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Renault im Dilemma

KERS oder nicht KERS

Fernando Alonso Foto: Wolfgang Wilhelm 22 Bilder

Fernando Alonsos Experiment, im Freitagstraining auf KERS zu verzichten, brachte keine schlüssige Antwort. Auch an der Diffusor-Front muss noch eine wichtige Entscheidung getroffen werden.

17.04.2009 Michael Schmidt

Nach dem ersten Test ohne KERS am Freitag (17.4.) äußerte sich Fernando Alonso zwiespältig: "Es ist schwer zu vergleichen, wenn 14 Tage dazwischenliegen. Andere Strecke, andere Bedingungen, andere Temperaturen." Der zweifache Weltmeister will nach Rücksprache mit den Ingenieuren am Freitagabend eine Entscheidung treffen. Seine Körpersprache deutet darauf hin, dass er auf KERS verzichten wird. "Das Auto fühlte sich anders als sonst an", erzählte der Spanier.

Intern soll er trotz Platz 19 mit dem Fahrverhalten zufrieden gewesen sein. "Beim Start ist KERS kein großer Vorteil", wägt Alonso ab. "Der Weg in die erste Kurve ist kürzer als in Sepang. Dafür könnte der Extraschub auf der langen Geraden ein Vorteil sein, vor allem in der ersten Runde, wenn alles im Pulk fährt."

Im Zweifel ohne KERS

Nelson Piquet setzte den ganzen Tag KERS ein, will es aber für die Qualifikation und das Rennen ausbauen lassen. "Ich bin mit der Balance des Autos nicht zufrieden", maulte der Brasilianer. "Spritbereinigt bin ich über eine halbe Sekunde langsamer als Fernando." Auch Piquet konnte nicht herausfinden, ob KERS in Shanghai von Vorteil ist. "Wenn du keine klare Antwort hast, ist es vielleicht besser, ohne zu fahren."

Für Renault wäre es hilfreich, wenn beide Autos gleich bestückt sind. Am Samstagnachmittag kam der neue, doppelstöckige Diffusor für Alonso im Fahrerlager an. Wäre bei einem Auto KERS im Spiel, wäre ein Vergleich zu Piquet mit dem konventionellen Diffusor schwierig. Alonso kann den ersten Einsatz des ominösen Diffusors schon nicht mehr erwarten, selbst wenn es sich hier um einen ungetesteten Schnellschuss handelt.

Ungetesteter Schnellschuss-Diffusor

"In unserer Situation müssen wir über jedes Teil froh sein, dass neu ans Auto kommt. In dem Bereich, in dem wir uns bewegen, zählt jedes halbe Zehntel. Das kann entscheiden, ob du in der ersten Qualifikationsrunde hängen bleibst oder weiterkommst." Der Ex-Champion hat sich ein klares Ziel gesetzt: "Wir müssen in die letzte K.O.-Runde kommen und am Sonntag so viele Punkte wie möglich sammeln."

Renault steht somit vor zwei schwierigen Entscheidungen. Am Freitagabend wird über den Einsatz von KERS diskutiert, am Samstag darüber, ob sich der Einsatz des neuen Diffusors lohnt.

Entwarnung bei den Reifen

Entwarnung gab es bei den Reifen. Die weichen Reifen sind besser als erwartet. "Ich bin sie fünf Runden gefahren, und sie haben fünf Runden gehalten", erzählte Alonso, der am Donnerstag die superweiche Mischung noch scharf kritisiert hatte. "Eine echte Antwort bekommen wir aber erst im Rennen." Piquet glaubt: "Der weiche Reifen hält mindestens zehn Runden. Er ist auch viel konstanter als wir erwartet haben."

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