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Regenmeister Schumacher

Zwei Crashs in sieben Tagen

Michael Schumacher - Mercedes - Formel 1 - GP Ungarn - Budapest - 27. Juli 2012 Foto: dpa 99 Bilder

Michael Schumacher stopfte seinen Silberpfeil im Ungarn-Training auf nasser Fahrbahn in die Bande. Eigentlich keine besondere Sache, wenn ihm nicht schon vor sieben Tagen in Hockenheim ein ähnliches Missgeschick unterlaufen wäre. Was ist los mit dem Regenmeister?

27.07.2012 Tobias Grüner

Die Briten nennen Michael Schumacher ehrfürchtig "The Rainmaster" - den Regenmeister. Nicht nur seinen Fans sind die früheren Husarenritte des Rekordchampions auf feuchter Strecke noch gut in Erinnerung. Seinen ersten Sieg überhaupt, 1992 in Spa, mit unterlegenem Benetton, feierte er natürlich im Regen. Formel 1-Geschichte schrieb Schumi auch 1995, an gleicher Stelle in Belgien, als er von Startplatz 16 zum Sieg stürmte. Ebenfalls auf nasser Piste.

Und auch beim Grand Prix von Spanien 1996 mussten die Regenreifen ausgepackt werden, als Schumacher die Ferrari-Fans mit seinem ersten Sieg für die Scuderia zum Jubeln brachte. Wenn es rutschig wurde, fuhr Schumacher regelmäßig eine Klasse besser, als es sein Auto zuließ.

Wird Schumacher seinem Ruf nicht mehr gerecht?

Doch nach dem Comeback konnten die Fans noch keine große Regenschlacht des Regenmeisters feiern. Zuletzt geriet der Ruf sogar etwas ins Wanken. In Hockenheim rutschte Schumacher im Freien Training eingangs Motodrom auf den feuchten Kerbs aus und drehte sich in die Bande. Nur sieben Tage später unterlief dem Mercedes-Pilot in Ungarn ein ähnliches Missgeschick, als er mit Aquaplaning in die Reifenstapel schlidderte.

Der Schaden hielt sich zum Glück in Grenzen. Mit 60 km/h war die Aufprallgeschwindigkeit nicht besonders hoch. Außer dem Frontflügel ging nichts zu Bruch. "Keine große Sache", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Es hat ihn vielleicht zehn Runden gekostet. Das Auto ist morgen wieder in Ordnung." Die zwei Reparaturen in einer Woche dürfte das Werksteam finanziell verkraften.

Schumacher sieht Abflug gelassen

Und was sagte Schumi zu seinem Abflug? "Die Räder haben einfach blockiert und dann ist mir die Straße ausgegangen. Bei Aufprall in die Reifen, habe ich den Frontflügel verloren. Darüber hinaus ist aber wohl nichts am Auto kaputt. So etwas passiert, wenn ein Regenschauer plötzlich auf eine trockene Strecke trifft."

Kritik muss sich Schumi vor allem für die Reifenwahl gefallen lassen. Der Intermediate war für die sehr nassen Bedingungen direkt nach dem Schauer nicht die ideale Option um es vorsichtig auszudrücken. Andere Piloten hatten selbst mit den richtigen Regenreifen Probleme, auf der Piste zu bleiben.

Die Fans sollten sich wegen den beiden kleinen Konzentrationsfehlern keine großen Sorgen machen. In Silverstone und Hockenheim hatte Schumi zuletzt eindrucksvoll bewiesen, dass er nichts verlernt hat. Bei nassen Bedingungen im Qualifying fuhr er jeweils auf Startplatz drei. Dummerweise schien danach jedes Mal am Rennsonntag die Sonne auf den Regenmeister.

Alle Bilder zu Schumis Regencrash finden Sie in unserer Fotogalerie vom Trainingsfreitag.

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