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Reifen-Probleme in Monza

FIA schreibt Radsturz vor

Pirelli-Reifen - GP Italien - 8. September 2011 Foto: Grüner 66 Bilder

Nach den ersten beiden Trainingssitzungen am Freitag in Monza kamen viele Autos mit Blasen an den Reifen an die Boxen zurück. Erneut hatten einige Teams mit mehr Radsturz experimentiert als von Pirelli empfohlen. Die FIA macht dem Spuk jetzt ein Ende. Ab sofort ist die Empfehlung Pflicht.

10.09.2011 Michael Schmidt

Die Formel 1-Teams bekamen am Samstagmorgen um 7.43 Uhr Post von FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Darin kündigte der Weltverband an, dass nach dem Abschlusstraining an sämtlichen Autos der Radsturz gemessen werde. Wer außerhalb der Empfehlungen von Pirelli liegt, wird auf der Basis von Paragraf 2.3 des Technischen Reglements den Rennkommissaren gemeldet.

Sturzwerte müssen eingehalten werden

Das Reglement besagt, dass die Kommissare ein Auto, das eine gefährliche Konstruktion darstellt, jederzeit aus dem Rennen nehmen können. Pirelli hatte für Monza die Radsturzwerte gegenüber Spa noch einmal deutlich reduziert. 3,25 Grad an der Vorderachse, 2,0 Grad an der Hinterachse.

Nach den beiden Trainingssitzungen am Freitag waren erneut diverse Autos nach ihren Dauerläufen mit Blasen an den Reifen an die Boxen zurückgekommen. Querbeet, vorne und hinten, mit der weichen und harten Mischung. Einige Teams hatten wieder Pirellis Empfehlung in den Wind geschlagen und waren mit dem Radsturz über die vorgeschriebenen Grenzwerte gegangen. Pirelli-Sportdirektor führt aber auch andere Gründe ins Feld. "Bei manchen Autos war auch eine nicht optimale Fahrzeugbalance schuld."

Top Ten-Piloten starten mit angefahrenen Reifen

Auch ein zu aggressives Anfahren der Reifen kann dem Gummi schaden. Hembery empfiehlt, in den ersten zwei Runden vorsichtig mit den Reifen umzugehen. "Wer zu wild loslegt, zahlt später einen Preis dafür." Das ist in der Qualifikation leichter gesagt als getan. Da will jeder sofort das Maximum aus dem Reifen herausholen. Und die Top Ten müssen auf den Reifen starten, mit denen sie ihre schnellste Rundenzeit erzielt haben. Das kann zum Problem werden, denn die vollgetankten Autos belasten vorbeschädigte Reifen noch mehr.
 
Die Fahrer ab Platz elf haben es leichter, räumt Hembery ein: "Ich kann mir vorstellen, dass einige davon mit harten Reifen losfahren." Der Unterschied in der Rundenzeit zwischen "soft" und "medium" beträgt je nach Auto zwischen 0,8 und 1,1 Sekunden.

Hembery machte jedoch klar, dass die Blasenbildung nach ersten Untersuchungen nicht zu Reifenschäden führen wird. "Wir haben das unter Kontrolle." Die FIA lässt sich dennoch auf kein Risiko ein.

Teams müssen der FIA Radsturz melden

Damit es keinem einfällt zu schwindeln, wurden bestimmte Vorkehrungen getroffen. Weil es im Parc fermé dazu führen kann, dass beschädigte Aufhängungsteile getauscht werden müssen, bat der Technische Delegierte Jo Bauer die Teams, ihm die Fahrwerkseinstellung der Qualifikation in einem geschlossenen Umschlag auszuhändigen. Um bei einer Reparatur nachprüfen zu können, ob am Radsturz Änderungen zwischen Training und Rennen vorgenommen wurden.

Monza wird in Sachen Radsturz kein Einzelfall bleiben. Pirelli hat bereits mit der FIA abgeklärt, dass auch beim Grand Prix von Japan Setup-Werte vorgegeben werden, deren Einhaltung von den Kommissaren überprüft wird. Pirelli sieht auch auf der Strecke von Suzuka, die eine ganze Reihe schneller Kurven aufweist, erhöhte Gefahr für die Gummis.

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