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Renault in der Krise

Foto: dpa 42 Bilder

Pleiten, Crash und Pannen - unter diesem Motto lief für Renault das Rennwochenende in Monte Carlo. Vom ersten Test bis zum Rennen fanden die Franzosen nie den richtigen Speed. Am Ende gab es eine Nullrunde für Alonso und Piquet.

29.05.2008 Michael Schmidt

Der Präsident gab sich bedeckt. Früher, da nutzte Renault-Konzernchef Carlos Ghosn den Auftritt in Monte Carlo noch zur Selbstdarstellung. Er gab Pressekonferenzen, stellte sich vor sein Team. Diesmal sah man den als eiskalten Sanierer bekannten Renault-Chef nur einmal am Renntag, als er mit Teamchef Flavio Briatore und Indiens Stahlkönig Lakshmi Mittal posierte.

Ghosn hatte keinen Grund zum feiern. Seine Autos gingen wieder einmal leer aus, und auf der Showbühne Monte Carlo tut das besonders weh. Fernando Alonso hatte mehrere Feindberührungen und kam als Zehnter ins Ziel. Nelsinho Piquet rutschte mit Trockenreifen auf einer Wasserlache aus. Doch schon vorher kamen die Renault-Piloten nie richtig auf Speed. Am Donnerstag kämpften sie mit dem umgekehrten Handikap wie die Red Bull-Kollegen, die zu wenig Gewicht auf der Vorderachse monierten.

Probleme beim Setup

Aus Angst vor der mangelhaften Traktion des Renault R28 wurde sämtlicher Ballast ins Heck gepackt. Das war des Guten zuviel. Jetzt stimmte zwar die Traktion, doch dafür handelte man sich lästiges Untersteuern ein. "Ich komme um keine Kurve herum", klagte Piquet. Also wieder Ballast nach vorne. Am Samstag lief es besser, doch dann tauchte schon das nächste Problem auf. Im teilweise feuchten Vormittagstraining stellte Renault Schwierigkeiten mit den Regenreifen fest. "Wir haben die Intermediates nicht zum Arbeiten gebracht und waren gezwungen, mit Extremwetterreifen zu fahren, die für sowenig Wasser nicht geeignet waren", klagte Chefingenieur Pat Symonds.

In der Qualifikation ging es in diesem Stil weiter. Nelsinho Piquet flog in der ersten Runde raus. Ihm fehlten zwei Zehntel auf den rettenden 15. Platz. Der Brasilianer fand kein Vertrauen zu den weichen Reifen, ein Problem, das später auch Alonso bremsen sollte. "Wir haben aus den weichen Reifen zu wenig herausgeholt", monierte Symonds. "Der siebte Startplatz von Alonso geht auf das Konto des Fahrers."

Piquet verunsichert

Für Piquet war das frühe Ausscheiden ein weiterer Tiefschlag. Der Sohn des dreifachen Weltmeisters ist wegen des internen Drucks total verunsichert. Er erinnert daran, dass es sich im Vorjahr bei Heikki Kovalainen ausgezahlt hätte, dem Fahrer Zeit zu geben. "Ich war im ersten Qualifikationsversuch drei Zehntel langsamer als Fernando. Das genau war der Unterschied zwischen Sitzenbleiben und Weiterkommen. Heikki hatte im letzten Jahr im ersten Teil der Qualifikation eine Sekunde auf Fisichella verloren. Das zeigt, dass Monte Carlo für Neulinge keine einfache Strecke ist."

Die Unsicherheit in der Reifenwahl war auch der Grund, warum Renault am Renntag Piquet als einzigen im Feld mit Extremwetterreifen auf die Reise schickte. Alonso versuchte es mit Intermediates, schlitzte sich aber bei einem Ausrutscher den rechten Hinterreifen auf, um sich dann an der Box den gleichen Reifentyp wie Piquet abzuholen. Für etwa zehn Runden, als es wie aus Kübeln goss, war dieser Reifen ein Vorteil. Deshalb musste Alonso so dringend an Heidfeld vorbei, was seinen überhasteten Angriff in der Loews-Kurve erklärt. "Ich musste in dieser kurzen Phase den Vorteil aus meinen Extremwetterreifen ziehen."

Pokerspiel mit Slicks

Der Versuch schlug fehl. Weil Renault nichts mehr zu verlieren hatte, verlegte sich Symonds aufs Pokern. "Unsere einzige Chance war, als erste auf Trockenreifen zu gehen. eigentlich wollten wir Piquet als Versuchskaninchen vorschicken, doch dann kamen uns wegen seiner geringen Erfahrung Zweifel. Dann meldete sich Alonso am Funk, dass er es riskieren wolle. Rückblickend betrachtet war es für das Experiment fünf Runden zu früh."

Trotz der Nullrunde sieht Symonds nicht ganz schwarz. Die wenigen Runden, in denen Alonso freie Fahrt hatte, waren seine Rundenzeiten im Rahmen dessen, was wir zuvor in Spanien und in der Türkei gezeigt hatten. Rein auf den Speed bezogen, sind wir weiter die Nummer vier im Feld."

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