Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Red Bull will kein drittes Auto

"Lieber genug Zwei-Auto-Teams"

Red Bull - GP Brasilien 2014 Foto: xpb 61 Bilder

Die Privatteams der Formel 1 kämpfen ums Überleben. Doch Bernie Ecclestone und die großen Teams schieben sich die Verantwortung gegenseitig zu. In der Stunde der Not werden alte und schlechte Lösungen neu aufgewärmt. Dritte Autos, Kundenautos, zwei Klassen mit Formel 1 und GP2-Autos. Red Bull hat sich klar positioniert.

11.11.2014 Michael Schmidt

Lotus-Chef Gerard Lopez griff sich an den Kopf. Frustriert kam er aus mehrstündigen Sitzungen, bei denen es um die Rettung der Privatteams ging. "Man müsste wirklich mal einen Film über so ein Gespräch machen und auf YouTube stellen. Die Leute würden sich an den Kopf greifen. Von Logik und pragmatischen Lösungen keine Spur."

Lopez regt sich über die Kurzsichtigkeit und Arroganz der großen Teams auf: "Sie merken gar nicht, dass es sie bald selbst mal treffen wird, wenn hinten immer mehr Teams wegbrechen." Ein Teamchef behauptete im Verlauf der Diskussionen allen Ernstes, dass die Formel 1 über den Abgesang von Caterham und Marussia froh sein kann. "Wie kann man so etwas sagen? Da sind 400 Jobs verloren gegangen."

Teams warten auf Vorschläge von CVC

Es gibt nur drei Möglichkeiten, wie die Privatteams an eine größere Portion des Kuchens kommen, den die Rechteinhaber ausschütten. Entweder CVC erhöht den Betrag, der dann ausschließlich denen zugutekommt, die ihre Motoren kaufen müssen. Oder die großen Teams stimmen einer gerechteren Verteilung aus dem augenblicklichen Einnahmetopfes zu. Oder eine Kombination aus beidem.

Die eigentlich logische Lösung scheitert daran, dass sich die Parteien die Verantwortung gegenseitig zuschieben. Die großen Teams wollen, dass zuerst CVC mehr Geld gibt. CVC will, dass sich zuerst die großen Teams von einigen ihrer Privilegien trennen. So passiert gar nichts.

Kritische Grenze liegt bei 16 Autos

Niki Lauda verteidigt die Haltung der Top-Teams: "Die Geldverteilung ist zunächst einmal Sache von CVC. Wir können da gar nichts machen, sondern müssen auf Vorschläge warten. Wenn CVC auf uns zukommt und einen vernünftigen Plan hat, können wir über alles reden. Bis hin zu Gratismotoren für die Teams."

Bernie Ecclestone betrieb in Brasilien die Strategie, die er seit 40 Jahren praktiziert. Teile und herrsche. Er fütterte die Diskussionen mit Lösungen an, die noch nicht einmal in der Not taugen, weil sie wie ein Brandbeschleuniger wirken. Dritte Autos, Kundenautos, zwei Klassen mit Formel 1 und GP2-Autos. Zum Einsatz von dritten Autos zwingen Ecclestone Verträge mit den Veranstaltern. Die kritische Grenze liegt aber nicht bei 20 Autos wie vielfach kolportiert, sondern bei 16.

Red Bull drängt nicht auf drittes Auto

Vertragsgemäß würden es die Privilegierten der Privilegierten zuerst treffen. Also Ferrari, Red Bull und McLaren. Während Ferrari Zustimmung signalisiert, McLaren ablehnt, sieht es Red Bull differenziert. "Wir wären in der Lage es zu tun", sagt Teamberater Helmut Marko. Teamchef Christian Horner präzisiert jedoch: "Wir wollen ein volles Starterfeld mit Zwei-Auto-Teams."

Red Bull hat die Kosten für den Einsatz eines dritten Autos mittlerweile kalkuliert: "Sie liegen zwischen 35 und 40 Millionen Euro." Dieses Geld müssten die Rechteinhaber zuschießen. Unter den Umständen kommt es vielleicht billiger, die Privatteams mit jeweils 20 Millionen zu subventionieren.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden