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Renault überrascht mit Schnellschuss

Konzentration schon auf 2017

Kevin Magnussen - Renault F1 - Formel 1-Test - Barcelona - 25. Februar 2016 Foto: Stefan Baldauf 48 Bilder

Der Renault R.S.16 war auf der ganz heißen Nadel gestrickt. Erst Mitte Dezember stand endgültig fest, wohin die Reise geht. Obwohl das Auto nur ein eilig zusammengebauter Kompromiss ist, hat es beim ersten Auftritt überrascht. Das Technikbüro arbeitet schon mit Volldampf am 2017er Auto.

27.02.2016 Michael Schmidt

Red Bull, Toro Rosso und Renault teilten ein Schicksal. Alle 3 Teams erfuhren erst im Oktober, für welchen Motor sie ihre 2016er Autos bauen durften. Doch der neue Werksrennstall von Renault war noch eine Spur schlimmer dran, wie Einsatzleiter Alan Permane beschreibt: "Wir haben zwar seit Oktober auf einen Renault-Motor hingearbeitet, hatten aber erst im Dezember Gewissheit. In der Zeit arbeitest du, ohne zu wissen ob es sich lohnt. Weil du ja schlimmstenfalls für den Papierkorb produzierst."

Der Renault R.S.16 wurde erst in letzter Minute fertig. "Wir haben das Auto auf dem Transport nach Barcelona zusammengeschraubt", scherzt Permane. "Ehrlich, vor einem Monat hätte ich nicht geglaubt, dass wir fertig werden." Der 5-Sekunden-Ausstiegstest für Jolyon Palmer erfolgte erst 5 Minuten vor Testbeginn. Permane stand in der Boxengasse und telefonierte verzweifelt FIA-Technikchef Jo Bauer hinterher. Nichts ahnend, dass der FIA-Kommissar gerade schon in der Renault-Garage angerückt war.

Renault schafft 1.597 Kilometer an 4 Testtagen

Am Ende von 4 Testtagen standen 343 Runden oder 1.597 Kilometer. Das ist fast auf Ferrari-Niveau. Die Roten spulten 1.643 Kilometer ab. Nach 2 Testtagen mit Software-Problemen und einem Turbolader-Schaden, lief es bei Renault wie geschmiert. Kevin Magnussen hätte mit seinen 264 Runden fast den Mercedes-Piloten Konkurrenz gemacht.

Auch die Rundenzeit konnte sich sehen lassen. 1.25,263 Minuten bedeuten Rang 8 in der Bestenliste der gesamten Woche. Doch im Gegensatz zu den Piloten von Ferrari, Red Bull und Force India, die sich mit den weichsten Gummis im Angebot an die Spitze bombten, hatte Magnussen nur Soft-Reifen am Auto.

Beim neuen Renault R.S.16 erinnert vieles zwangsläufig an seinen Vorgänger. Auch wenn der Renault V6-Turbo eine andere Installation und mehr Kühlung verlangt als der Mercedes-Motor und deshalb die Heckpartie etwas fülliger ausfiel. Am generellen Aerodynamik-Konzept änderte sich noch nicht viel. Bis Melbourne sollen ein neuer Frontflügel und modifizierte Bremsbelüftungen dazu kommen.

Getriebe ist eine Zwischenlösung

Das Getriebe ist eine Notlösung, weil es ursprünglich für den Mercedes-Motor vorgesehen war. "Wir haben es so halbwegs an den Renault-Sechszylinder angepasst und werden versuchen, diese Zwischenlösung in einem zweiten Schritt noch etwas zu verbessern. Aber ein neues Getriebe wird es nicht geben. Das lohnt wegen einem Jahr nicht mehr", verrät Permane.

Die Befürchtungen, dass der 10 Kilogramm schwerere Renault-Motor das Auto über das Gewichtslimit von 702 Kilogramm heben würde, bestätigten sich nicht. Ein Check auf der FIA-Waage zeigte: Der Renault liegt am Limit. "Eine unglaubliche Leistung", applaudierten sich die Ingenieure selbst. Die Vorderachse ist variabel ausgelegt, um über Radstands-Veränderungen die Gewichtsverteilung justieren zu können. "Wir sind aber so schon recht zufrieden wie es ist", meinte Permane. Magnussen berichtete, dass das Auto einfach zu fahren sei.

Für viele Ingenieure in Enstone war der Renault-Motor keine Unbekannte. Man schlug sich 2014 mehr schlecht als recht mit dem Sechszylinder aus Viry-Chatillon herum. "Kein Vergleich zu damals", schwärmt Permane. "Wir spüren jetzt schon einen deutlichen Schritt. Die Fahrbarkeit ist ausgezeichnet. Es ist überhaupt eine ganz andere Stimmung bei den Motorenleuten. Sie haben einen Plan, haben keine Angst mehr, dass etwas kaputtgeht."

Auf der Chassis-Seite wird in dieser Saison nur noch das Nötigste gemacht. Enstone arbeitet bereits jetzt voll am 2017er Auto. Renault fährt in diesem Jahr weder um Titel noch Ehrenpreise. Wenn man ein paar WM-Punkte mitnehmen kann, ist es gut. Die Konzernleitung steht voll hinter dem Plan. "Im Gegensatz zu vielen anderen Teams können wir uns voll auf die neue Fahrzeuggeneration für 2017 konzentrieren", sagt Mitbesitzer Gérard Lopez.

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