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Red Bulls Geheimnis

Ein Auto für jede Strecke

Sebastian Vettel, Red Bull, Formel 1-Test, Barcelona, 19. Februar 2013 Foto: xpb 22 Bilder

Red Bull ist bei den Tests in Barcelona schon wieder vorne dabei. Die Spione der Konkurrenz recken die Hälse um das Geheimnis des neuen RB9 zu entschlüsseln. Die Red Bull-Mechaniker befeuern den Verfolgungswahn durch Absperrmaßnahmen. Teamberater Helmut Marko beteuert: "Der RB9 ist wirklich nur eine Evolution des Vorgängers."

20.02.2013 Michael Schmidt

Normalerweise schockt Adrian Newey seine Kollegen mit der ein oder anderen genialen Idee. Über den neuen Red Bull RB9 sagte Newey bei der Präsentation in Milton Keynes: "Der RB9 ist eine Evolution des Vorjahresautos." Das glaubte ihm keiner. Bei den Testfahrten knipsten sich die Fotografen die Finger wund, um den neuen Red Bull von allen Seiten abzulichten. Und weil die Mechaniker ihre Absperrmaßnahmen intensivierten, wurde der Verdacht, dieser Red Bull könnte irgendeinen gehemnisvollen Trick in sich bergen, immer größer.

Dabei sagte auch Vettel: "Wenn wir das alte Auto mit den neuen Farben präsentiert hätten, hätte es wahrscheinlich gar keiner gemerkt." Tatsächlich sind die entscheidenden Modifikationen im Inneren des Autos versteckt. Um schmalere und kürzere Seitenkästen zu bauen, mussten die Innereien neu verstaut werden.

Neues altes Auto bei Red Bull

Red Bull-Berater Helmut Marko bestätigte jetzt die Aussagen der beiden teuersten Red Bull-Mitarbeiter: "Das neue Auto ist wirklich nur eine Evolution. Und Newey wird für dieses Jahr auch nicht mehr das Rad neu erfinden." Nicht umsonst wundert man sich bei Red Bull, dass die Konkurrenz in einigen technischen Lösungen hohe Risiken eingegangen ist und sich auf unbekanntes Terrain begeben hat. "Sie hätten eigentlich nur bei uns oder bei McLaren kopieren müssen", stellte Marko süffisant fest.

Der Red Bull-Plan für diese Saison hört sich unspektakulär an, er könnte aber Sebastian Vettel zum vierten Titel in Folge führen. "Wir haben einfach nur die guten Lösungen des RB8 optimiert", erzählt Marko. "In dieser Saison ist es wichtig ein Auto zu haben, das auf allen Streckentypen gleich gut funktioniert und das pflegsam mit seinen Reifen umgeht. Und dann brauchst du nur noch einen Fahrer, der das umsetzen kann und die Reifen über die Distanz bringt."

Abdeckmaßnahmen nur Show?

Als Pirelli ankündigte, erneut weichere Mischungen mit größerer Abnutzung einzusetzen, klingelte es bei Newey. Der alte Fuchs ist eben mehr als nur ein Aerodynamiker. Er baute ein Auto, das man sofort versteht und das einfach auszubalancieren ist. Das hilft die Reifen zu schonen. Nach Meinung von Red Bull ist der Reifenfaktor der Schlüssel zum Erfolg. Je früher man die schwarzen Sohlen versteht und im Dauerlauf möglichst lange am Leben erhält, umso größer sind die Chancen.

Das macht man am besten mit einem Auto, das man kennt. Also einer Evolution. "Warum sollen wir ein gutes Konzept aufgeben?", fragt Marko. Die Anstrengungen der Mechaniker, den RB9 bei jedem Boxenstopp von allen Seiten hinter Stellwänden zu verbergen, ist wahrscheinlich nur Show.

Laufen McLaren und Ferrari in die Reifenfalle

Soll die Konkurrenz ruhig glauben, der Red Bull habe irgendeinen Supertrick unter der Verkleidung. Wenn sie damit Zeit verschwendet, umso besser. McLaren, Ferrari und Mercedes bräuchten diese Zeit eigentlich, ihre Neukonstruktionen zu verstehen. Sonst laufen sie in den ersten Rennen in die Reifenfalle.

Das einzige Team, das derzeit auf Augenhöhe mit Red Bull erscheint, ist Lotus. Drei Mal darf man raten warum. Auch der Lotus ist nur eine Ausbaustufe seines Vorgängers. Red Bull-Teamchef Christian Horner wundert sich, dass McLaren in vielen Punkten völlig neue Wege gegangen ist. "Die hatten doch zum Saisonende das schnellste Auto."

McLaren-Projektleiter Tim Goss widerspricht: "Um Red Bull zu schlagen, brauchten wir einen großen Schritt. Unser altes Konzept war am Ende seiner Entwicklung angelangt." Der McLaren-Masterplan sieht so aus: Vielleicht verliert man in den ersten Rennen auf Red Bull, weil es dauert, bis Ingenieure und Fahrer den neuen MP4-28 verstehen. Dann aber hat man mehr Luft nach oben.

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