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Reifentest bei Williams

Mit Hochleistungslaser auf Datenjagd

Williams Laser GP Brasilien 2012 Foto: Grüner 84 Bilder

Den Ingenieuren stand in Sao Paulo das wichtigste Freitagstraining des Jahres ins Haus. Pirelli stellte jedem Fahrer am Freitag je zwei Satz der 2013er Reifen bereit. Es ging nicht nur darum, dass sich die Fahrer an die 2013er Sohlen gewöhnen. Die Aerodynamiker warten sehnsüchtig auf Daten. Bei Williams kam sogar ein Hochleistungslaser zum Einsatz.

23.11.2012 Michael Schmidt

Im Freitagstraining von Brasilien könnten bereits wichtige Weichen für die Saison 2013 gestellt werden. Pirelli stellte jedem Fahrer je zwei Satz der Reifen zur Verfügung, die im nächsten Jahr gefahren werden. Damit die Piloten einen ersten Eindruck von den Sohlen der Zukunft bekommen.

Ingenieure warten auf erste Daten

Dabei geht es nicht nur um Gripwerte, sondern auch darum, wie sich die Reifen auf Bodenwellen, beim Bremsen, Beschleunigen und in den Kurven verhalten. Manche Fahrer sind sehr sensibel, was die Seitenstabilität der Reifen angeht.

Noch wichtiger war der Freitagstest für die Renningenieure an der Strecke und die Aerodynamiker zuhause in der Fabrik. Sie warteten händeringend auf Daten, um die neuen Autos, die mitten in der Entwicklung stecken, notfalls noch anzupasssen. Die Erkenntnisse sind gleichermaßen für die Fahrwerksingenieure wie für die Aerodynamiker interessant.

Formveränderung der Reifen beeinflusst Aerodynamik

Was hat die Aerodynamik mit den Reifen zu tun, werden sie fragen? Sehr viel sogar. Die Aerodynamiker wollen wissen, wie sich die Form des Vorderreifens verändert, wenn es ihn beim Bremsen zusammenquetscht. Und wie sich die Walzen vorne und hinten unter der Querbeschleunigung in Kurven verändern. Die Experten sprechen in dem Zusammenhang von "Squash".

Diese sich ständig ändernde Form des Reifens hat großen Einfluss auf die Anströmung der Fahrzeugkomponenten, die hinter oder neben den Reifen liegen. Die Teams hatten  deshalb unterschiedlichste Messapparaturen an den Autos angebracht, um diese Formveränderung aufzuzeichnen.

Hochleistungslaser bei Williams

Williams setzte dabei einen Hochleistungslaser. Am Auto von Valtteri Bottas wurde einer der Sensoren am unteren Ende der vorderen Bremsbelüftungen befestigt. Ein weiterer Laser direkt vor den Hinterreifen. Beide auf der rechten Seite. Das liegt daran, dass es in Interlagos deutlich mehr Links- als Rechtskurven gibt. Damit sind die rechten Reifen stärker belastet.

Der Laser tastet die Konturen des ganzen Reifen von oben nach unten ab. Ein Computer zeichnet dabei die sich verändernden Konturen auf. Der Laser schaltete sich bei der Boxenausfahrt automatisch an und wurde in der Einfahrt wieder deaktiviert. Damit schließt man gesundheitliche Risiken aus. Der Laser ist so stark, dass er die Augen schädigen kann, wenn man direkt draufblickt.

Hintere Laser schnell defekt

Im ersten Training werkelten die Ingenieure lange mit dem Laptop bewaffnet an der komplizierte Technik herum (siehe Foto). Nach Auskunft von Williams funktionierte der Laser aber nur vorne wie geplant. Hinten gab es nach wenigen Runden einen Defekt. Die Mechaniker versuchten noch schnell die vordere Messeinheit nach hinten umzubauen. Doch das klappte nicht vernünftig. Das Laser-Programm war damit früher als geplant abgeschlossen. Im zweiten Training stehen Auspuff-Tests auf dem Programm.

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