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Renault F1

Testplan wird umgestellt

Nelson Piquet Foto: dpa 12 Bilder

Renault hat auf die Probleme beim Testdebüt des neuen R29 Ende Januar in Portimao reagiert. Das Team lässt den ursprünglich geplanten Jerez-Test in der kommenden Woche aus.

11.02.2009 Michael Schmidt

Die Ingenieure wollen Zeit gewinnen, um in der Fabrik an den Defiziten des Autos zu arbeiten. Renault nimmt dann erst im März wieder den Testbetrieb auf. Zuerst steht Jerez, dann Barcelona auf dem Programm. Der abgesagte Test nächste Woche wird in der dritten März-Woche nachgeholt, also kurz vor dem Abtransport der Autos nach Melbourne. Mögliche Destinationen: Jerez oder Portimao.
 
Die Rollenverteilung im Team ist klar. Während sich in dieser Woche in Jerez Fernando Alonso und Nelson Piquet die vier Testtage brüderlich teilen, kommt beim Restprogramm Alonso acht Mal und Piquet drei Mal zum Einsatz. Der Brasilianer darf dann noch einen allerletzten 50 Kilometer-Shakedown in Silverstone fahren, bevor die drei Chassis auf die Reise nach Australien und Malaysia gehen.

Erste Veränderungen

Beim aktuellen Test in Jerez tauchte Renault bereits mit einigen Modifikationen am R29 auf. So sind die schürzenartigen Überhänge unterhalb der Nase nun bis hinter die Vorderachse verlängert. Auch an der Fahrwerksgeometrie wurde herumgedoktert, um die mangelhafte Traktion zu verbessern.
 
Eine Task Force versucht herauszufinden, zu welchem Prozentsatz die Probleme aerodynamischer oder mechanischer Natur sind. Möglicherweise hat es Renault mit dem Abspecken des Autos übertrieben. Es ist das leichteste Auto, das jemals gebaut wurde. Wenn KERS nicht an Bord ist, stehen 60 Kilogramm Ballast zur Verfügung.

KERS funktioniert

"Wir haben traditionell eigentlich immer relativ schwere Autos gebaut", erklärt Chefingenieur Pat Symonds. "Um unser Gewichtsziel mit diesem Auto zu erreichen, mussten wir unsere Standards für die Steifigkeit der Komponenten am Auto neu definieren."
 
Piquet rückte am ersten Testtag in Jerez gleich mit dem Hybridantrieb aus. Der Brasilianer hatte seine KERS-Feuertaufe bereits hinter sich. Vor zwei Wochen probierte Renault den Hybridantrieb auf dem Flugplatz vom Kemble zum ersten Mal aus. "Es hat alles einwandfrei funktioniert", lobt Piquet.

Skurrile Sicherheitsmaßnahmen

Die Szenen in der Boxengasse bleiben gespenstisch, wenn KERS an Bord ist. Immer wenn der Renault an die Box rollte, mussten die Mechaniker so lange warten, bis eine in den Lollipop integerierte Ampel grünes Licht anzeigte. Vom Abstellen des Motors bis zu den ersten Handgriffen der Mechaniker vergingen rund zehn Sekunden.
 
Red Bull wird noch rigoroser vorgehen, wenn Ende der Woche KERS zugeschaltet wird. Es gibt dann in der Garage eine extra Absperrung, damit keiner aus Versehen das Auto anfasst. Chefdesigner Adrian Newey stöhnt: "Ich muss jetzt Gummihandschuhe tragen, weil es immer wieder vorkommt, dass ich bestimmte Dinge am Auto untersuche, wenn es zurück in die Box kommt."

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