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Red Bull wartet auf kurze Nase

Ärger mit Nase und Renault

Red Bull RB11 - Nase - F1 2015 Foto: Red Bull 24 Bilder

Für Red Bull liefen die Testfahrten nicht nach Wunsch. Der Renault-Motor bringt noch nicht die erhoffte Leistung und geht häufig kaputt. Das große Aero-Paket musste warten, weil die kurze Nase den Crashtest nicht schafft. Doch so hat Red Bull wenigstens noch viel in der Hinterhand.

10.03.2015 Michael Schmidt

Red Bull ist die große Unbekannte für Melbourne. Man spürt, dass die Vorstellung bei den Testfahrten nicht das letzte Wort war. In der Liste der schnellsten Rundenzeiten von Barcelona taucht der Name von Daniel Ricciardo nur auf Platz 12 auf. Mit 1,846 Sekunden Rückstand auf Mercedes.

Red Bull ging erst gar nicht auf Zeitenjagd. Auf Runden mit Supersoft-Reifen verzichtete das Team aus Milton Keynes ganz. Wie Mercedes. Im Fokus standen Dauerläufe. Und die deuteten an, dass der Red Bull RB11 deutlich schneller ist, als es die Zeitentabelle zeigt. Im direkten Vergleich zu Ferrari gewann Red Bull auf einem 16-Runden-Turn 0,4 Sekunden pro Runde.

Kurz-Nase hat Crashtest noch nicht bestanden

Adrian Neweys jüngstes Werk wurde von zwei Faktoren gebremst. Dem Renault-Motor und dem Aufschub des letzten Aero-Pakets. In der letzten Barcelona-Woche kamen nur Detail-Lösungen wie die Heckflügel-Endplatten mit neu gestalteten Schlitzen ans Auto. Ganz untypisch für Red Bull. Normalerweise packt Newey an den letzten Testtagen immer den Hammer aus.

Diesmal nicht. Die geplante kurze Nase hat immer noch nicht den internen Crashtest bestanden. Vorher muss man gar nicht bei der FIA antreten. Nun muss in der Woche vor dem GP Australien gecrasht werden. Ohne die Kurz-Nase blieb auch das restliche Aero-Paket in Milton Keynes. Nase und Frontflügel bestimmen, was weiter hinten an Leitblechen, Verkleidungsteilen und Flügeln kommt.

Aerodynamik-Schwäche von 2014 gelöst

Red Bull verzeichnet trotzdem große Fortschritte beim Auto. Daniel Ricciardo tat geheimnisvoll: "Wir haben jetzt ein Aerodynamikproblem verstanden, dass uns letztes Jahr gebremst hat."

Ins Detail wollte der Australier nicht gehen. Es handelt sich dabei um eine Instabilität des Autos in schnellen Kurven. Um das Heck zu beruhigen, musste der Frontflügel 2014 flacher gestellt werden. Der Red Bull begann daraufhin in langsamen Kurven zu untersteuern. Das kostete massiv Zeit.

Jetzt hat man eine Lösung gefunden, die beides kann. Der Frontflügel kann genug Anpressdruck an der Vorderachse aufbauen ohne dass der Heckflügel zu stark ausgeblendet wird. Der Red Bull liegt in langsamen Kurven nach Einschätzung von Streckenspion Helmut Marko besser als alle anderen Autos. Inklusive Mercedes. Und das Heck des RB11 klebt dabei in schnellen Kurven immer noch auf der Straße.

Motor-Defizit kostet eine Sekunde

Gravierender ist das Motor-Defizit. Es gab in der Testphase Probleme mit der Standfestigkeit, der Fahrbarkeit, und auch der Leistungszuwachs fiel nicht nach dem Geschmack von Newey und seinen Kollegen von der Chassis-Fraktion aus.

Geplant war ein Plus von 50 PS im entscheidenden Drehzahlbereich. Dazu ein bis auf 13.000/min erweitertes Drehzahlband. Doch die Fahrbarkeit lässt zu wünschen übrig. "Wir haben mehr Leistung, nur nicht an der richtigen Stelle", ließ Ricciardo durchblicken. Teamberater Helmut Marko beruhigt: "Das kriegen wir durch Software-Änderungen hin."

Renault-Einsatzleiter Remi Taffin standen die Sorgen ins Gesicht geschrieben. Er weiß, dass man Motorkennfelder nicht über Nacht umschreiben kann. "Das ist bei diesen Motoren ein Prozess von Wochen, manchmal Monaten."

Für die Defektserie im Bereich des Elektroantriebs hatte Taffin eine Erklärung: "Es handelte sich dabei hauptsächlich um Teile einer älteren Spezifikation. Die neuen Komponenten trafen erst spät ein." Er fürchtet: "Ich glaube nicht, dass wir alle Probleme bis Melbourne lösen können."

Bei Red Bull glaubt man, dass die Defizite im Motorbereich eine Sekunde kosten. So kann man gegen Mercedes nicht gewinnen. Wenigstens bleibt die Hoffnung, dass man noch etwas in der Hinterhand hat.

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