Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Regeländerungen

Fans dürfen entscheiden

Foto: dpa

Bernie Ecclestone fordert Medaillen statt WM-Punkte. Flavio Briatore will das Qualifikationssystem wieder einmal revolutionieren. Die Teams würden die GP-Distanzen am liebsten auf 250 Kilometer kürzen. Nun sollen die Fans entscheiden, welche Vorschläge übernommen werden.

17.12.2008 Michael Schmidt

Angesichts der Wirtschaftskrise und der damit erforderlichen Sparprogramme fragt man sich als Formel 1-Fan: Haben wir keine anderen Probleme als etwas zu ändern, dass sich jahrelang bewährt hat?

Punktesystem sorgte für Spannung

Die letzten vier Weltmeisterschaften waren ein Knüller. 2005 kämpften Fernando Alonso und Kimi Räikkönen bis zum drittletzten Rennen um die Krone. Ein Jahr später hieß der Gegner von Alonso Michael Schumacher. Die Entscheidung fiel erst im Finale. 2007 trennte Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton und Fernando Alonso nach dem letzten Rennen nur ein Punkt. In diesem Jahr wurde der Titel zwischen Lewis Hamilton und Felipe Massa erst in der drittletzten Kurve entschieden. Und bis zum vorletzten Grand Prix war noch Robert Kubica mit auf der Rechnung.
 
Der Pole stellt sich die Frage, die sich alle stellen: "Was war so schlecht, dass wir etwas ändern müssen?" Immerhin, eine gute Nachricht gab es am letzten Freitag. Der FIA-Weltrat beschloss, dass er erst einmal die Fans befragen will, bevor er wieder in Aktionismus verfällt, den er später bereuen muss. Die Formel 1-Anhänger sollen demnächst auf der FIA-Website über drei Themen abstimmen dürfen.

Medaillen statt Punkte:


Der Weltmeister soll nach der Anzahl der Goldmedaillen gekürt werden und nicht mehr nach Punkten. Bei Gleichstand entscheiden die Silbermedaillen. Damit legt sich der Fokus auf die ersten drei. Ab Platz vier fährt man für Blech. Ein Anschlag auf die kleinen Teams. In den letzten zehn Jahren wäre nur einmal ein anderer Weltmeister dabei herausgekommen: Massa statt Hamilton 2008. Man hätte so ausgerechnet eine der spannendsten Formel 1-Saisons aller Zeiten beeinflusst. Michael Schumacher wäre in den goldenen Jahren 2001, 2002 und 2004 noch früher in der Saison zum Weltmeister gekürt worden.
 
Grand Prix-Distanzen:
 
Die Teams wollen die Grand Prix auf 250 Kilometer begrenzen. Angeblich um zu sparen. Hier spart man am falschen Fleck. Da wird der Zuschauer, der am Sonntag zwischen 200 und 400 Euro berappen muss, betrogen. Weniger Gegenwert fürs gleiche Geld. Die Grand Prix sind wegen der immer schnelleren Autos ohnehin schon viel kürzer als früher. Auf den Strecken mit mehr als 200 km/h Schnitt beträgt die Gesamtzeit weniger als 90 Minuten, ist also kürzer als ein Fußballspiel.
 
Weil 2010 das Nachtanken verboten werden soll, graut den Ingenieuren davor, 200 Liter-Tanks in den Autos unterzubringen. Vor der Zeit der Tankstopps (1984-1993) war das auch kein Problem. Noch ein Argument: Die Rennen hätten zwischendrin oft langweilige Phasen. Na und? Das Auf und Ab der Spannungsmomente macht einen Grand Prix aus. Selbst das beste Fußballspiel hat zwischendrin mal 15 Minuten Leerlauf.
 
Der heimliche Hintergedanke der Teams: Je kürzer die Rennen, umso geringer die Chance eines Defekts. Wer so denkt, dem sei gesagt: Bleibt am besten zuhause. Defekte gehören zu diesem Sport. Sie sind ein Überraschungsfaktor, den kein anderer Wettbewerb bieten kann. Sie liefern Gesprächsstoff an den Stammtischen. Ein Formel 1-Grand Prix sollte die härteste Prüfung für Mensch und Maschine sein.

Qualifikationssystem:

Die Idee ist diskutierenswert. Statt nach jeweils 20 und 15 Minuten die letzten fünf aus dem Wettbewerb zu werfen, soll das Procedere verschärft werden. Alle zwei Minuten fällt der jeweils Letztplatzierte durch den Rost. Nachtanken ist nur in den zwei Pausen erlaubt. Das brächte echte Dramatik ins Spiel. Die Fahrer müssten permanent am Limit fahren. Boxenstopps, um frische Reifen aufzuziehen wären riskant, weil man vier Minuten lang keine Rundenzeit setzen kann. Außerdem würde die komplizierte Regel wegfallen, dass die Top Ten sich mit Benzin an Bord qualifizieren müssten.

auto-motor-und-sport.de gibt Ihnen schon heute die Gelegenheit zur Abstimmung. Was halten Sie von den drei Vorschlägen? Sagen Sie der FIA Ihre Meinung und stimmen Sie hier in den nächsten Tagen über die verschiedenen Regeländerungen ab.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden