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Renault-Angriff auf Mercedes GP

Die Höhen und Tiefen der Silberpfeile

Petrov vs. Rosberg Foto: xpb 36 Bilder

Bei der Strategie und den Boxenstopps hatte Mercedes in Spa die Nase vorn. Das Auto macht aber immer noch Sorgen. Die Plätze sechs und sieben können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Entwicklung stockt. Renault kommt von hinten gefährlich nah.

03.09.2010 Michael Schmidt

Mercedes GP fuhr in Spa-Francorchamps den zweitbesten Grand Prix seit dem GP Türkei am 30. Mai. In den drei Monaten dazwischen gab es mit dem dritten Platz von Nico Rosberg in Silverstone nur einen einzigen silbernen Höhepunkt. Und auch in Spa sah es zunächst überhaupt nicht nach einem erfolgreichen Wochenende aus.

Die Probleme mit den Hitzenestern im angeblasenen Diffusor waren immer noch nicht zufriedenstellend gelöst. Der F-Schacht funktionierte besser, aber nicht so gut wie erhofft. Beide Fahrer schrammten im Training an den Top Ten vorbei, sicher auch deshalb, weil man im entscheidenden Moment im Verkehr steckenblieb. Dann musste Michael Schumacher noch um zehn, Nico Rosberg um fünf Startplätze zurück.

Strategie hilft Mercedes-Duo in die Punkte

Von den Startpositionen 14 und 21 kann man normalerweise froh sein, wenn es am Ende überhaupt noch Punkte gibt. Nach 44 Runden auf der Ardennenpiste wurden 14 Zähler daraus. Damit war Mercedes neben Sauber das effizienteste Team in Spa. Beide machten gegenüber dem Training je 22 Positionen gut. Die Silberpfeile profitierten von einer schlauen Strategie. Fast alle anderen Teamchefs sagten, sie hätten das gleiche im Sinn gehabt, getan haben es am Ende aber nur Mercedes, Lotus (mit Trulli) und Virgin (mit di Grassi).

Dass irgendwann Regen kommt, war klar. In diesem Fall ist die Regel aufgehoben, dass jeder Pilot mindestens einmal auf dem harten und weichen Reifen gefahren sein muss. Mercedes schickte Schumacher und Rosberg deshalb auf harten Sohlen los. Die in Spa kaum langsamer als die weichen waren. Das Mercedes-Duo musste nur solange ausharren, bis der Regen kommen würde. Das dauerte bis Runde 34. So sparte man sich einen Boxenstopp gegenüber denen, die ihre zwei Trockenreifen-Typen vorher bereits eingesetzt hatten.

Schumi erneut mit schnellstem Boxenstopp

Das Risiko einer Pleite war relativ gering. Selbst wenn der Regen ausgeblieben wäre, hätte Mercedes in der vorletzten Runde noch einen Pflichtwechsel auf weiche Gummis abwickeln können. Der eingesparte Boxenstopp brachte Schumacher, Rosberg, Trulli und di Grassi rund 24 Sekunden Zeitgewinn auf ihre Konkurrenten. Wieder einmal wickelte die Mercedes-Crew den schnellsten Boxenstopp ab. Michael Schumacher führte mit 22,818 Sekunden von Eingang bis Ausgang Boxengasse die Rangliste an.

Aus Sicht von Mercedes kam der Regen jedoch ein paar Runden zu spät. Vor allem Rosberg hätte auf seinem Regen-Setup länger von seinem Abstimmungspoker profitieren können. Solange es trocken war, ließen die Rundenzeiten der Silberpfeile noch Wünsche offen. In der Rangliste der schnellsten Rennrunden belegten Rosberg und Schumacher nur die Plätze zehn und 13. Auf die Bestzeit von Lewis Hamilton fehlten 2,6 Sekunden.

Mercedes GP bewegt sich rückwärts

Das liegt nicht nur daran, dass man für trockene Bedingungen mit zu viel Abtrieb unterwegs war und in den beiden Highspeed-Sektoren jeweils eine halbe Sekunde auf die Spitze verlor. Die Mercedes laufen immer noch ihrer Form hinterher. Seit dem GP Türkei bewegt man sich eher rückwärts als vorwärts.

Die Nachrüstung mit dem F-Schacht und dem angeblasenen Diffusor band Kapazitäten und sie ging mit Kinderkrankheiten einher, die bis heute nicht vollständig gelöst sind. Wenn man sich nicht von Renault in der WM-Tabelle abfangen lassen will, muss ab Monza eine deutliche Leistungssteigerung her. Renault fehlen nur 23 Punkte auf Mercedes. Robert Kubica ist seit dem Debüt des F-Schachts wieder ein Kandidat für das Podest. Das konnte man von Schumacher und Rosberg zuletzt nicht behaupten.

Renault mit Kubica auf dem Vormarsch

Ferrari, Red Bull und Renault haben bei ihrem Entwicklungsfahrplan eine andere Richtung eingeschlagen als McLaren und Mercedes. Die Ausbaustufen kommen in größeren Abständen, aber sie funktionieren. Renault hatte als einziges Team keinerlei Anlaufschwierigkeiten mit dem F-Schacht. "Er bringt genau das, was die Simulationen uns versprochen haben", lobt Robert Kubica. Den Satz hat man bei Mercedes schon lange nicht mehr gehört.

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