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Vorschlag zur Regeländerung

Radkappenverbot für mehr Überholmanöver

McLaren MP4-24 Foto: Wolfgang Wilhelm 30 Bilder

Formel 1-Regelhüter versuchen schon lange die Chancen auf Überholmanöver zu vergrößern. Bei der großen Regelreform vor der Saison 2009 wurden allerdings nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Nun werden weitere Mittel geprüft - auch ein Verbot der Radkappen.

11.07.2009 Tobias Grüner

Die Halbzeit der Saison ist immer eine gute Gelegenheit Bilanz zu ziehen. Am Nürburgring trafen sich einige der Konstrukteure, um über die Erfolge der Überholkommission zu berichten. Diese Arbeitsgruppe wurde 2009 ins Leben gerufen, um neue Regeländerungen für mehr spannende Zweikämpfe auf der Strecke vorzuschlagen.

Abtriebswerte höher als erwartet

Allerdings ist die Bilanz nicht zu hundert Prozent zufriedenstellend. "Ich denke die Arbeit der Überholkommission war gut. Leider sind die Beweise dafür etwas spärlich", erklärt Pat Symonds, der Technikchef im Hause Renault. "Aber wir haben ein gutes Stück von dem erreicht, was wir uns vorgenommen haben. In der Analyse lässt sich feststellen, dass es schon etwas mehr Überholmanöver gibt." Ganz zufrieden ist der Brite aber nicht. "Ich denke wir sind wohl nicht ganz so weit gegangen, wie wir eigentlich wollten."

Das Problem lag vor der Saison in den ungenauen Berechnungen. Keiner wusste genau, wie sich die Aerodynamik-Änderungen auf die Werte auswirken. Simulationen waren nur eine kleine Hilfe. "Wir haben nur einen sehr niedrigen Wert bei der Berechnung der Abtriebswerte zugrundegelegt, obwohl wir wussten, dass die Teams die Werte schnell erhöhen, wenn sie erst einmal rund um die Uhr daran arbeiten. Aber ich muss zugeben, dass es noch weiter nach oben ging als erwartet, was nicht gerade dienlich für das Überholen ist."

Höhere Leistungsdichte erschwert Überholen

Paddy Lowe von Konkurrent McLaren-Mercedes stimmt seinem Kollegen von Renault zu. "Die Tatsache, dass der Abtrieb in diesem Jahr merklich größer ist als vorausgesagt, bedeutet dass die Auswirkungen unserer Arbeit zum Teil wieder aufgefressen wurden." Der Technikdirektor des Silberpfeil-Teams sieht aber noch ein anderes Problem: "Die Professionalisierung vom ersten zum letzten Team ist viel größer als vor fünf Jahren. Nun da alle Autos viel näher beisammen sind, ist es automatisch immer schwerer zu überholen. Das ist kein einfaches Problem, das es zu lösen gilt."

Sam Michael, der Technikchef von Williams, will die Erfolge allerdings nicht klein reden. "Die Autos sind auf jeden Fall besser als im vergangenen Jahr. Einige Verbesserungen kommen sicher dadurch, dass wir die Autos aufgeräumt haben." Seit dieser Saison sind zum Beispiel viele der Zusatzflügel auf den Seitenkästen verboten. "Die Luftströmung hinter dem Auto ist dadurch nicht mehr so verwirbelt." Michael erklärt, dass man im Zuge des Diffusorstreits analysiert habe, welche Faktoren für die schlechte Luft hinter dem Auto verantwortlich seien.

Radkappen mit negativem Effekt

"Es wird keine magische Lösung in einem Schritt geben", erklärt der Australier. Einen Ansatz zur Linderung des Problems hat der Williams-Mann dann aber doch parat. "Eines der Dinge, über die wir momentan diskutieren, ist die Abschaffung der Radkappen." Bei der Computeranalyse der Luftströmung habe man fast zufällig entdeckt, dass die beweglichen Radverkleidungen einen sehr störenden Effekt auf das hinterherfahrende Auto aufgewiesen haben. "Von diesen kleinen Dingen müssen wir drei oder vier finden, um später einen Unterschied festzustellen."

Red Bull-Stardesigner Adrian Newey hat einen anderen Ansatz zur Lösung des Überholproblems. "Ich denke, dass die Strecken den größten Einfluss darauf haben. Jeder scheint das der Einfachheit halber zu vergessen, da es leichter erscheint, die Autos zu ändern und nicht die Rennstrecke." Allerdings sieht der erfahrene Konstrukteur das Problem generell als nicht so groß an wie seine Kollegen. "Ich sehe keinen Zwang das Überholen einfacher zu machen, sonst wird es am Ende zu einfach. Wenn ein Auto einfach vorbeifahren und in der Ferne verschwinden würde, müsste man auf die Spannung verzichten, dass zwei Autos über mehrere Runden ein Duell ausfechten."

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