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Formel 1: Red Bull

Zuviele Defekte für den WM-Titel?

Sebastian Vettel Red Bull GP Australien 2010 Foto: xpb.cc 49 Bilder

Die Red Bull-Story 2010 liest sich wie die vom Vorjahr. Die Autos sind die schnellsten im Feld, doch immer wieder kommt etwas dazwischen. In Bahrain die Zündkerze, in Melbourne das Problem mit dem Rad. Ist es Zufall, einfach nur Pech oder hat es doch Methode?

31.03.2010 Michael Schmidt

Sebastian Vettel könnte die Weltmeisterschaft überlegen anführen. Mit zwei Siegen und 50 Punkten. Stattdessen steht er auf Platz sieben mit zwölf Zählern, 25 Punkte hinter WM-Spitzenreiter Fernando Alonso. Das ist bereits ein Sieg gratis für den Spanier. Dessen Ferrari läuft wie ein Uhrwerk. Der F10 ist so stabil, dass ihm nicht einmal ein Rammstoß von Buttons McLaren etwas anhaben kann. Alonso fuhr das Rennen ohne Probleme zu Ende.

Auch dumme Defekte kosten WM-Punkte

Sebastian Vettel hatte es sich wie in Bahrain bequem an der Spitze eingerichtet. Er kontrollierte den Vorsprung auf Jenson Button im Fünf-Sekunden-Bereich, er hatte längst auf einen Spritsparmodus umgeschaltet, und er schonte die Reifen, für den Fall, dass aus dem hinteren Feld noch einer Attacke macht. Eigentlich hatte man Vettel wie schon in Bahrain als Sieger abgehakt. Die TV-Kameras zoomten bereits auf die viel unterhaltsameren Zweikämpfe im Verfolgerfeld. Bis der Red Bull plötzlich im Kiesbett stand.
 
Wieder war es ein sogenannter dummer Defekt. Doch dumme Defekte kosten auch WM-Punkte. Jetzt bereits 38 in Summe. Die defekte Zündkerze von Bahrain ist tatsächlich ein einmaliger Ausreißer. Man mag sich gar nicht daran erinnern, wann in der Formel 1 die letzte Zündkerze schlapp gemacht hat. Vielleicht zu Juan-Manuel Fangios Zeiten. Ein Keramikteil hatte sich abgelöst. Entweder ein Materialfehler oder zu kräftig ins Kerzenloch reingeschraubt. Renault-Ingenieur Fabrice Lom hält sich bedeckt: "ir reden nicht über Zuliefererteile. Es war ein Motorproblem, basta." Immerhin konnte Vettel das Rennen noch zu Ende fahren.

Ist Red Bull zu sehr am Limit?

In Melbourne war nach 25 Runden Dienstschluss. Selbst wenn der schnellste Mann des Rennens wie beabsichtigt das Auto durch das Kiesbett hindurch auf die Servicestraße dahinter gerettet hätte, wäre danach Schluss gewesen. Das linke Vorderrad hatte keine Führung mehr. Da hätte auch ein neues Rad nichts geholfen. Ob zu enge Toleranzen oder ein minimaler Fehler beim Boxenstopp dazu führten, dass sich die Radmutter 14 Runden später zu lösen begann, wird noch untersucht.
 
In beiden Fällen wäre evident, wie sehr Red Bull am Limit arbeitet. Die Boxenstopps zählen zu den schnellsten, aber manchmal ist es besser, eine Sekunde mehr zu investieren, um sicherzustellen, dass die Radmutter gerade aufgesetzt wird. Die Passungen am Radträger und der Nabe sind am RB6 so klein, dass nicht zum ersten Mal in diesem Bereich ein Problem aufgetreten ist. Im freien Training von Bahrain verlor Vettel einen Trainingstag wegen Bremsproblemen. Angeblich ist auch der Tank am unteren Limit, was auf verbrauchsintensiven Strecken wie Singapur, Montreal, Sepang und Valencia zu längeren Spritsparpassagen führen könnte.

Oft sind die Punkte vom Beginn der Saison am Ende entscheidend
 
Adrian Newey hat seine Autos schon immer an der Grenze gebaut. Zum Glück sind sie auch schnell. Wer so komfortabel an der Spitze liegt wie Vettel in Bahrain und Melbourne, kann es sich leisten, ein paar Runden im Spritsparmodus zu fahren. Doch kugelsicher sind die Autos nicht. Das hat schon die Testphase gezeigt, in der Red Bull deutlich öfter liegen blieb als Ferrari oder Mercedes. Ferrari schaffte 488 Kilometer pro Testtag, Mercedes 422 und Red Bull 411.

Auch im vergangenen Jahr kam hin und wieder der Defektteufel dazwischen. Vettel stoppte mit Motorschaden in Valencia und einem Aufhängungsdefekt in Ungarn. Im Endeffekt gewann Button den Titel auch deshalb, weil sein Auto mit einer Ausnahme immer ins Ziel kam. Ferrari, McLaren und MercedesGP haben bislang immer beide Autos in die Punkteränge gebracht. Die Fahrer des Überfliegers Red Bull standen noch nicht einmal auf dem Podest. Es ist noch früh in der Saison, aber oft trauert man am Ende des Jahres den Punkten nach, die man früh verloren hat.
 
Die größte Trumpfkarte des Red Bull RB6 ist sein Speed. Das Auto war auf zwei Streckentypen überlegen, die eigentlich gar nicht ideal für den Red Bull waren. Sein Revier sind immer noch die schnellen Kurven. Doch Bahrain und Melbourne haben gezeigt, wie sehr sich das Auto in langsamen Ecken verbessert hat. Deshalb graut der Konkurrenz bereits vor dem GP Malaysia am Wochenende. "Da werden die Red Bull superschnell sein", fürchtet auch Felipe Massa.

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