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Vierte Grand Prix-Unterbrechung

Zwei Stunden Pause in Montreal

Sebastian Vettel Foto: dpa 62 Bilder

Nach schwerem Regen musste der GP Kanada für zwei Stunden unterbrochen werden. Nicht das erste Mal in der Formel 1. Schon vier Mal wurden rote Flaggen während eines Grand Prix-Rennens geschwenkt.

12.06.2011 Michael Schmidt

In der 19. Runde des GP Kanada öffnete der Himmel über Montreal seine Schleusen. Bis dahin hatte es lediglich leicht getröpfelt. Die Rennleitung schickte sofort das Safety-Car auf die Strecke. Zum dritten Mal an diesem Tag. Sebastian Vettel berichtete am Funk: "Absolut unfahrbar." Fünf Runden später zückte die Rennleitung die rote Flagge. Erst nach zwei Stunden ging es weiter. Schon zum vierten Mal in der Geschichte wurde ein Formel 1-Rennen unterbrochen.

Die Regel kam erstmals 2007 am Nürburgring zur Anwendung. Aus dem gleichen Grund wie in Montreal. Ein Wolkenbruch überschwemmte die Piste. 2010 wurde die GP-Premiere in Korea wegen Dauerregens nach wenigen Runden hinter dem Safety-Car gestoppt und fast eine Stunde später wieder gestartet. Die letzte erzwungene Rennpause liegt erst 14 Tage zurück. Der GP Monaco fand in zwei Teilen statt. Nach einer Kollision in der Schwimmbadschikane brauchte Vitaly Petrov medizinische Hilfe. 21 Minuten später folgte ein Sieben-Rundensprint.

Gleiche Situation wie in Malaysia 2009

Die Sintflut von Montreal erinnert an den GP Malaysia 2009. Damals musste FIA-Rennleiter Charlie Whiting den Grand Prix abbrechen, weil es bereits dunkel wurde. Es gab nur halbe Punkte. Mit 31 Runden war nur etwas mehr als die Hälfte der Renndistanz zurückgelegt worden. Die Statuten besagen, dass Whiting das Rennen neu starten muss, solange irgendeine Möglichkeit dazu besteht.

Da der GP Kanada bereits um 13 Uhr Ortszeit gestartet wurde, hätte es schon vier Stunden durchregnen müssen, um einen kompletten Abbruch zu erzwingen. Ein Problem machte die Drainage. Im Bereich der Haarnadel stand das Wasser knöcheltief. Feuerwehrautos wurden losgeschickt, um das Wasser aus der Sumpflandschaft im Innenbereich der Strecke abzupumpen.

"Wir werden das Rennen neu starten, sobald es sicher ist und soweit wir absehen können, dass wir es zu Ende bringen können, bevor es dunkel wird", erklärte Whiting schon vor dem Rennen. Egal wie lange die Unterbrechnung dauert. 2010 in Korea war es beim Zieleinlauf so dunkel, dass die Fahrer Mühe hatten, die Strecke zu sehen.

Wechsel auf Intermediates spaltet das Feld

Die ersten 24 Runden in Montreal boten bereits gute Unterhaltung. Wer zwei Mal stoppte, war der Dumme. Fernando Alonso, Jenson Button, Nico Rosberg, Michael Schumacher, Rubens Barrichello und Pastor Maldonado wechselten von Regen auf Intermediates und wieder zurück. Sie alle sackten in der Rangliste weit ab. Der Trainingszweite Alonso liegt jetzt auf Platz acht, Button auf Rang zehn, die Mercedes-Fahrer auf den Positionen elf und zwölf.

Richtig gepokert hatten Sebastian Vettel, Kamui Kobayashi und Felipe Massa. Vettel und Massa warteten den großen Regen ab und holten sich dann neue Regenreifen. Dank des Safety-Cars hielten sie ihre Positionen. Sauber verzichtete komplett auf Boxenstopps. Kobayashi sprang von Platz 13 auf zwei, Pedro de la Rosa von Rang 17 auf neun. Auch Renault steht ohne Boxenstopps auf den Plätzen vier (Heidfeld) und fünf (Petrov) gut da.

Setup-Vorteile werden egalisiert

Die Rennpause ermöglichte es den Teams alles zu tauschen bis auf Flüssigkeiten. Auch Kobayashi konnte neue Regenreifen aufziehen und war nach dem Neustart gleich gut bestückt wie Vettel und Massa. Wer mit zu wenig Flügel für ein Trockenrennen unterwegs war, konnte den Abtrieb erhöhen.

Damit war der Vorteil des verbleibenden McLaren von Button mit seinem Flügel für viel Abtrieb dahin. Und auch Nick Heidfeld und Timo Glock konnten im zweiten Teil nicht mehr von ihrem Regen-Joker profitieren, den sie in der Hoffnung auf ein Regenrennen gesetzt hatten.

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