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Formel 1: Präsentation Renault R30

Zurück zur glorreichen Renault-Vergangenheit

Renault F1 R30 Foto: Renault 19 Bilder

Nur zwei Stunden nach Sauber hat auch Renault sein neues Auto und das neue Fahrerduo für die Saison 2010 vorgestellt. Wie erwartet ist Vitaly Petrov der neue Teamkollege von Robert Kubica. Mit dem traditionell schwarz-gelb lackierten R30 soll der Erfolg zu Renault zurückkehren.

31.01.2010 Tobias Grüner

Es war eine Präsentation mit Überraschungseffekt. Was da als neuer Renault R30 gezeigt wurde, war nur ein Showcar. Die Ingenieure behaupten allerdings, dass der richtige Renault R30 nicht viel anders aussehen wird. Wenn dem so wäre unterscheidet er sich deutlich von den bislang gezeigten neuen Modellen von Ferrari , McLaren und Sauber.

Eigentlich sieht er aus wie ein Vorjahresmodell in den Renault-Hausfarben gelb und schwarz. Die gleiche plumpe Nase, die gleichen ausladenden Seitenkästen, das gleiche langweilige Design. Wer den Renault R30 in Valencia gesehen hat, fragt sich: Was haben die Ingenieure über den Winter gemacht?

Mit seiner relativ niedrigen Nase und den fülligen Seitenkästen, die erst weit hinten flach auslaufen, weicht er stark vom Trend der 2010er Fahrzeuggeneration ab. Unter der Hand wird erzählt: Erst beim Saisonauftakt in Bahrain wird dieser Renault grundlegend anders aussehen, und die große Evolution folgt beim GP Kanada im Juni. Wenn nicht: Dann gute Nacht Robert Kubica.

Renault-Sponsoren noch Mangelware

Gérard Lopez, dem mit seiner Investmentfirma Genii Capital 75 Prozent des Rennstalls gehören, machte derweil gute Stimmung: "Die Ehe zwischen Renault und uns ist langfristig ausgelegt. Es wird eine neue Form der Zusammenarbeit. Wir bieten Sponsoren nicht nur Werbefläche, sondern die Plattform für Geschäfte mit anderen Partnern des Teams." Dass der Renault in seinen neuen Farben noch relativ unbefleckt daherkommt, macht Lopez nicht nervös: "Das wird sich bald ändern. Lasst uns erstmal das Team reorganisieren."

Gerüchte, das Genii seinen Einkauf nach ein paar Jahren wieder mit Gewinn abstoßen werde, bestreitet der Spanier, der mit seinen Firmen in Luxemburg residiert: "Als Investfirma sind wir es gewohnt Firmen zu kaufen und mit Profit wieder zu verkaufen. Das ist in diesem Fall nicht geplant. Wir wollen eine Plattform aufbauen, die Renault und uns hilft."

Budget beträgt 83 Prozent des Vorjahres

Wie ernst es Renault meint, macht Lopez an zwei Zahlen fest: "Mit 480 Angestellten sind wir das zweitgrößte Team. Es wäre einfach gewesen, Leute abzubauen und Geld zu sparen." Das Budget 2010 entspricht exakt 83 Prozent dessen, was Renault im letzten Jahr ausgegeben hat. Angesichts der Sparmaßnahmen in der Formel 1 wäre das überraschend viel. Dementsprechend ehrgeizig ist der Plan der neuen Teilhaber: "Unser Saisonziel ist es Anschluss an die Top-Teams zu schaffen, mit dem Ziel ab 2011 wieder Rennen zu gewinnen."

Robert Kubica glaubt an sein neues Team. "Die Einstellung stimmt. Das ist manchmal wichtiger als Geld." Er weiß aber auch, dass sein Rennstall große Anstrengungen machen muss, um wieder mal dort hinzukommen, wo man 2005 und 2006 einmal war. "Renault kommt im Vergleich zu den anderen Top-Teams von der schlechtesten Position. Deshalb müssen wir zwei Schritte machen, wenn die anderen einen tun."

Kubica bleibt optimistisch

Dann erlaubt sich der Pole noch eine kleine Kritik an seinem ehemaligen Team BMW: "Ein großes Budget ist nicht alles. Geld gibt dir den Komfort, alles machen zu können, aber es kauft dir keine Siege. Es gab in der Vergangenheit Teams, die mehr Geld als die Sieger hatten und trotzdem kein Rennen gewinnen konnten."

Als Kubica seinen neuen Zweijahresvertrag unterschrieb, ging er davon aus, für ein Werksteam zu fahren. Inzwischen ist Renault zu 75 Prozent privatisiert. Und zwischendrin gab es sogar Gerüchte, dass der Laden komplett geschlossen wird. "Ich hatte deshalb keine schlaflosen Nächte", erklärt der WM-Vierte des Jahres 2008. "Als das Team zum Teil verkauft wurde, habe ich mich genau erkundigt, was die neue Teamleitung plant. Das hat mich beeindruckt. Die Einstellung der Leute liegt exakt auf meiner Wellenlänge. Da sind echte Racer am Werk." Heute noch amüsiert sich Kubica über eine Anekdote in Abu Dhabi. "Da kam ein Journalist auch mich zu und fragte mich, ob ich nicht lieber bei Toyota unterschrieben hätte. Er habe gehört, dass Renault aufhört. Drei Tage später gibt Toyota seinen Rücktritt und Renault ist immer noch da."

Petrov kommt mit Geld und Talent

Vitaly Petrov hat für seinen Sitz bezahlt. Sein Vater und Freunde haben die Mitgift gestellt. "Sponsoren aus Russland habe ich noch nicht. Die müssen jetzt aufwachen." Um zwei Uhr morgens hatte der 25-jährige Russe seinen Einjahresvertrag mit zwei Jahren Option unterschrieben. "Ein Traum wird wahr", strahlte der Zweite der GP2-Serie 2009.

Gerard Lopez bestreitet, dass Petrovs Millionen der ausschlagende Punkt für seine Verpflichtung war: "Wir haben Vitaly nicht wegen seiner Mitgift engagiert. Wenn es uns nur ums Finanzielle gegangen wäre, hätten wir Fahrer holen können, die doppelt soviel Geld gebracht hätten. Und selbst wenn ein Fahrer sieben Prozent zum Teambudget beiträgt, würde das dem Team nicht langfristig helfen. Petrov ist bei uns, weil wir von seinen Qualitäten als Rennfahrer überzeugt sind. Und er öffnet uns die Türen zum russischen Markt."

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