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Verschenkt Red Bull den WM-Titel?

Die Pleitenserie der Trainingsweltmeister

Red Bull 2010 Foto: xpb 18 Bilder

Schon neun Mal stand ein Red Bull-Auto auf der Pole Position. Trotzdem führen in der WM-Tabelle zwei McLaren. auto motor und sport hat die Zahlen des Qualifyings und des Rennens verglichen. Keiner verliert am Sonntag so viele Punkte wie Sebastian Vettel und Mark Webber.

13.07.2010 Tobias Grüner

Red Bull besitzt das schnellste Auto im Feld, Red Bull hat zwei Top-Fahrer unter Vertrag und Red Bull ist im Qualifying nahezu unschlagbar. Eigentlich müsste Red Bull auch meilenweit in der WM-Wertung führen. Ein Blick auf das Klassement zeigt jedoch ein anderes Bild. Hier führt Lewis Hamilton vor seinem McLaren-Teamkollegen Jenson Button. Erst mit Respektsabständen von 17 bzw. 24 Punkten auf die Spitze folgen Mark Webber und Sebastian auf drei und vier.

Halb so wild, werden die Fans des dynamischen Bullenduos sagen. Die Saison ist erst zur Hälfte vorbei. Doch wäre in den Rennen alles "normal gelaufen, gäbe es schon längst nur noch zwei Anwärter auf den Titel. Webber und Vettel würden die Meisterschaft unter sich ausmachen. auto motor und sport hat nachgerechnet: Was wäre wenn sich die Reihenfolge aus dem Qualifying bis ins Ziel nicht verändert hätte. Das Ergebnis ist erschreckend.

Vettel und Webber mit doppelt so vielen Punkten wie McLaren

Sebastian Vettel würde das WM-Klassement mit 203 Zählern anführen. Mark Webber wäre ihm mit 198 Punkten dicht auf den Fersen. Der erste Verfolger, Lewis Hamilton, hätte mit 115 Zählern dagegen kaum noch Chancen auf den Titel. Fernando Alonsos Punktekonto wäre auf Rang vier mit 98 Zählern nicht einmal halb so voll wie das der beiden Red Bull-Konkurrenten. Weltmeister Jenson Button würde man gar erst auf Rang sieben finden. Mit 68 Zählern läge er versteckt im grauen Mittelfeld.

In der Teamwertung geht die Schere noch weiter auseinander. Mit 401 Punkten würden in Milton Keynes schon vor der Sommerpause die Korken knallen. Wären die beiden McLaren-Engländer ebenfalls immer auf ihren Startplätzen ins Ziel gekommen, stünde das Punktekonto bei den Chrompfeilen nur bei 183. Ein Blick zurück in die Realität zeigt: Das wahre Verhältnis nach zehn Rennen lautet 278 zu 249 - wohlgemerkt zu Gunsten von McLaren.

Pleiten, Pech und Pannen bei Red Bull

"Was wäre wenn, das interessiert uns nicht. Daran können wir sowieso nichts mehr ändern", lautet die Standard-Antwort aus dem Red Bull-Camp, wenn am Rennsonntag wieder einmal etwas nicht nach Plan gelaufen ist. Oft spielt die Technik einen Streich, mal sorgen die Mechaniker an der Box für Verzögerungen, in letzter Zeit sind eher die Fahrer für Kopfschütteln am Kommandostand verantwortlich. Mit dem teaminternen Crash in Istanbul und dem Rückwärtssalto von Webber in Valencia lieferte Red Bull immerhin die spektakulärsten Szenen der Saison.

Im Durchschnitt der Startplätze liegt Hamilton (5,9) vier Positionen hinter Vettel (1,9). Der Heppenheimer stand bei allen zehn Grands Prix unter der ersten drei, als die Lichter der Ampel ausgingen. Die Bilanz von Webber (durchschnittliche Startposition: 2,0) wird nur durch das Auftaktrennen in Bahrain getrübt. Nach dem sechsten Platz bei der Saisonpremiere stellte er seinen Red Bull immer in die erste Startreihe. Bei Jenson Button sieht das ganz anders aus: Sein Wert liegt bei 7,7. Das heißt, dass er am Rennsonntag im Schnitt rund sechs Plätze auf das Red Bull-Duo aufholt.

Button mit "Ankommen-Taktik" zur Titelverteidigung?

Die Maxime des routinierten Engländers heißt "Ankommen". Das hat Button schon 2009 zum Meister gemacht, als er sich nach seiner Siegesserie zu Saisonbeginn auf das regelmäßige Punktesammeln beschränkte. Die Taktik scheint auch in dieser Saison aufzugehen: Obwohl er in den letzten fünf Rennen immer hinter seinem deutlich aggressiveren Teamkollegen die Ziellinie überquerte, beträgt der Rückstand Buttons nur zwölf Zähler.

Der aktuelle Champion könnte also auch am Ende dieses Jahres wieder der lachende Sieger sein. Dabei müsste die Konkurrenz eigentlich gewarnt sein: Schon 2009 haben Vettel und Webber viele Punkte auf dem Weg zum Titel liegen lassen. Auch Hamilton kennt das Gefühl der verpassten Meisterschaft aus eigener Erfahrung. Unvergessen ist sein Einbruch 2007, als er in den letzten zwei Rennen 17 Punkte auf Kimi Räikkönen einbüßte. Die Fans freut es, dagegen wenn es bis zum letzten Rennen spannend bleibt.

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