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Regelreform als Anreiz für Hersteller

Motor-Köder wirkt mit Verspätung

Renault V6 F1 Motor 2014 Foto: Renault F1 19 Bilder

Viele schimpfen über das neue Formel 1-Reglement. Die Ingenieure freut es. Mit den sparsamen Turbomotoren sollen neue Hersteller in die Formel 1 gelockt werden. Ähnliches gab es bereits zwei Mal in der F1-Geschichte. Der Anreiz wirkte aber immer erst mit Jahren Verspätung.

11.03.2014 Michael Schmidt

Zum dritten Mal baut der Weltverband den Automobilherstellern eine Brücke. Die neue Energiespar-Formel soll die Autokonzerne in die Formel 1 locken. FIA-Präsident Jean Todt behauptet: "Wenn wir diesen Weg nicht gegangen wären, hätten sich einige Hersteller vielleicht verabschiedet. Ich bin mir nicht sicher, ob Mercedes geblieben wäre, ob Honda zurückkommen würde." Renault wäre auf jeden Fall ausgestiegen. Die Franzosen drohten mit Rücktritt, wenn man den V8-Motoren treu geblieben wäre.

Mercedes AMG F1 W05 - Präsentation Jerez 2014
F1 Motor 2014: Der Mercedes-Turbo im Video 2:24 Min.

Drei Mal verteilte FIA Geschenke an Hersteller

Es ist nicht das erste Mal, dass die FIA eine Motorformel ändert, um den Autokonzernen einen Gefallen zu tun. Schon 1966 und 1989 stieg die Formel 1 auf Motoren um, die dem Trend der Industrie entsprachen. 1966 wurde der Hubraum von 1,5 auf drei Liter verdoppelt. Auch Turbomotoren mit halben Hubraum, Wankelmotoren und Gasturbinen wurden erlaubt.
 
Der Verband wollte Mercedes und Chrysler einen Anreiz bieten. Weder der eine, noch der andere biss an. Mit Ferrari, Maserati und Honda gab es drei Hersteller, aber die waren bereits Bestandteil der Szene. Dazu kamen Exoten wie B.R.M., Repco oder Weslake. Später auch Matra und Tecno.

Autofirmen bissen erst in der Turbo-Ära an

Im Verlauf der sogenannten Dreiliter-Formel, die 23 Jahre lang galt, gab es V8, V12 und H16-Motoren. Erst elf Jahre nach Einführung der Dreiliter-Formel erinnerte sich Renault an die in Vergessenheit geratene Turbo-Option.
 
Das war der Startschuss für eine Flut von Herstellern in der Königklasse. BMW, Porsche und Ford bauten Turbomotoren. Honda und Alfa Romeo kehrten zurück. Der Wunsch der FIA war erst mit großer Verspätung in Erfüllung gegangen. Mit einem Motorkonzept, an das zunächst keiner dachte.

Vom Turbo zum großvolumigen Saugmotor

Auch 1989 ging der Plan der FIA erst mit Verzögerung in Erfüllung. Turbomotoren wurden verboten, weil sie im Serienbau kaum zu sehen waren. Damals protzten die Premiumhersteller mit Hubraum und PS. Für die 3,5 Liter Saugmotoren in der Formel 1 interessierten sich zunächst nur die Firmen, die sowieso schon da waren: Ferrari, Honda, Renault, Ford. Dann folgten die Bastler wie Lamborghini, Judd, Hart, Yamaha oder Subaru.

Erst Mitte der 90er Jahre zog das Interesse an. Mercedes kam dazu, dann Peugeot, BMW und Toyota. Als auf der Straße verbrauchsarme Motoren in Mode kamen, verschwanden alle bis auf Ferrari, Mercedes und Renault wieder.

Die neue Motorenformel 2014 ist der dritte Versuch der FIA den Herstellern eine Spielwiese zu bieten. Effizienz ist Trumpf. Bislang nahm nur Honda die Einladung an. BMW, Toyota, Hyundai, Audi oder Porsche sollen aber in den Startlöchern stehen. Der VW-Konzern wartet eigentlich nur eines ab. Dass Bernie Ecclestone geht. Es heißt, der VW-Pate Ferndinand Piëch habe ein Problem mit dem Formel 1-Zampano.

In unserer Bildergalerie nehmen wir Sie mit auf eine Zeitreise durch die verschiedenen F1-Motorgenerationen. In unserem Video stellen wir Ihnen den neuen Mercedes V6 Turbo für die Saison 2014 genauer vor.

Motoren in der Formel 1

  • 1950-1951: 4,5 Liter Saugmotor oder 1,5 Liter mit Kompressor
  • 1952-1953: 2,0 Liter Saugmotor oder 500 ccm mit Kompressor
  • 1954-1960: 2,5 Liter Saugmotor oder 750 ccm mit Kompressor
  • 1961-1965: 1,3 bis 1,5 Liter Saugmotor, Aufladung verboten
  • 1966-1985: 3,0 Liter Saugmotor oder 1,5 Liter mit Turbolader (1984-1985 max. 220 Liter Benzin)
  • 1986: 1,5 Liter mit Turbolader, Saugmotoren verboten (max. 195 Liter Benzin)
  • 1987-1988: 3,5 Liter Saugmotor oder 1,5 Liter mit Turbolader (1987 max. 195 Liter Benzin, 1988 max. 150 Liter Benzin)
  • 1989-1994: 3,5 Liter Saugmotor, max. 12 Zylinder
  • 1995-2005: 3,0 Liter Saugmotor (ab 2000 max. 10 Zylinder)
  • 2006-2013: 2,4 Liter V8-Saugmotor (2009 und ab 2011 mit MGU-K)
  • ab 2014: 1,6 Liter V6-Turbomotor mit MGU-K und MGU-H

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