Nächstes Rennen: 10. Juni 2012
GP Kanada

Renault F1-Team mit finanziellen Problemen

Geld wird knapp bei Renault F1

Robert Kubica beim Burnout

Sportlich läuft es gut für Renault. Robert Kubica liegt auf Platz sieben in der WM, Renault auf Rang fünf im Konstrukteurspokal. Bis auf zwei Rennen landete ein Renault immer in den Punkten, zwei Mal sogar auf dem Podest. Trotzdem wird das Geld im Team knapp.

Renault ist seit Saisonbeginn nur noch ein halbes Werksteam. Genau genommen weniger als das. Die Luxemburger Kapitalinvestmentfirma Genii Capitals hat im Winter die Mehrheit an dem Rennstall aus Enstone übernommen.

Nach Angaben von Genii-Chef Gerard Lopez wurde der Budgetplan für 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent gekürzt. Wegen der Kostenbeschränkungen, die in diesem Jahr erstmals greifen, sollte die Reduzierung der Ausgaben keinerlei Auswirkungen haben. Bei Renault arbeiten weiterhin 480 Angestellte. "Ein Zeichen, dass wir es ernst meinen", erklärte Lopez bei der Teampräsentation Ende Januar in Valencia.

Renault-Finanzierungsmodell nicht erfolgreich

Lopez wollte den Rennstall mit einem neuen Finanzierungsmodell überlebensfähig machen. Das Formel 1-Team sollte zukünftigen Sponsoren die Plattform bieten, untereinander Geschäfte zu betreiben und neue Kunden zu erschließen. Bis jetzt hat die Idee noch nicht allzuviel Geld eingespielt.

Die gelbschwarzen Autos sind zwar mit Stickern zugepflastert, doch die meisten Firmen, die auf den beiden Renault R30 werben, liefern kein echtes Geld ab. Lada gehört Renault, genauso wie die Investitionsbank Diac. Da wird Geld aus der linken Tasche genommen und in die rechte gesteckt.

Renault F1 erhält weniger Geld als geplant

Die Aufkleber von Hewlett Packard sind Bestandteil eines Gegengeschäfts. Der amerikanische Konzern rüstete Renault kostengünstig mit Computern aus. Trinasolar, eine Firma aus China, die sich auf Technologie für Sonnenenergie spezialisiert hat, gehört zum Firmenpool von Genii Capitals.

Renault-Pilot Vitaly Petrov hat weniger Geld aus Russland gebracht als erhofft. Mehr als eine Millionen Euro soll es nicht sein. Deshalb und wegen seiner schwachen sportlichen Leistungen steht der Russe unter Beschuss. Wenn er bis zum GP Ungarn keine Leistung bringt, wackelt sein Sitz.

Renault bittet Ecclestone um Vorschuss

Seit einer Woche fragt sich die Branche: Kommt dann ein neuer Paydriver? Renault hat offenbar bei Bernie Ecclestone angefragt, ob man sich einen Teil der TV- und Startgelder für 2011 schon vorab auszahlen lassen könne. Die anderen Teams haben das abgelehnt. Es wäre ein Fass ohne Boden. Im Fahrerlager ist man der Meinung, dass die neuen Besitzer nun selbst Geld in das Team stecken sollten, um zu zeigen, dass sie es ernst meinen.

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Michael Schmidt

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