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Reifentest hat ein Nachspiel: Protest-Entscheidung: FIA droht mit Strafen

Der Sieg von Nico Rosberg beim GP Monaco ist in Stein gemeißelt. Die Sportkommissare lehnten es ab, den Protest von Red Bull und Ferrari wegen des vermeintlich illegalen Reifentests von Mercedes nach dem GP Spanien mit dem Rennen in Monte Carlo in Verbindung zu bringen. Die FIA behält sich jedoch vor, nachträglich Strafen auszusprechen.

Es dauerte fünf Stunden, bis sich die FIA zu einem Statement zu dem Reifentest von Mercedes in Barcelona durchrang, der nach Meinung von Red Bull und Ferrari gegen das Sportgesetz verstößt. Dann verbreitete der Weltverband in Auszügen folgenden Text:

"Anfang Mai wurde die FIA von Pirelli gefragt, ob es möglich sei, einen Test mit einem Team und mit dem aktuellen Auto für Entwicklungszwecke durchzuführen. In einem Vertrag zwischen der FIA und Pirelli ist dies gestattet, vorausgesetzt jedes Team erhält die Chance an diesem Test teilzunehmen oder einen solchen Test durchzuführen. Pirelli und Mercedes wurden von der FIA darüber informiert, dass ein solcher Entwicklungstest erlaubt sei, unter der Voraussetzung dass Pirelli den Test durchführt, dass das Team Fahrer und Auto stellt und sichergestellt ist, dass jedem anderen Team die gleiche Möglichkeit eingeräumt wird."

Protest in Monaco lief ins Leere

So weit, so gut. Jetzt kommt der Fehler. Pirelli hatte es versäumt, die FIA darüber ins Bild zu setzen, dass dieser Test tatsächlich stattfinden würde. Der italienische Reifenhesteller unterließ es ebenfalls, alle anderen Teams zu dem Test einzuladen oder darüber zu informieren. Offenbar waren im Vorfeld nur Red Bull und Ferrari gefragt wurden, die aber aus Zweifel an der Legalität ablehnten. "Wir haben davon nichts gewusst", bestätigte Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn.

Der Protest von Red Bull und Ferrari gegen Mercedes lief erwartungsgemäß ins Leere. Die Sportkommissare Lars Osterlind, Jose Abed, Christian Calmes und Tom Kristensen konnten keinen Zusammenhang zwischen dem Test und dem Sieg von Nico Rosberg in Monte Carlo herstellen. Nicht einmal Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali wollte das: "Es ist unmöglich zu beweisen, dass dieser Test eine Auswirkung auf das Rennen in Monte Carlo hatte. Wir haben protestiert, um von der FIA eine Klarstellung zu bekommen, was erlaubt ist und was nicht. Sollte die FIA entscheiden, dass dieser Test mit dem Sportgesetz konform geht, sind wir die ersten, die Pirelli um einen Test über 1000 Kilometer anfragen."

Es droht ein Nachspiel

Die FIA erinnerte daran, dass der Fall noch lange nicht abgeschlossen ist. Es heißt: "Das internationale Sportgesetz gibt uns die Möglichkeit, dass wir den Fall entweder aus eigenem Antrieb oder anhand des Berichts der Sportkommissare vom GP Monaco vor das Internationale Sportgericht bringen. Dabei können wir Strafen aussprechen, die über das hinausgehen, was die Kommissare in Monte Carlo entschieden haben."

Die Situation ist insofern brisant, dass die Schuld offenbar bei Pirelli liegt. Mercedes hat die angebotene Gelegenheit wahrgenommen und war nicht verpflichtet, die anderen Teams zu informieren. "Pirelli hat den Test organisiert und bezahlt. Wir haben nur ein Auto bereitgestellt, weil Pirelli bestimmte Reifenentwicklungen ausprobieren wollte. Man hat uns noch nicht einmal gesagt, welcher Reifen welche Entwicklung in sich trug und wann welcher Reifentyp auf dem Auto war", wehrte Mercedes-Teamchef Ross Brawn ab.

Von Geheimhaltung sei keine Rede, meinte auch sein Co-Direktor Toto Wolff: "Wir haben unsere gesamte Ausrüstung nach dem GP Spanien in Barcelona gelassen. Die Motorhomes und Lastwagen standen für jeden sichtbar die ganze Woche im Fahrerlager. Mit Versteckspiel hatte das nichts zu tun."

Warum haben die anderen Teams geschlafen?

In diesem Fall müssen sich die anderen Teams die Frage gefallen lassen, warum sie eine Woche gebraucht haben, bis sie davon erfuhren. Sonst spionieren sie sich wesentlich effektiver untereinander aus. Auch FIA-Präsident Jean Todt hatte erst am Samstagabend von der Angelegenheit erfahren. Sie sickerte durch, als FIA-Rennleiter Charlie Whiting bei einem GPDA-Treffen Jenson Button, Sebastian Vettel und Felipe Massa davon erzählte.

Pirelli wiederum verteidigte sich damit, dass man die Teams bereits im letzten Jahr über die Möglichkeit eines solchen Tests in Kenntnis gesetzt habe. Nicht alle wollen das bestätigen. Ross Brawn schon: "Wir wussten davon, hatten es aber immer abgelehnt, weil uns das zu viel Zeit kostet. Erst als uns Pirelli wegen der Probleme mit dem Delaminieren der Hinterreifen inständig darum bat, haben wir zugesagt." Der Verdacht, Mercedes könnte dabei Entwicklungen am eigenen Auto ausprobiert haben, wird von Wolff zurückgewisen: Wir haben erst 10 Tage vor dem Test die Anfrage bekommen. In der kurzen Zeit kann man keine Entwicklungsteile für das Auto produzieren."

2011er Auto so gut wie 2013er

Domenicali räumte ein, dass es den ominösen Brief von Pirelli gab. Über die Verteilung kursieren unterschiedliche Angaben von März 2012 bis Dezember 2012: "Wir wussten davon. Er kursiert seit über einem Jahr, aber wir gingen davon aus, dass man höchstens mit einem zwei Jahre alten Auto testen darf." Ross Brawn stellt diese Regelung generell in Frage. "Wenn ich mit einem 2011er Auto fahren darf, gibt es keinen Grund ein 2013er Auto zu verbieten. Die 2011er Autos waren mit den angeblasenen Diffusoren so schnell wie die heutigen Modelle. Man könnte also genauso viel oder wenig lernen, als wenn man gleich ein 2013er Fahrzeug einsetzt."

Michael Schmidt

Autor

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xpb

Datum

26. Mai 2013
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