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GP Kanada

Reifen bringen Spannung: Pirelli steht als Sieger da

Michael Schumacher

Alle schwärmen vom GP China. Und alle loben Pirelli. Spannung von Anfang bis Ende, Überholmanöver zuhauf. Der Preis dafür ist, dass die Rennen immer schwieriger zu erklären sind. Auch Insider haben Mühe. Pirelli-Sportchef Paul Hembery lag mit seiner Prognose total daneben.

Sie haben es vielleicht im auto motor und sport-Liveticker gelesen. Wir haben Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery in der Startaufstellung nach seiner Reifenprognose gefragt. Der Engländer prophezeite ein Zweistopprennen für den Großteil der Teilnehmer. "Ein paar Fahrer ab Platz elf werden es sogar mit einem Stopp versuchen. Vettel tippe ich auf ein Dreistopprennen, weil er den Speed hat, das umzusetzen."

Es kam alles anders als es Hembery vorausgesagt hat. Drei Stopps waren der Matchwinner. Vettel beschränkte sich auf zwei. Und mit einem Stopp kam nur Hispania-Fahrer Narain Karthikeyan über die Distanz. Lediglich mit einem Tipp hatte der Pirelli-Mann Recht: "Webber kann mit einer klugen Dreistoppstrategie auf das Podest fahren." Genauso kam es.

Reifenverschleiß stärker als erwartet

Wir haben Herrn Hembery nach dem Rennen mit seiner Aussage konfrontiert. Pirellis Reifenpapst gab zu, sich geirrt zu haben. "Wir dachten nach den Erfahrungen von Melbourne und Sepang, dass die Strecke sich über die Tage mehr verbessert hätte. Tatsächlich aber war das nicht der Fall. Die Reifen haben deshalb stärker abgebaut als prognostiziert."

Schuld daran war vermutlich das dürftige Rahmenprogramm in Shanghai. Nur der Porsche-Cup tapezierte seinen Gummi in die Fahrbahn. Auch die Teams haben sich zum Teil verkalkuliert. "Einige haben zu früh, andere zu spät gestoppt", analysierte Hembery. Rosberg stoppte beim ersten Mal eine Spur zu früh, Vettel, Button und Hamilton um mindestens eine Runde zu spät. Dafür war Vettel beim zweiten Boxenhalt wieder etwas zu zeitig an der Box. Sein letzter Reifensatz musste sieben Runden länger halten als der von Lewis Hamilton.

Pirelli liefert bestellte Reifen

Pirelli fühlt sich trotzdem als Sieger. Bernie Ecclestone wünschte sich kurzlebige Reifen, Pirelli lieferte, und es funktioniert. Wieder gab es eine Inflation an Boxenstopps. 58 an der Zahl. Die unterschiedlichen Mischungen mit 1,5 Sekunden zwischen hart und weich, gebrauchte und neue Reifensätze sorgten für große Zeitdifferenzen und tolle Überholmanöver. Sogar an Stellen, wo bislang nie überholt wurde.

Nico Rosberg überrumpelte Fernando Alonso vor der Zielkurve. Lewis Hamilton schnappte sich Jenson Button in der Schneckenkurve. Und der China-Sieger ging im entscheidenden Manöver in der ultraschnellen Kurve 7 an Vettel vorbei. Alles Stellen, an denen der Heckflügel gar nicht aktiviert werden durfte. Das führt zu dem Schluss, dass man die Heckflügelverstellung womöglich gar nicht braucht. Die Reifen leisten den größeren Beitrag.

Whitmarsh freut sich über bessere Show

McLaren-Chef Martin Whitmarsh stellte Pirelli ein großes Lob aus. "Die Zuschauer haben sich eine bessere Show gewünscht. Wir haben mit Hilfe von Pirelli, dem Heckflügel und KERS versucht, das abzuliefern. Wer sich nach diesem Grand Prix über ein langweiliges Rennen beschwert, dem ist nicht zu helfen."

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Michael Schmidt

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Red Bull Webber Formel 1 Test Barcelona 2011 Wie viele Reifenwechsel finden Sie pro Rennen ideal?
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