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Red Bulls Erfolgsgeheimnis

Vorsprung durch Aufwand

Sebastian Vettel Rennen GP Belgien 2011 Foto: xpb 18 Bilder

Red Bull war in diesem Jahr ein übermächtiger Gegner. Schnell, zuverlässig und der Konkurrenz immer einen Schritt voraus. Bei McLaren und Ferrari fragt man sich, wie das Vettel-Team trotz Kostenreduzierung so einen Aufwand betreiben kann.

21.09.2011 Michael Schmidt

Ferrari und McLaren sind nicht mehr unter sich. Die Abonnenten für GP-Siege und Weltmeisterschaften haben mit Red Bull einen Gegner gefunden, der alles besser macht als sie. Red Bull hat das schnellere Auto, die zuverlässigere Technik, die besseren Boxenstopps, die Truppe aus Milton Keynes macht weniger Fehler und die Formkurve zeigt geringere Ausschläge.

Der Red Bull RB7 war in diesem Jahr nirgendwo schlecht. Noch nicht einmal auf der Angststrecke in Monza. Im Gegenteil: Die Titelverteidiger haben den Hochgeschwindigkeitstempel dominiert wie kein anderes Rennen in diesem Jahr.

F1-Technikvideo: Das Red Bull-Geheimnis 1:10 Min.

Bei Ferrari und McLaren kratzte man sich am Kopf. Wie konnte sich Red Bull von einem Jahr aufs andere so steigern? Wieso war Sebastian Vettel der schnellste, wo er doch auf der Geraden der langsamste war? Das Erfolgsgeheimnis des Weltmeisterteams ist relativ einfach. Red Bull betreibt mehr Aufwand als die Konkurrenz.

Red Bull mit Monza-Spezialpaket

Dem österreichischen Team war der Sieg im Autodrom ein Extrabudget wert. Wie auto motor und sport in seiner aktuellen Ausgabe (Heft 21/2011) berichtet, wurden Frontflügel, Heckflügel und Diffusor für Monza maßgeschneidert. McLaren und Ferrari haben lediglich ihre Spa-Flügel für Monza angepasst. "Auf einen eigenen Monza-Flügel haben wir aus Kostengründen verzichtet", erklärte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. Da wird schnell klar: So kann man Seriensieger nicht in Verlegenheit bringen.

Monza-Spezialanfertigungen sind nach einem Rennen ein Fall für den Sondermüll. Den neuen Diffusor kann Red Bull vielleicht auch auf anderen Strecken einsetzen. Ferrari ließ seine Unterboden-Modifikation zuhause, nachdem sie in Spa nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht hatte. McLaren hatte ebenfalls den Unterboden leicht retuschiert. Aber im Vergleich zum Red Bull-Paket war das Stückwerk.

Noch einen Unterschied: Bei den Entwicklungsstufen von Red Bull gibt es kaum Ausschuss. "Was wir an die Rennstrecke bringen, funktioniert in der Regel. Wir haben eine fast hundertprozentige Trefferquote", lobt Teamberater Helmut Marko.

Red Bull-Diffusor besonders effektiv

Der RB7 war ein echtes Monza-Auto. Trotz Miniflügel im Heck holte Vettel seine Zeit in den Kurven. "Wie macht er das mit so einem kleinen Flügel?", wunderte sich Jenson Button. McLaren hatte im Vergleich dazu gewaltige Schaufeln im Heck. Und verlor im dritten Streckensektor trotzdem vier Zehntel.

Das Geheimnis lag an der hinteren Kante des neuen Diffusors an Neweys RB7. Eine 15 Zentimeter breite Leiste über die gesamte Breite machte ihn zum Doppeldecker. In der Lücke dazwischen wurde die Luft beschleunigt. Das unterstützte den Absaugeffekt und generierte Abtrieb. "Kein Auto holt so viel Anpressdruck über den Boden wir unseres", bestätigt Mark Webber.

Red Bull entwickelt schneller als die Konkurrenz

Red Bull sticht seine Gegner mit einer Qualität aus, die früher die Trumpfkarte von Ferrari und McLaren war. Man entwickelt schneller, mehr und zielgenauer. Die Gegner reagieren leicht angesäuert auf diese Erkenntnis. Sie fragen sich, wie das Red Bull im Rahmen des Kostenreduzierungsplans macht.

Ganz offenbar tun sich Ferrari und McLaren mit dem Stellenabbau schwerer als der Klassenprimus. Oder der nutzt Schwachstellen im System und versteckt Arbeitsplätze in Abteilungen, die zur Zählung nicht herangezogen werden.

Die Verlierer in der WM-Schlacht haben bereits reagiert. Sie wollen ihre Technikabteilungen in Zukunft auf eine breitere Basis stellen. Da fragt man sich wie das überhaupt möglich ist, wo jedes der Topteams bereits an der oberen Grenze des Erlaubten kratzt. Red Bulls Dominanz wird ein neues Wettrüsten in der Formel 1 entfachen. Zum Schaden der kleinen Teams.

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