Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Hamilton, der Reifenflüsterer

Einstopp-Rennen der Schlüssel zum Sieg

Hamilton - Vettel - GP Kanada 2016 - Montreal Foto: sutton-images.com 65 Bilder

Der GP Kanada ist traditionell ein Einstopp-Rennen. Doch die tiefen Temperaturen machten daraus eine Fahrt ins Ungewisse. Aus den Top Ten kamen nur Lewis Hamilton und Valtteri Bottas mit einem Stopp über die Runde. Das Resultat zeigt, dass sie richtig gepokert hatten.

13.06.2016 Michael Schmidt 1 Kommentar

Die Pirelli-Reifen sind eine Wundertüte. Man weiß nie genau, wie sie funktionieren werden. Vielleicht macht genau das den Reiz aus. Traditionell ist der GP Kanada ein Einstopp-Rennen. Auch mit einem Start auf Pirellis weichster Reifenmischung Ultrasoft. Lewis Hamilton hat gezeigt, dass man damit 24 Runden weit kommt.

Ein Zweistopp-Rennen wäre zwar in der Theorie schneller gewesen, aber nur wenn man immer freie Fahrt hat. Und dafür gibt es keine Garantie. Das Resultat ließ keinen Zweifel offen, welche Strategie die richtige war. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas fuhren mit einem Stopp auf die Plätze 1 und 3. Hätte sich Daniel Ricciardo in der ersten Kurve nicht den rechten Vorderreifen eckig gebremst, wäre auch er das Rennen auf dem zweiten Reifensatz zu Ende gefahren. Und hätte es statt Bottas auf Platz 3 beendet.

Die große Unbekannte war die härteste der drei Mischungen. Die Longruns am Freitag fanden bei 43 Grad Asphalttemperatur statt. Am Sonntag wurden zwischen 18 und 22 Grad auf dem Streckenbelag gemessen. Kühle Temperaturen tun den Pirelli-Sohlen normalerweise gut. Weil dann nicht die Gefahr besteht, dass sie überhitzen. Lewis Hamilton und Sebastian Vettel strahlten nach dem Rennen um die Wette, und das hatte nicht nur etwas mit ihrem Resultat zu tun. „Das war endlich wieder mal ein echtes Rennen. Ich bin die letzten 30 Runden voll gefahren, und die Reifen haben nicht nachgelassen“, freute sich Vettel.

Alonso bestätigt Mercedes: Der Reifen hält durch

Mercedes hatte nach dem Freitagstraining ausgerechnet, dass ein Satz Soft 48 Runden halten müsste. Hamilton hatte nach seinem Boxenstopp in der 24. Runde noch eine Restdistanz von 46 Runden zu überstehen. Das zeigt, wie knapp an der Spitze des Feldes kalkuliert wird, um am Ende die Nase vorne zu haben. Ferrari traute sich diese Laufzeit nicht zu. „Ein Zweistopp-Rennen war immer unser Plan A“, sagte Teamchef Maurizio Arrivabene. Nach dem Rennen ist man immer schlauer. Hamilton meinte: „Ich hätte noch 10 Runden länger fahren können.“ Vettel bestätigte: „Unsere Reifen hätten auch so lange gehalten wie bei Lewis. Aber da steckst du vorher nicht drin.“

Auch für Mercedes war der zweite Teil des Rennens eine Reise ins Ungewisse. „Wir waren uns erst 10 Runden vor Schluss sicher, dass es reicht“, bestätigte Teamchef Toto Wolff. Mercedes orientierte sich an Fernando Alonso, der bereits in Runde 17 auf Soft-Reifen gewechselt hatte und 10 Runden vor Rennende für seine Verhältnisse immer noch flott unterwegs war. Und auch an Nico Rosbergs Reifensatz, den die Ingenieure sofort inspizierten, als er ihn nach dem Reifenschaden in der Box ablieferte. „Anhand der Temperaturen und Abnutzung konnten wir hochrechnen, dass es bei Lewis reichen wird.“

Stewart: „Eines der besten Rennen von Lewis“

Trotzdem zeigte sich erneut, dass Lewis Hamilton ein Reifenflüsterer sein kann, wenn es von ihm verlangt wird. Der Engländer wird oft zu Unrecht als Vollgastier abqualifiziert. Es gibt kaum einen Fahrer im Feld, der so viel Gefühl für die Reifen entwickelt. Formel 1-Legende Jackie Stewart applaudierte: „Das war eines der besten Rennen, das ich von Lewis gesehen habe.“ Und auch Gerhard Berger zog den Hut: „Lewis ist einfach ein außergewöhnliches Talent. Vom Fahrgefühl und Instinkt her wahrscheinlich der beste im Feld.“ Und Lauda verstieg sich sogar zu der Aussage: „Das Rennen hat uns allein der Loisl gewonnen. Weil er alles richtig gemacht hat.“

Schon in Monte Carlo zeigte Hamilton seine Qualitäten beim Reifenmanagement. Da brachte er einen Satz Ultrasoft über 47 Runden. „Das war im Vergleich zu Montreal die schwierigere Aufgabe“, räumte Hamilton ein. „Bei so kalten Bedingungen wie heute, sind die Reifen wirklich beständig. Ich hatte auch kaum Körnen.“

Ferraris Zweistopp-Strategie half Hamilton, mit den Reifen hauszuhalten. Das gab ihm in den ersten Runden die Luft, sie nicht überfordern zu müssen. Und genau diese Runden sind für das Leben der Reifen die entscheidenden. „Ich musste nicht gleich von Anfang an Druck machen. Erst als Seb mit den gleichen Reifen unterwegs war wurde es ein echte Schlacht. Er war verdammt schnell, und ich musste alles geben, um dagegenzuhalten.“

Neuester Kommentar

Auf jedenfall hat Ferrari den Fehler gemacht den Roten zu nehmen statt dem Gelben, auch wenn dieser nicht gehalten hätte, konnten Sie immer noch den Viola oder Roten montieren, aber währen nicht gezwungen gewessen.

Erst Recht hat man damit Kimi benachteiligt, weil man Ihn so auf den 15 Platz in den Verkehr brachte wo er natürlich beim Aufhohlen seine Reifen schneller als die von Vettel verschliessen hatte.

Durch den guten Start von Vettel hat man es mit der Strategie verpasst das Rennen zu gewinnen und Raikkonenauch auf das Podest zu bringen.

bschenker 13. Juni 2016, 08:33 Uhr
Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden