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Renault droht mit Ausstieg

Ecclestone und Ghosn pokern hoch

Lotus Renault - Formel 1 Foto: xpb 50 Bilder

Einen Tag vor dem Saisonfinale steht immer noch nicht fest, ob Renault der Formel 1 erhalten bleibt. Die Fronten zwischen Bernie Ecclestone und der Konzernleitung in Paris sind verhärtet. Renault fordert Sonderzahlungen, und Ecclestone ziert sich die zu zahlen. Der ganze Hintergrund.

28.11.2015 Michael Schmidt

Renault-Sportchef Cyril Abiteboul hatte am Freitag (27.11.2015) noch keine Neuigkeiten. Und was er sagte, klang nicht gut. Renault wird nicht wie erwartet beim Saisonfinale seine Pläne für 2016 bekanntgeben. "Es gibt keine Ankündigung über unsere Zukunft an diesem Wochenende. Weder kurzfristig, noch mittelfristig. Aber es wird sehr wahrscheinlich eine Erklärung nächste Woche geben."

Abiteboul vergaß zu erwähnen, dass es bis zum 7. Dezember eine Entscheidung geben muss, ob Renault seine Kaufoption bei Lotus einlöst oder nicht. Bis dahin wurden die großen Gläubiger des Rennstalls vertröstet. Wenn an diesem Tag nicht die Altschulden bezahlt werden, übernimmt der Insolvenzverwalter das Regiment. Es soll um eine zweistellige Millionensumme in Pfund gehen.

Selbst wenn Lotus diese Hürde nimmt, stünde das Team aus Enstone vor dem Abgrund. Sie müssten dann das Geld zurückzahlen, das ihnen Renault in den letzten zwei Monaten geborgt hat. Und es stünde sofort die erste Rate für die Mercedes-Motoren an.

Problem ist nicht Lotus, sondern Ecclestone

Es geht aber um mehr als nur um Lotus. Wenn Renault-Konzernchef Carlos Ghosn den Stecker zieht, könnte auch Red Bull in Schwierigkeiten kommen. Auch wenn der Liefervertrag immer noch gültig ist, weil es nur eine Absichtserklärung gab sich zu trennen, aber keine Trennungserklärung. Juristische Feinheiten.

Das Problem liegt nicht bei Lotus. Renault hat seine Hausaufgaben abgeschlossen und den Rennstall auf Herz und Nieren geprüft. Die Ampel springt erst auf Grün, wenn Bernie Ecclestone sein Versprechen einlöst, Renault in den Kreis der privilegierten Teams aufzunehmen.

Ursprünglich war folgender Deal ausgehandelt worden: Renault verpflichtet sich bis 2025 und bekommt mit Ablauf des aktuellen Concorde Abkommens 2020 die Bonuszahlungen für die zurückliegenden 5 Jahre nachträglich ausgezahlt. Renault wollte die Zahlungsgarantie als Sicherheit für einen Kredit in der Größenordnung von 100 Millionen Dollar hinterlegen. Damit hätte man Lotus gekauft und die ersten Jahre mit so geringem finanziellen Einsatz wie möglich bestritten.

Renault sitzt am längeren Hebel

Doch irgendetwas ist seit dem Versprechen aus dem Ruder gelaufen. Carlos Ghosn hat seine Meinung geändert. Er will das Geld jetzt sofort. Entweder, weil er Angst hat, dass die EU-Kommission das Bonus-System von Ecclestone unterbindet und eine gerechtere Verteilung der Einnahmen fordert, oder weil er den Rechteinhabern nicht traut. Es ist besser das Geld in der Hand zu haben, als es vielleicht irgendwann zu bekommen.

Über dieser Forderung hat sich in den letzten Wochen ein Tauziehen entwickelt, bei dem Renault einen Tag aussteigt und am nächsten Tag doch wieder einen Verbleib in Betracht steht. Ecclestone weiß, dass Ghosn am längeren Hebel sitzt. Der Renault-Konzernlenker kann mit einem Schlag 3 Formel 1-Teams auslöschen. Lotus hätte kein Geld, Red Bull keine Motoren und Toro Rosso würde mit in den Abgrund gerissen, wenn Dietrich Mateschitz die Nase voll hat.

Ecclestone will sich nicht erpressen lassen

Es ist keine gute Verhandlungsgrundlage, wenn man Bernie Ecclestone das Gefühl gibt, die besseren Karten in einem Pokerspiel in der Hand zu halten. Als herauskam, dass Renault Red Bull für die Fortsetzung der zerrütteten Ehe 30 Millionen Euro abknöpfen will, haben sich die Fronten weiter verhärtet. Die Rechteinhaber fühlen sich von dem französischen Konzern vorgeführt.

Die ersten beiden Verhandlungsrunden am Freitag vor dem GP Abu Dhabi verliefen ergebnislos. Am Samstagvormittag war das dritte Treffen zwischen Ecclestone, CVC-Chef Donald Mackenzie und Renault-Marketingvorstand Jérôme Stoll angesetzt. Ecclestone spielt dabei ein gefährliches Spiel. Er würde Renault lieber opfern, bevor er sich von den Franzosen erpressen lässt.

Ecclestone setzt darauf, dass dann Mercedes und Ferrari die beiden Red Bull-Teams mit Motoren versorgen. Doch da läuft er gegen eine Wand. Mercedes und Ferrari haben nicht die Kapazität, mehr als 8 Autos mit Antriebseinheiten zu versorgen. Außerdem wollen beide, dass Renault im Geschäft bleibt und mit Lotus nicht noch ein Team stirbt. "Es wäre für den Sport eine Katastrophe, wenn wir Renault verlieren", heißt es bei den Konkurrenten.

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