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Renault in der Warteschleife

Ghosn will Garantien von Ecclestone

Romain Grosjean - GP Italien 2015 Foto: xpb 27 Bilder

Lotus wartet händeringend auf eine Bestätigung. Renault will den Rennstall kaufen, feilscht aber noch um die Bedingungen. Größtes Hindernis ist die schriftliche Bestätigung, dass der Werksrennstall in Bernie Ecclestones Finanzsystem ein privilegiertes Team wird.

07.09.2015 Michael Schmidt

Lotus ist gelähmt. Die aktuellen Besitzer kochen auf Sparflamme, solange die Zukunft nicht geklärt ist. Und solange hält auch Pastor Maldonados Sponsor PDVSA seine Zahlung für 2016 zurück. Knapp 50 Millionen Dollar. Deshalb herrscht Ebbe in der Teamkasse.

Die Reise nach Monza war für Lotus bereits ein Kraftakt. "Singapur und Japan könnte kritisch werden", meinte ein Mitarbeiter. Im Gegensatz zu Teamchef Matthew Carter, der behauptet: "Ich garantiere, dass wir in Singapur antreten. Einer unser Seefracht Container ist unterwegs. Die Luftfracht wird Europa nächste Woche verlassen."

Prinzipiell will Renault Lotus kaufen. Die Übernahme wird seit sechs Wochen vorbereitet. Doch für Renault-Konzernchef Carlos Ghosn hat die Lotus-Frage so kurz vor der IAA nicht die allerhöchste Priorität. Er hat Zeit. Lotus läuft sie davon. So gesehen könnte das Auslassen von ein oder zwei Grand Prix ein taktischer Schachzug von Lotus sein, um den Druck zu erhöhen.

Renault verhandelt nach

Renault verhandelt immer wieder nach. So streitet man noch mit Besitzer Gérard Lopez um die Beteiligung. Lopez will mindestens 20 Prozent behalten. Ein größeres Hindernis ist der zukünftige Status von Renault in der Formel 1-Gemeinde. Bernie Ecclestone hat Carlos Ghosn mündlich zugesagt, dass der Werksrennstall wegen seiner WM-Titel von 2005 und 2006 zu den privilegierten Teams zählen wird.

Doch Ghosn will eine schriftliche Bestätigung der Extrazahlungen, die Renault daraus erwartet. Ohne weitere WM-Titel soll es sich dabei zunächst um einen Bonus von 12 Millionen Dollar handeln. Käme eine weitere Weltmeisterschaft hinzu, kann die Extrazahlung bis auf 36 Millionen steigen.

Le Mans oder Ausstieg als Alternativen

Während Sportchef Cyril Abiteboul und Markenbotschafter Alain Prost die Konzernspitze zu einem Comeback als Werksteam drängen, gibt es im Konzern auch Strömungen, die lieber in Le Mans antreten würden. Was angesichts der technischen Komplexität und des Erfahrungsvorsprunges von Porsche, Audi und Toyota ein Selbstmordkommando wäre. Renault hat genug Schwierigkeiten einen konkurrenzfähigen Formel 1-Motor zu bauen.

Pessimisten sehen auch eine kleine Chance für einen kompletten Ausstieg. Red Bull hat sich offenbar mit Erfolg aus seinen Verträgen mit Renault gelöst. Damit fällt dieses Standbeim weg. Jetzt heißt es für Renault: Alles oder nichts. Und je länger sich die Verhandlungen mit Lotus und Ecclestone hinziehen, umso größer ist die Gefahr eines Abschieds auf Zeit.

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