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Red Bulls neue Formel 1

Kein Windkanal und Standard-CFD

Adrian Newey - Formel 1 - GP Kanada 2014 Foto: xpb 61 Bilder

Red Bull bringt einen neuen Vorschlag in die Lösung der Formel 1-Krise ein. Das Konzept bietet mehr technische Freiheit für weniger Geld. Das Team, das für die beste Aerodynamik berühmt ist, will auf teure Werkzeuge verzichten.

13.03.2015 Michael Schmidt

Adrian Newey fühlt sich wie in einem Gefängnis. Jahr für Jahr schränken die Regeln seinen Erfindergeist mehr ein. Der erfolgreichste Ingenieur der Formel 1 spricht bereits spöttisch von der "GP1". Er wünscht sich mehr Freiheit, "damit die Autos wieder unterscheidbar sind." Newey ist sich sicher: "Die Fans lieben den technischen Wettbewerb. Weil er Teil der Formel 1 ist."

Doch Freiheit hat ihren Preis. Das weiß auch Newey. Sonst artet der Sport in einen Wettbewerb im Geldausgeben aus. Deshalb hat sich Red Bull Gedanken darüber gemacht, wie man das Ei des Kolumbus ausgraben könnte. Mehr Freiheit, aber billig. Teamchef Christian Horner warf bereits eine erste Idee in die Runde: "Wir könnten uns ein Verbot von Windkanälen vorstellen." auto motor und sport kennt das ganze Programm.

Größte Kostenfaktoren sind Entwicklung und Produktion

Die Arbeit im Windkanal verschlingt zweistellige Millionensummen. Dazu muss man wissen, dass allein das Skelett für ein 60-Prozent-Modell über eine Million Euro kostet. Ohne die ganzen Anbauteile, die bei jeder Modifikation am Auto neu gefertigt werden müssen. "Die großen Kostenfaktoren sind die Entwicklung und die Herstellung von Teilen", sagt Newey. "Da müssen wir ran."

Das Verbot von Windkanälen allein würde nicht viel bringen. Weil dann die Teams umso mehr in CFD-Simulation investieren. Auch darauf hat Red Bull eine überraschende Antwort. Newey schlägt eine Standard-Software und Einheitscomputer vor, um ein Wettrennen im virtuellen Windkanal zu verhindern.

Token für Aerodynamik-Entwicklung

Auch zur Senkung der Produktionskosten gibt es eine Idee. Man könnte bei den Aerodynamik-Upgrades so verfahren wie bei der Motor-Entwicklung. Jedes Team bekommt eine bestimmte Anzahl an Entwicklungs-Token, abhängig vom Umfang der Änderung. Wann diese Token im Jahr eingesetzt werden, ist Sache der Teams. So ist sichergestellt, dass nicht alle gleichzeitig mit einem Facelift kommen.

Teile, die nur geringfügig oder gar nicht zur Rundenzeit beitragen, könnten standardisiert werden. Das Getriebe oder die Hydraulik wären solche Beispiele. Bei der Motorversorgung müsste ein weiterer Riegel vorgeschoben werden. Der Hersteller muss sicherstellen, dass alle Kunden den gleichen Entwicklungsstand erhalten. Auch in Bezug auf das Benzin und die Software.

Wir haben FIA-Rennleiter Charlie Whiting um seine Meinung gefragt. Viele der Vorschläge hätten seinen Segen. Weil sie die DNA der Formel 1 nicht beschädigen, aber signifikant Kosten sparen. Wenn Red Bull den Vorschlag zur Abstimmung für 2017 vorlegt, würde bis zum 1. März 2016 ein Mehrheitsentscheid ausreichen.

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