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Mercedes GP erneut mit Reifenproblemen

Weiter Rätselraten in der Silber-Garage

Ross Brawn Mercedes GP Foto: Mercedes GP 25 Bilder

Das neue Aerodynamikpaket sollte Mercedes eine halbe Sekunde bringen. Und für die Reifenprobleme von Montreal schien es Lösungen zu geben. Doch der Verdacht der Techniker war falsch. Schlimmer noch: Die Reifenprobleme maskieren jeden Fortschritt mit dem Auto.

26.06.2010 Michael Schmidt

Der GP Europa begann für Mercedes nach Maß. Bei den Dauerläufen am Freitag zählten die Silberpfeile zu den schnellsten Autos im Feld. "Ich sehe nicht viele, die besser unterwegs sind als wir", freute sich Mercedes-Rennleiter Norbert Haug nach den ersten beiden Trainingssitzungen von Valencia. Doch die Nagelprobe stand noch bevor. Wie würde das im Heck umgebaute Auto mit neuen Reifen in der Qualifikation abschneiden?

Die Daten versprachen für die neue Auspufflösung, die die Auspuffgase direkt auf den Diffusor und drei kleine Miniflügel bläst, ungefähr eine halbe Sekunde. Für den Einbruch im Abschlusstraining von Montreal schien es eine logische Erklärung zu geben. "Wir haben die Reifen falsch behandelt. Im Zusammenspiel mit höheren Temperaturen verloren wir Grip", blickte Teamchef Ross Brawn zurück.

Mercedes ratlos wie nie zuvor

Das sollte in Valencia kein zweites Mal passieren. Doch am Ende der Qualifikation stand man im Mercedes-Camp so ratlos wie zuvor da. "Es war wie eine Kopie von Kanada", beschrieb Brawn die Startplätze 12 und 15 für Nico Rosberg und Michael Schumacher. Die Temperaturen zogen an, die superweichen Reifen waren brandneu, und die Fahrer rutschten wie auf rohen Eiern herum.

"Wir bringen die Reifen einfach nicht an ihr Limit und wir profitieren weniger als andere davon, wenn wir von hart auf weich wechseln", resümierte Schumacher. Der 257-fache GP-Teilnehmer wechselte für seinen letzten Qualifikationsversuch sogar auf die harte Mischung zurück, nur um sich zu beweisen, was er vorher schon wusste: "Auf den harten Reifen fühlte sich das Auto besser an."

Erkenntnisse aus Montreal wertlos

Ross Brawn musste nach dem enttäuschenden Trainingsresultat zugeben: "Unsere Erkenntnisse von Montreal haben sich als wertlos erwiesen. Die Reifen kommen erst nach drei bis vier Runden in ihr Arbeitsfenster." Nico Rosberg sprach aus der Sicht des Fahrers: "Wenn der Grip fehlt, habe ich kein Vertrauen ins Auto. Ich hätte so einen Absturz von Freitag auf Samstag nicht erwartet."

Das Frustrierende ist, dass es im Rennen vermutlich wieder so gut wie am Freitag laufen wird, man sich aber durch schlechte Startplätze selbst bestraft hat. Woraus Schumacher schließt: "Unser Auto hat Potenzial. Es ist nur nicht in Harmonie mit den Reifen."

Erfolg des Update-Pakets lässt sich schwer bemessen

Der dramatische Einfluss der Reifen macht es für die Ingenieure in Brackley doppelt schwer, den Fortschritt des neuen Aerodynamikpakets zu bewerten. Ross Brawn verrät: "Wir hatten zunächst den Plan, eine alte und neue Version nach Valencia zu bringen, um einen direkten Vergleich zu ziehen. Das schafft aber logistische Probleme. Aufgrund der Daten sind wir trotzdem überzeugt, dass der neue Weg der richtige ist."

Weil wie befürchtet an einigen Komponenten deutliche Hitzespuren gefunden wurden, musste Mercedes seine Evolution in einigen Punkten nachbessern. Die Öffnungen um den Auspuff herum wurden größer, und es wurden mehr Isolierungen angebracht. "Das ist der Preis, wenn man nicht testen kann", bedauerte Brawn. "Die Umbaumaßnahmen haben sicher etwas von dem prognostizierten Fortschritt aufgefressen." Der Chef beruhigte: "Bis zum nächsten Rennen in Silverstone haben wir das im Griff."

Silverstone ist ein anderer Streckentyp. Da werden Mercedes, Ferrari und Renault von ihrer Red Bull-Kopie nicht in gleichem Maße profitieren wie in Valencia. "Der Vorteil der neuen Anordnung mit dem Auspuff und dem Diffusor", bestätigt Haug, "wirkt hauptsächlich in langsamen und mittelschnellen Passagen."

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