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Renault verfeuert zwei Drittel der Token

Ilmor-Input in letzter Minute

Renault - Impressionen - Jerez - Formel 1-Test - 30. Januar 2015 Foto: ams 17 Bilder

Renault meint es ernst. Um Mercedes zu schlagen, laufen intern zwei Projekte. Teilweise in Konkurrenz. Die Testfahrten beginnen mit den Modifikationen, an denen Renault bereits seit dem Sommer 2014 arbeitet. Parallel dazu überarbeitet Renault-Entwicklungspartner Ilmor den V6-Turbo. Am Schluss werden die beiden Entwicklungen zusammengeführt.

02.02.2015 Michael Schmidt

Ein Jahr Hinterherfahren war genug. Jetzt macht Red Bull Attacke auf Mercedes. Nachholbedarf besteht hauptsächlich bei der Antriebsquelle. Renault-Sportdirektor Cyril Abiteboul sprach in der offiziellen Pressemappe von einem Defizit von 60 PS. Das holt man nicht einfach über Nacht auf.

Schon gar nicht, wenn man weiß, dass Mercedes um angeblich 40 PS zugelegt hat. Was Mercedes-Außenminister Niki Lauda dementiert: "Wer bereits auf einem so hohen Standard war wie wir, tut sich schwerer zuzulegen. Diese Zahlen sind unrealistisch. 15 bis 20 PS wären schon eine tolle Leistung.“

Renault bekommt beim Motor Hilfe von Red Bull und Ilmor

Die Hälfte des Rückstands zu Mercedes will Abiteboul bis zum Saisonbeginn aufgeholt haben. Deshalb haben sich Red Bull und Renault eine Generalmobilmachung verordnet. Renault kämpft nicht mehr allein auf weiter Flur gegen die 500 Mitarbeiter starke Motoren-Denkstube von Mercedes. Red Bull bringt sein Know-How in die Elektromotoren und den Energiespeicher mit ein.

Renault hat die gesamte Antriebsquelle in einem Umfang von rund 25 Token modifiziert. Die Franzosen wollen über den Winter 30 PS gefunden haben. Gleichzeitig bastelt der neue Entwicklungspartner Ilmor an einem halbneuen Motor. Die Motorenschmiede aus Brixworth konzentriert sich ausschließlich auf die Verbrennungsmaschine. Alles oberhalb des Blocks wurde überarbeitet: Zylinderkopf, Einlass, Auslass, Brennräume, Einspritzung.

Ilmor-Ideen frühestens Ende Februar im Auto

Da Mario Illien und seine 6 Konstrukteure im Doppelpass-Spiel mit der österreichischen Prüfanstalt für Verbrennungsmotoren AVL erst Anfang September ihre Arbeit aufnehmen konnten, ist dieses Projekt auf der letzten Rille gestrickt. Bislang fanden hauptsächlich Einzylinder-Versuche statt. Wenn die Teile nach Plan gefertigt werden, kommen die Ilmor-Entwicklungen Anfang Februar erstmals auf die Prüfstände von Renault und der AVL. Ein Einsatz im Auto wäre frühestens beim zweiten Barcelona-Test denkbar.

Bis dahin wird Renault mit dem in Viry-Chatillon modifizierten V6-Turbo fahren. Vor dem 28. Februar muss dann eine Entscheidung fallen, welches Motorkonzept der Weg in die Zukunft ist, wieviele der Token der beiden Projekte bereits zu Saisonbeginn verbraten werden und was man sich zurückhält. Wahrscheinlich wird der Ilmor-Input mit Rücksicht auf die Standfestigkeit erst beim GP Spanien Premiere feiern. Eines haben beide Versionen gemeinsam: Turbine und Verdichter sind nicht getrennt. Für eine Kopie der Mercedes-Idee fehlte die Zeit.

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