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Reifenkrieg in Monza

Pirelli will Teams zur Vernunft bringen

Paul di Resta - Verbremser Foto: Pirelli 66 Bilder

Die Reifen-Saga geht in die zweite Runde. Pirelli will in Monza unbedingt verhindern, dass die Teams beim Radsturz zu viel Risiko gehen. Mit der FIA sucht man nun nach Wegen, wie man eine gefährliche Blasenbildung wie in Spa verhindern kann.

09.09.2011 Tobias Grüner

Die Pirelli-Reifen spielen mal wieder die Hauptrolle. Auf der Highspeed-Strecke in Monza sind die Gummis extrem gefordert. Die hohen Asphalttemperaturen erhöhen die Belastung noch zusätzlich. Wie Pirelli-Sportchef nach dem Trainingsfreitag bestätigte, waren an einigen Autos schon wieder Blasen zu erkennen.

Pirelli will keine Reifenplatzer riskieren

"Ich wäre überrascht, wenn die Longruns keine Spuren hinterlassen würden", versucht der Brite das Problem nicht zu überdramatisieren. "Manche Teams hatten gar keine Probleme, manche hatten etwas mehr - wir haben heute das volle Spektrum gesehen. Auch was die Verteilung der Blasen an den Reifen anbetrifft, gab es kein klares Bild. Das war je nach Team unterschiedlich."

Blasen an den Reifen sind für Monza nichts Ungewöhnliches. Sie treten bei Überhitzung des Gummis an der Lauffläche auf. Kritisch wird es, wenn größere Gummiblöcke herausgerissen werden und die Karkasse beschädigt wird. Dann droht ein Reifenplatzer. Bei Geschwindigkeiten bis zu 340 km/h in Monza will man so etwas unter allen Umständen verhindern.

Limit für den Radsturz wird bestätigt

Pirelli hat auch schon das passende Rezept parat: "Die Teams müssen einfach ihr Setup anpassen", so Hembery. Wichtig ist hier vor allem die Neigung der Reifen, der so genannte Radsturz. Pirelli hat vor dem Monza-Wochenende die Empfehlung herausgegeben, den Neigungswinkel von 3,25 Grad nicht zu überschreiten. Je größer die Neigung, desto weniger Gummi liegt auf der Geraden auf dem Asphalt auf. Allerdings wird damit auch der Grip in den Kurven erhöht.

"Wir hatten zunächst befürchtet, dass wir etwas zu konservativ waren und dass das zu anderen Problemen führen könnte", gibt Hembery zu. "Aber jetzt haben wir den Teams das Limit von 3,25 Grad noch einmal bestätigt."

Doch im Freien Training am Freitag scheinen sich nicht alle Teams an die Empfehlung der Reifenspezialisten gehalten zu haben. "Die Teams haben viel ausprobiert", grinst Hembery gequält aber vielsagend. "Das überrascht mich aber nicht."

FIA soll Sturzwerte über 3,25 Grad verbieten

Pirelli will sich nicht einfach damit abfinden, dass die Teams Reifenplatzer riskieren. "Auf dieser Highspeed-Strecke und bei den Temperaturen sind die Reifen sehr anfällig für Blasen. Wir halten es deshalb für sicherer, darauf zu bestehen, dass es eingehalten wird." Der Gummi-Ausrüster kann die Teams aber nicht dazu zwingen. Das kann nur der Weltverband.

"Wir sprechen am Abend mit der FIA", bestätigte Hembery. Zusammen mit den Gesetzeshütern sollen die Teams zur Vernunft gebracht werden. Schon am Samstag könnte eine Direktive für den Rest des Monza-Wochenendes in Kraft treten, die Sturzwerte von mehr als 3,25 Grad verbietet. Die FIA-Kommissare würden dann nach dem Qualifying und nach dem Rennen messen.

Pirelli mit Reifenwahl für Monza zufrieden

Wäre das unsägliche Blasen-Thema nicht, wäre die Pirelli-Welt beim Heimspiel in Monza in Ordnung. Die Wahl der beiden Mischungen scheint perfekt aufzugehen. "Der Unterschied liegt bei 0,8 bis 1,1 Sekunden, je nach Team", analysiert Hembery. Damit liegt man genau im Zielbereich von einer Sekunde. "Wir haben festgestellt, dass die Differenz bei wärmeren Bedingungen nicht so hoch ist", freute sich der Engländer.

Der Sportchef erwartet, dass seine Reifen im Rennen zur Spannung beitragen: "Es wird interessant zu sehen, welche Strategie die Teams fahren. Man könnte versuchen, mit dem weichen Reifen mehrere kurze Sprints zu fahren. Als Alternative wäre es auch denkbar, sich auf dem härteren Reifen zu qualifizieren, um mit viel Sprit an Bord darauf zu starten. Dann könnte man den weicheren Reifen am Ende des Rennens mit einem leichteren Auto voll ausnutzen. Die würden dann länger halten und nicht so schnell Blasen zeigen."

Der weiche Reifen hält laut Pirelli-Analysen unter Rennbedingungen 15 bis 18 Runden durch. Die wahrscheinlichste Strategie ist somit ein zwei Stopp-Rennen.

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