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Vettel über Red Bull-Wechsel

Ferrari-Star springt Kvyat zur Seite

Sebastian Vettel & Nico Rosberg - GP Spanien 2016 Foto: sutton-images.com 112 Bilder

Die Strafversetzung von Daniil Kvyat von Red Bull zu Toro Rosso ist das große Thema im Fahrerlager. Sebastian Vettel goss in Barcelona kein weiteres Öl ins Feuer. Stattdessen lobte der viermalige Champion den Mut des 22-Jährigen, sich für seinen Fehler zu entschuldigen.

12.05.2016 Andreas Haupt

Sebastian Vettel und Daniil Kvyat gerieten in den letzten beiden Grand Prix aneinander. In Russland sogar so sehr, dass der Ferrari-Pilot nach wenigen hundert Metern seinen Rennwagen in der Streckenbegrenzung wieder fand. Kvyat krachte zweimal von hinten in das rote Auto und schob es von der Strecke. Das ist bekannt. Was darauf folgte, wird im Fahrerlager von Barcelona heiß diskutiert: Red Bull degradierte Kvyat zum Schwesterteam von Toro Rosso.

Vettel attestiert Kvyat "Eier"

"Soweit ich weiß, wurde die Entscheidung schon vorher getroffen. Das hatte nichts mit China oder Russland zu tun", äußerte sich Vettel am Donnerstag in Spanien. "Für den einen sind es eben gute Nachrichten, für den anderen schlechte." Die guten Nachrichten beziehen sich auf Max Verstappen, der ab dem fünften GP des Jahres in den Red Bull RB12 klettern darf.

In seiner Medienrunde schilderte Vettel nochmals den Startcrash aus seiner Sicht. Kvyat habe sich verschätzt und sei in ihn gekracht. Als Folge rutschte Vettel in Ricciardo, der wiederrum in Perez. Das Kuddelmuddel ging auch in der Omega-Kurve weiter. Hamilton habe etwas wegen Perez gebremst, Vettel dann ebenfalls. Und Kvyat sei ein zweites Mal in den Ferrari gedonnert. „Daniil hat vielleicht nicht weit genug vorausgeschaut“, meint Vettel.

Zwei Wochen später hat der viermalige F1-Champion die Sache abgehakt. Der 28-Jährige lobt Kvyat dafür, dass er sich nach dem Rennen in Russland telefonisch bei ihm gemeldet hat. "Es bringt nichts, weiter auf den Jungen einzudreschen. Mir ist schon manch ein Fahrer mit über 30 Jahren ins Auto gefahren, und die hatten nicht die Eier, danach bei mir anzurufen." Das Talent des russischen Piloten steht laut Vettel außer Frage: "Daniil ist sehr talentiert. Sein Grundspeed ist sehr stark. Er verdient sich seinen Platz in der Formel 1."

Keine Kritik an Red Bull

Kritik an der Vorgehensweise seines ehemaligen Arbeitgebers äußert der 28-Jährige nicht. "Man sollte das Positive sehen, dass Red Bull viel Geld in die Hand nimmt, um junge Talente zu fördern", findet Vettel. "Klar gibt es Druck, und man muss liefern. Ob es gelingt, hängt von vielen Faktoren ab."

Dann wehrt Vettel jene Kritiker ab, denen sein Verhalten während des GP Russland nicht gefallen hat. Der Heppenheimer war an den Kommandostand von Red Bull gegangen und sprach mit Teamchef Christian Horner. "Daniil fuhr ja noch weiter. Ich habe Christian nur gesagt, dass er bitte mit ihm sprechen möge."

Die bisherige Saison verlief für Vettel alles andere als optimal. In 4 Rennen fiel er zweimal aus. In der WM fehlen ihm schon 67 Punkte auf Spitzenreiter Nico Rosberg. Ist der WM-Zug schon abgefahren? "Oh, das kann man nach 4 Rennen noch nicht sagen. Es sieht nicht rosig aus. Aber das Potential ist da. Wir fühlen uns deutlich wohler mit unserem Auto", erklärt Vettel.

Der Blick des Ferrari-Stars geht nach vorne. "Klar hätten die Rennen besser sein können. Aber es bringt nichts, zurück zu schauen und zu lamentieren. Es wäre klüger, uns auf die kommenden Rennen zu konzentrieren." Das nächste steht in Barcelona an. Eine Strecke, die Ferrari aufgrund der vielen schnellen Kurven liegen sollte.

"Die Wintertests hier liefen ganz gut. China und Russland spielten Mercedes in die Karten. Die nächsten zwei Strecken liegen uns besser. Barcelona ist ein bisschen ein Bruch zu den letzten Pisten. Und Monaco hat seine ganz eigenen Gesetze. Da kann man als Fahrer mehr den Unterschied machen. Ich kann jedoch nichts versprechen."

Ferrari-Geheimnis um Updates

Vettel spielt weiter den Feuerwehrmann. Er versucht alles, um im roten Lager keine schlechte Stimmung aufkeimen zu lassen. Und er versucht, für den GP Spanien etwas Druck von den Schultern seiner Mannschaft zu nehmen. "Der Druck ist derselbe, wie bei jedem anderen Rennen auch. In den beiden Rennen, in denen wir ins Ziel gekommen sind, war es ja nicht schlecht. Einmal hätten wir gewinnen können, das andere Mal haben wir das Beste aus der Situation gemacht."

Druck ist ein gutes Stichwort. Ferrari-Oberhaupt Sergio Marchionne fordert Ergebnisse. Und Siege. Am besten schon in Spanien. "Ich habe seine Aussagen selbst nicht gelesen. Aber es ist ja erst einmal toll, dass sich unser Präsident so kümmert. Natürlich ist er genauso traurig wie wir, wenn die Ergebnisse nicht so sind, wie sie sein könnten", befindet Vettel.

Für das Rennen vor den Toren der katalanischen Metropole hat Ferrari ein Update-Paket vorbereitet. Details, was neu ist, gibt es nicht. "Alles streng geheim. Auf dem Papier sollte es uns helfen. Aber wir fahren nicht auf dem Papier, sondern auf der Strecke."

Ein bisschen Kritik lässt Vettel in seiner Medienrunde aber doch zu. "Unser Ziel war es, dieses Jahr zu gewinnen. Bislang haben wir das nicht erreicht. Dafür könnt ihr uns kritisieren."

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