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Regenlotterie von Spa

Hamiltons Glückszahlen sind 3,55 und 0,021

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 24. August 2013 Foto: xpb 66 Bilder

Lewis Hamilton hatte bei dem Qualifikations-Krimi von Spa großes Glück. Der Trainingsschnellste rutschte mit 0,021 Sekunden Vorsprung auf Nico Hülkenberg ins Q3. Und er kam 3,55 Sekunden vor der Zielflagge über die Linie. Zeit für eine weitere Runde. Das war die Pole Position. Es konnte aber auch ganz anders laufen. Wer waren die Glücksritter, wer die Pechvögel?

24.08.2013 Michael Schmidt

Im letzten Abschnitt der Qualifikation ging es für acht der zehn Fahrer um Sekunden. Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Mark Webber kamen knapp vor der Schachbrettflagge über die Ziellinie. Das gab ihnen eine weitere Runde auf einer Strecke, die immer mehr abtrocknete. Es ist kein Zufall, dass die Drei die ersten drei Positionen in der Startaufstellung einnehmen.

Lewis Hamilton hatte das meiste Glück. Er ging 3,55 Sekunden vor Torschluss über den Zielstrich. Bei Vettel waren es 7,2 Sekunden, bei Webber 15,3 Sekunden. Fünf andere Fahrer ärgerten sich. Kimi Räikkönen verpasste die gewinnbringende Zusatzrunde um drei Sekunden, Fernando Alonso um acht, Nico Rosberg um neun, Romain Grosjean um 16 und Jenson Button um 19.

Hamilton konnte seine Reifen nicht schonen

Hamilton hatte noch in einem weiteren Punkt Glück. Der Mercedes-Pilot wäre im Q2 fast durch den Rost gefallen. Er stieß Nico Hülkenberg mit der Winzigkeit von 0,021 Sekunden auf Platz 11. Teamchef Ross Brawn wehrte alle Schulterklopfer ab: "An Tagen wie diesen, lässt sich nicht alles planen. Es wäre vermessen zu sagen, dass wir Lewis so spät wie möglich über die Linie bringen wollten. So etwas kann auch schiefgehen. Du bleibst einmal im Verkehr stecken und schaffst es eben nicht mehr über den Zielstrich."

"Wir wussten bei Lewis, dass es knapp wird. Er musste in allen Runden attackieren und konnte auf seine Reifen für den letzten Anlauf keine Rücksicht nehmen." Ganz anders als Mark Webber. Der Australier hatte mehr Luft. "Ich konnte meine Reifen für diese letzte Runde schonen." Aber vielleicht war Webber gerade die entscheidenden zwölf Sekunden zu früh dran in dieser letzten Runde. Er fuhr für Vettel und Hamilton in seinem Rücken die Ideallinie trocken.

Wetterkapriolen von Spa unberechenbar

Das Ardennenwetter stellte die Strategen vor eine fast unlösbare Aufgabe. "Zwei Regenschauer wurden angekündigt, sind aber nicht gekommen. Einer hat sich unangekündigt über der Strecke entladen. Und wieder ein anderer ist in letzter Sekunde abgebogen", beschreibt Brawn die Schwierigkeiten, in Spa das Wetter vorherzusagen.

Die Glücklichen hätten genauso gut Paul di Resta oder Felipe Massa heißen können. Di Resta ging als einziger der Top Ten auf Intermediates in die letzten zehn Minuten und erwischte deshalb den trockensten Moment der ersten sechs Minuten. Zu der Zeit standen seine Kollegen an der Box und tauschten wegen des aufkommenden Regens Trockenreifen gegen Intermediates ein.

Bei Massa hatte es Ferrari besonders eilig. Der F138 wurde gar nicht mehr aufgetankt. Das sparte Zeit, um die Runde noch zu beenden, bevor der Regen zu stark wurde. Es bedeutete aber auch, dass diese Runde die letzte für Massa sein würde.

Der Plan schien aufzugehen. Massa war schneller als alle, die ihm folgten. Doch dann wurde der Brasilianer bis auf Platz 10 durchgereicht. Weil der Regen stoppte und die Bahn so schnell abtrocknete, wie es keiner erwartet hatte. "Wir haben gepokert und verloren", zuckte Massa mit den Schultern. "Ich hätte auch der Held sein können."

Willians und Toro Rosso pokerten falsch

Schon im Q1 konnte man ziemlich viel falsch machen. Toro Rosso und Williams haben es bewiesen. Beide Teams blieben mit beiden Fahrzeugen in der ersten Qualifikationsrunde hängen. Das gleiche passierte Esteban Gutierrez. Caterham und Marussia, normalerweise Kandidaten für die letzten Startplätze, überrumpelten die Arrivierten mit Slicks. In der allerletzten Runde von Q1 passten die Bedingungen.

Giedo van der Garde fuhr sogar auf den dritten Platz. "Wir hätten ein Auto auf Slicks, das andere auf Intermediates setzen sollen", gab der neue Williams-Technikchef Pat Symonds zu. Auch bei Toro Rosso sparte man nicht mit Selbstkritik. "Das Team hat einen klaren Fehler gemacht", schimpfte Jean-Eric Vergne. "Wir haben viel zu früh auf Intermediates gewechselt. Etwas später, und ich wäre locker durchgekommen. Ich hatte heute den Speed für das Q3."

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