurz darüber nach, den vierfachen GP-Sieger wie Vettel mit einem weichen Satz in den Schlussturn zu schicken, entschied sich aber dagegen. Horner erklärt: „Schon der harte Reifen ging zu sehr ein. Deshalb haben wir nicht daran geglaubt, mit dem weichen durchzukommen.“

Der Teamchef lobte Verstappen. „Es war ein sehr reifes Rennen von Max.“ Der Schlüssel neben der Strategie: „Ein guter Start, gutes Reifenmanagement und kein Fehler. Max hat zunächst dem Druck von Sebastian, später von Lewis widerstanden.“ Gegen Kritik von außen verteidigt Horner seinen Schützling. Viele sahen in Verstappens Manöver gegen Hamilton in der vorletzten Runde ein Foul. „Der Führende wählt im Prinzip immer die Innenlinie. Ich denke, es war hart, aber fair.“

Neue Motoren in Austin

Ricciardo begründete die Trainingsniederlage gegen Verstappen mit einem alten Motor. Er verlor auf den Geraden Zeit. Auch im Rennen machte Ricciardo keinen Stich. „Sein Motor ist am Ende des Lebenszyklus. Und sein Auto setzte auf der Gerade etwas mehr auf“, suchte Horner Gründe für den langsameren Red Bull. Für die USA gibt es frische Renault-Aggregate. „Beide Fahrer bekommen in Austin ihren fünften und letzten Motor.“

In der Team-WM baute Red Bull seinen Vorsprung auf Ferrari um 4 Zähler auf 50 Punkte aus. Der Abonnement-Weltmeister der Jahre 2010 bis 2013 will mit aller Macht den zweiten Rang hinter Mercedes halten. „Abgesehen vom Stolz bringt er einfach mehr Geld ein. Das ist enorm wichtig für das Budget im nächsten Jahr.“

Horner schätzt, dass in den letzten vier Rennen mal Red Bull, mal Ferrari das schnellere Auto haben wird. „Die nächsten zwei Strecken sollten nicht schlecht für uns sein. Brasilien dürfte eher Ferrari liegen. In Abu Dhabi sollte es ausgeglichen sein.“

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