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Renault F1-Dominanz

Die neue Langeweile

Foto: Wolfgang Wilhelm 6 Bilder

Nach der "Formel 1 Gähn" (Originalton "Bild") im Jahr 2004 riecht auch die Saison 2005 nach Einheitsbrei und Langeweile. Gewechselt hat nur die Farbe: Nach Rot trägt die Langeweile nun die Farben Gelb und Blau. Renault ist auf dem weg zum Titel kaum aufzuhalten.

08.04.2005

Beobachter der aktuellen Formel 1-Saison preisen diese zur Zeit wegen ihrer Spannung. Mit vielen Regeländerungen, abwechslungsreichen Rennen und neuen Gesichtern auf dem Podium ist die Formel 1 zweifellos interessanter geworden. Von Spannung im Titelkampf kann allerdings kaum die Rede sein. Renault regiert nach Belieben.

Giancarlo Fisichella und Fernando Alonso holten sich alle drei Pole Positons und alle drei GP Siege. Alonso führt mit zehn Punkten Vorsprung die Tabelle an. Fisichella kam zwar nur einmal ins Ziel (Sieg beim GP Australien), ist aber dennoch WM-Dritter. Im Konstrukteurspokal sind die Gelbblauen mit elf Punkten enteilt.

Auto ohne Schwächen

Natürlich ist die Saison noch jung, und nach drei von 19 Rennen theoretisch noch nichts entschieden, doch eine Änderung des Renault-Einerleis ist nicht in Sicht. Der Renault R25 ist das einzige Auto, das in langsamen und schnellen Kurven, bei kühlem und heißem Wetter, über eine schnelle Runde oder eine komplette Renndistanz schnell ist.

Mit einer Spitzendrehzahl von 18.750 /min. und 870 PS ist der Renault-Motor der drittstärkste im Feld. Allerdings ist der französische Zehnzylinder mit seiner weichen Charakteristik besser fahrbar als die Motoren der Konkurrenz. In Imola (24.4.) kommt die nächste Ausbaustufe. Überhaupt herrscht keineswegs Stillstand. "Wir kriegen bei jedem Rennen etwas Neues", schwärmt Tabellenführer Fernando Alonso. In Malaysia freuten sich die Fahrer über einen neuen Unterboden, in Bahrain über einen besseren Frontflügel.

Konkurrenz ist mit sich selbst beschäftigt.

Kein Auto transportiert die Kühlluft so effizient ins Freie, kein Team erledigt bessere Boxenstopps. Bei den Starts hat die Konkurrenz im Vergleich zum Vorjahr aufgeholt, doch es reicht allemal, um eine Pole Position in eine Führung in der ersten Runde umzumünzen.

"Unser Auto hielt man 2004 auch für unbesiegbar. Die Schwächen erkennt man erst, wenn Renault unter Druck gerät", sagt Ferrari-Technik-Chef Ross Brawn. Genau dieser Druck fehlt. Ferrari und Bridgestone werden bis mindestens Saisonmitte brauchen, um bei den Reifen aufzuholen. McLaren-Mercedes krankt an einem Auto, das die Reifen nicht schnell genug auf Betriebstemperatur bringt. Toyota ist gut, kommt aber an Renault nicht heran, das Gleiche gilt für Williams-BMW. Die Verfolger beschäftigen sich zudem gegenseitig und stehlen sich die Punkte, während ein Fernando Alonso schon bei Rennmitte die Drehzahl reduziert und die Reifen schont.

Seit Einführung des Konstrukteurspokals 1958 gelang es nur zehn Mal, dass ein Team die ersten drei Saisonrennen gewann (Lotus 1968, Ferrari 1976, 2000 und 2004, McLaren 1988 und 1991, Bentton 1994, Williams 1992 und 1996). Lediglich ein einziges Mal gelang es einem Team nicht, anschließend auch die Kontrukteurswertung zu gewinnen: 1994 holte sich Michael Schumacher die ersten drei Siege und die Fahrer-WM, der Kontrukteurspokal ging an die überlegenen Williams-Renault.

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