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Red Bull-Zukunft

Wer fährt 2012 neben Vettel?

Vettel & Webber Foto: Red Bull 11 Bilder

Bei Red Bull ist die wichtigste Frage noch nicht geklärt: Wer fährt 2012 neben Sebastian Vettel den zweiten Red Bull: Mark Webber, einer der Red Bull-Junioren oder ganz ein anderer? Red Bull kann sich mit der Antwort Zeit lassen.

30.06.2011 Michael Schmidt

Wer das beste Auto hat, hat auch Zeit. Red Bull könnte Sebastian Vettels Teamkollege für 2012 morgen bekanntgeben, aber auch erst in zwei Monaten. Red Bull läuft niemand weg. Ins beste Auto wollen alle.

Fast alle. Fernando Alonso hat sich bis 2016 für Ferrari entschieden. Und Lewis Hamilton wird bald schon einen Langzeitvertrag mit McLaren unterschreiben. Jedenfalls war Hamiltons Absage an Red Bull in Valencia deutlich: "Ich sehe mich nicht in einem Red Bull-Overall. Meine Familie ist McLaren. Solange sie mir ein konkurrenzfähiges Auto bieten, bleibe ich dort." McLaren ist das einzige Team, das in dieser Saison neben Red Bull Rennen gewonnen hat. Seit 2007 hat das Team mindestens einen Fahrer im Spitzenpulk. Hamilton kann sich nicht beschweren.

Macht Webber weiter?

Aus Mark Webber wird man nicht schlau. Der Australier erwähnte Ende letzten Jahres, dass er wahrscheinlich nur noch eine Saison dranhängen wolle. Die Niederlagenserie gegen Vettel schien daran wenig zu ändern. Auf direkte Fragen weicht Webber aus. Seine Chefs Helmut Marko und Christian Horner erzählen, dass Webber bleiben möchte. Aus Angst vor der Langeweile? Vor dem Fall in ein schwarzes Loch, wenn ein anderes Leben beginnt?

Bei Webber kaum vorstellbar. Der Australier zählt zu den Fahrern, deren Horizont nicht am Eingang zum Fahrerlager aufhört. Er hat seinen Sport, seine Tasmanian Challenge, sein GP3-Team. Sein Fahrer Mitchell Evans gilt als Supertalent. Red Bull versuchte seine Fühler nach dem 17-jährigen Neuseeländer auszustrecken, doch Webber entschied, seinen eigenen Fahrerpool zu gründen.

Red Bull-Junioren drängen sich nicht auf

Vielleicht will der 34-jährige Australier ja wirklich seine Karriere noch um ein Jahr verlängern. Doch den Aussagen der Red Bull-Chefs nach, ist es nicht mehr Webbers Entscheidung, ob er bleibt oder geht. Wenn alles klar wäre, könnten sie morgen Webber bestätigen. Ist es aber nicht. Die Verantwortlichen haben bei der Besetzung der vier Cockpits bei Red Bull und Toro Rosso zwei Probleme. Es sind zu viele Fahrer an Bord und zu wenig gute. Ein Widerspruch? Eher nicht.

Wer 2012 neben Vettel fahren will, muss mindestens Webbers Qualitäten haben. Die sind bei den Toro Rosso-Piloten Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari nicht zu erkennen. Und sie sind von den Youngstern Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne noch nicht zu erwarten. Beide sind noch keinen Grand Prix gefahren. Beide haben ihre Lehrzeit unterhalb der Formel 1 abgeschlossen. Höher als die Renault-Weltserie geht nicht. Red Bull hält nichts von der GP2. Also bleibt nur noch Formel 1.

Ricciardo muss nächstes Jahr einen Stammplatz haben, sonst versauert er. Vergne könnte man notfalls auf den Ricciardo-Platz hieven. Also freitags trainieren und den Toro Rosso-Piloten Beine machen. Marko hält viel von dem Franzosen: "Ein kompromissloser Typ, der jeden Zweikampf gewinnt."

Buemi vs. Alguersuari

Wenn Ricciardo 2012 seine erste volle GP-Saison bestreiten will, muss er in der zweiten Saisonhälfte in das Toro Rosso-Cockpit. Das hält das Risiko so gering wie möglich. Rennerfahrung ist durch nichts zu ersetzen. Also muss einer der Toro Rosso-Piloten weichen. Buemi und Alguersuari haben genug gelernt. Beide sind bereits seit 2009 in Red Bulls Juniorteam.

Bis vor zwei Rennen hätte noch jeder darauf getippt, dass Alguersuari in die Verbannung geschickt wird. Doch der Spanier hat mit zwei achten Plätzen in Folge seinen Kopf aus der Schlinge gezogen. Jetzt steht Buemi unter Druck. Die nächsten drei Rennen vor der Sommerpause werden wohl eine Art Ausscheidungswettbewerb, nach dem Motto: Buemi oder Alguersuari. Spätestens ab dem GP Belgien steht Ricciardo in den Startlöchern.

Doch das löst das Problem mit Vettels Teamkollegen nicht. Logisch wäre es, den besseren der beiden Toro Rosso-Fahrer zu befördern. Also Ricciardo und den Gewinner des Duells Buemi gegen Alguersuari. Jetzt sind wir wieder beim Ausgangsproblem. Dem einen fehlt möglicherweise die Klasse, dem anderen die GP-Erfahrung. Red Bull wird 2012 nicht freiwillig den Konstrukteurstitel herschenken, nur um einem seiner Youngster im A-Team eine Chance zu bieten. Der Unterschied zwischen Platz eins und zwei ist eine zweistellige Millionensumme.

Kaum Alternativen zu Webber

Genau das ist Mark Webbers Chance. Wenn er denn daran interessiert ist. Der sechsfache GP-Sieger weiß natürlich, dass Red Bull im eigenen Lager kaum Alternativen hat. Vielleicht hat man ihn sogar gebeten, solange zu warten, bis die Talentscouts herausgefunden haben, wie gut Webbers Landsmann Daniel Ricciardo wirklich ist, oder ob einer der augenblicklichen Toro Rosso-Fahrer eine Beförderung verdient.

Vettel wundert sich, dass sein Stallrivale plötzlich ganz kommode Töne anschlägt. Auf die Frage nach seinem Traum-Teamkollegen antwortete Webber: "Fangio oder Vettel." Der Weltmeister lacht: "So nett war der Mark zu mir schon lange nicht mehr." Überraschend auch das Lob im Team für Webbers Valencia-Rennen. Chefkritiker Marko: "Das war Marks bestes Saisonrennen." Man könnte den langen Australier vielleicht noch einmal brauchen.

Traut sich Rosberg ins Vettel-Lager?

Dass sich Red Bull mit einem Fahrer außerhalb des Red Bull-Pools eindeckt, passt nicht zur Firmenphilosophie. Und wen soll man holen? Hamilton will bei McLaren bleiben. Außerdem hat er einen Vertrag für 2012. Jenson Button muss dort bleiben, wenn McLaren die Option zieht. Bleibt von den üblichen Verdächtigen nur Nico Rosberg. Der kann Mercedes verlassen, wenn das Team die vertraglich vereinbarten Ergebnisse nicht schafft. Danach sieht es im Augenblick nicht aus.

Die Frage ist jedoch, ob sich Rosberg eine Konfrontation mit Vettel antun will. Vettel ist bei Red Bull bestens vernetzt. Er kennt das Team, das Auto, die Entscheidungswege. So wie es mit Lewis Hamilton bei McLaren und mit Fernando Alonso bei Ferrari ist. Rosberg hatte vor zwei Jahren die Wahl zu McLaren oder zu Mercedes zu gehen. Er entschied sich für Mercedes. Auch deshalb, weil Hamilton bei McLaren eine so dominante Stellung einnimmt.

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