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Renault-Feuerwerk in Sepang

Zu viel Druck im Tank

Kevin Magnussen - Renault - Formel 1 - GP Malaysia - Freitag - 30.9.2016 Foto: sutton-images.com 106 Bilder

Für Kevin Magnussen war das erste Training zum GP Malaysia bereits nach 2 Runden beendet. Dann brach an seinem Renault ein Feuer aus. Der Brand entflammte immer wieder und konnte erst nach 7 Minuten gelöscht werden. Nach einer Modifikation an der Tankentlüftung drückte es immer wieder Benzin ins Freie.

30.09.2016 Michael Schmidt, Andreas Haupt

Als Kevin Magnussen seinen Renault R.S.16 nach 2 Installationsrunden in der Boxengasse abstellte, war noch alles normal. Doch dann hörte der Däne am Funk das Kommando, er solle sofort aussteigen. Noch während Magnussen sich aus dem Sitz schälte, brach hinter ihm Feuer aus.

Man fragt sich, wie lange der Ausstieg mit Halo gedauert hätte. Und ob die Situation mit dem Schutzgestänge um das Cockpit eine gefährlichere gewesen wäre. „Möglich“, zuckte der Däne am Freitagnachmittag mit den Achseln. „Ich bin noch nie mit dem Halo gefahren. Da müsst ihr die anderen Jungs fragen, die das schon getan haben, ob man genauso schnell rauskommt wie ohne. Meiner Meinung nach sind bereits 5 Sekunden zu lang, wenn das Auto Feuer gefangen hat.“

Bedenken wegen Halo

Piloten, die den Halo schon testeten, sehen im Ein- und Ausstieg aus dem Cockpit ein Problem. Nico Hülkenberg meinte zum Beispiel in Spa, dass er nicht innerhalb der geforderten 5 Sekunden aus dem Auto hätte klettern könne. Teamkollege Sergio Perez glaubte, dass der Ausstieg mit Halo doppelt so lange dauern würde als ohne.

Auch Carlos Sainz äußerte Bedenken nach seinem Test in Belgien. Force India-Teamchef Bob Fernley glaubt: „Mit Halo hätte das Feuer brandgefährlich für Magnussen werden können. Vor allem auf der Strecke. Ich denke nicht, dass die Streckenposten den Halo so schnell abbekommen hätten.“

Magnussen sprang aus dem Auto, ehe ihn die Flammen erreichen konnten. „Auf der Inlap hat alles normal funktioniert am Auto. Ich habe in der Box dann den Rauch gesehen und die Hitze gespürt. Dann bin ich schnell raus. Das war knapp.“

Das erste Aufflammen war schnell gelöscht. Doch schon da war zu sehen, dass aus der Tankentlüftung ein feiner Benzinstrahl die Verkleidung hinunterlief. Das Feuer entzündete sich immer wieder neu und konnte erst nach 7 Minuten endgültig erstickt werden. Inzwischen war der gelbe Renault fast weiß eingepudert. Und der gesamte Platz vor der Renault-Box war mit Löschmittel bedeckt.

Renault wechselt sicherheitshalber Motor

Was war passiert? Renault hatte mit Blickrichtung Mexiko das Benzinsystem modifiziert, um für die Anforderungen in 2.240 Meter Höhe gerüstet zu sein. Das Benzin im Tank wird in allen Autos pneumatisch unter Druck gesetzt, damit die Kraftstoffpumpen unter den Gravitationskräften nicht Luft ansaugen. „Und dabei ist etwas schief gelaufen“, berichtete ein Renault-Ingenieur.

Das Entlüftungsventil funktionierte zwar ordnungsgemäß, doch der Druck im Tank war zu hoch, um das Benzin zurückzuhalten. Das lag daran, dass sich im Tank ein U-Rohr unter dem Ventil gelöst hatte und so tief in den Tank rutschte, dass es unter den Benzinpegel fiel. Damit drückte es Sprit nach oben gegen das Rückschlagventil.

Dazu kam, dass der Renault randvoll aufgetankt war und in den 2 Runden noch nicht genügend Kraftstoff verbraucht hatte. Bei dem Brand wurden die Verkleidung und einige Kabel in Mitleidenschaft gezogen. Um auf Nummer sicher zu gehen, wechselte Renault am Auto mit der Startnummer 20 den Motor.

Magnussen konnte aber immerhin 48 Minuten vor Ende des zweiten Trainings rausfahren und Kilometer sammeln. Da war sein Auto wieder auf den alten Technikstand zurückgerüstet. „Es war ein gutes Gefühl zu wissen, dass das Auto wahrscheinlich kein Feuer mehr fangen würde“, scherzte der Däne nach dem zweiten Training.

In der Galerie haben wir die spektakulären Bilder des Feuer-Unfalls.

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