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Renault, Cosworth oder Mercedes

Welchen Motor bekommt Red Bull?

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 16 Bilder

Noch immer ist keine Entscheidung gefallen, welchen Motor Sebastian Vettel und Mark Webber im nächsten Jahr fahren. Red Bull kann sich zwischen Mercedes, Renault und Cosworth nicht entscheiden. Wobei der Mercedes-Deal nicht in den Händen von Red Bull liegt.

30.10.2009 Michael Schmidt

Das Thema Mercedes ist immer noch nicht vom Tisch. Red Bull-Chefdesigner Adrian Newey ist ein Extremist. Er will von allem das Beste, und wenn es notwendig ist dafür zu warten, dann muss eben gewartet werden. Dabei sollte er langsam die Eckdaten seines Motors für 2010 kennen, denn davon hängt die Absegnung des Chassis und des Getriebes ab. Ein Mercedes hat andere Chassisanschlüsse als ein Renault V8 und seine Kurbelwelle liegt geringfügig höher als die der Konkurrenzmotoren, was wiederum Einfluss auf das Getriebe und den Schwerpunkt hat.

Ron Dennis weiter mit Blockade-Haltung

Bei Mercedes ist es das alte Lied. Die Stuttgarter würden Motoren liefern, die FIA hat grünes Licht für einen vierten Kunden gegeben, doch McLaren stellt sich quer. Solange die Partnerschaft nicht offiziell aufgelöst ist, hat McLaren-Direktor Ron Dennis ein Vetorecht. Das kostet er aus, weil er weiß, dass Red Bull die Zeit davonläuft. Und der WM-Zweite dieser Saison ist ein potenzieller Gegner für McLaren im nächsten Jahr. Warum sollte er die Konkurrenz stark machen? Da hat er sich schon mit Brawn GP einen rostigen Nagel eingezogen.

Red Bull hofft, dass der Wechsel von Mercedes von McLaren zu Brawn GP möglichst bald vollzogen wird, vielleicht schon an diesem Wochenende. Da wird man sich gedulden müssen. "Wir haben für Abu Dhabi keine Ankündigung geplant", wiegelt Sportchef Norbert Haug ab. Tatsächlich steuert Dennis weiter voll auf Konfrontationskurs, in der Hoffnung mit seiner Blockadepolitik Mercedes doch noch davon abzubringen, sich mit Brawn GP zu verbünden.

Mercedes mit mehr Power, Renault besser im Verbrauch

Mercedes ist für Newey so attraktiv, weil der Achtzylinder aus Brixworth der derzeit stärkste Motor im Feld ist. Die Messungen schwanken zwischen 20 und 40 PS. "Das sind mindestens drei Zehntel auf der Strecke", hört man aus dem Red Bull-Lager. Dafür punktet Renault mit dem besten Benzinverbrauch. Das ist bei Rennen ohne Tankstopps ein gewichtiges Argument. Zehn Kilogramm weniger Startgewicht können auch drei Zehntel wert sein.

Auch die Tankgröße ist ein Faktor. Millimeterfuchser Newey ist um jeden Quadratzentimer weniger Volumen froh, dem der Tank seinem Chassis vorschreibt. Norbert Haug gibt allerdings zu bedenken. "Wer mehr Leistung in der Hinterhand hat, kann die Power am Anfang zurückdrehen, um mit dem Verbrauch auf gleiche Werte wie die Konkurrenz zu kommen. Wenn sich das Gewicht dann angeglichen hat, hat er den PS-Vorteil als Joker in der Hand."

Cosworth wirbt mit PS-Zahlen

Red Bull-Berater Helmut Marko wirft ein: "Im Training spielt der Spritverbrauch keine Rolle. Wenn du beim Start vorne stehst, ist das ein Riesenvorteil, auch wenn du ein bisschen mehr Benzin mit auf die Reise nehmen musst." Es gibt aber auch ein Argument, warum die Motorleistung für Red Bull nicht allein seligmachend ist. Marko erklärt: "Die Analyse der Qualifikation zeigt, dass wir mit wenig Benzin an Bord im Verhältnis besser unterwegs sind als mit halbvollem Tank. Da im nächsten Jahr die gesamte Qualifikation mit einer Minimalbetankung gefahren wird, können wir unseren Vorteil vielleicht auch mit einem PS-schwächeren Auto ausspielen, und treten dann zum Start mit einem geringeren Gewicht an."

Cosworth wirbt mit den besten PS-Zahlen für sich selbst. Demnach liegt der Formel 1-Heimkehrer mindestens 15 PS über dem Mercedes V8. Die Leistungsdaten, die auf den Prüfständen in Northampton ermittelt werden, sind aber nur ein Teil der Geschichte. Mit dem Spritverbrauch soll der Cosworth-Achtzylinder noch hinter der Konkurrenz liegen, und die Standfestigkeit wird ein Fragezeichen bleiben, bis man den Motor im Auto auf der Strecke sieht. Für Cosworth spricht, dass die Ingenieure des Traditionsherstellers bis zum 1. März 2010 ihr Triebwerk entwickeln dürfen und deshalb mehr Spielraum als die Gegner haben.

Keine Entscheidung in Sicht

Auf die Frage, wie lange Red Bull noch warten will, zuckt Marko mit den Schultern. "Ich hätte mich wahrscheinlich schon längst entschieden, aber Newey will alle Optionen bis ins letzte Detail gegenrechnen. Deshalb haben wir ihn angeheuert. Weil er sich nur mit dem Besten zufrieden gibt."

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