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Renault-Motorschaden von Vettel: "Problem nicht fahrerabhängig"

Renault hat den Motorschaden von Sebastian Vettel in Korea untersucht. Im Interview erklärt Red Bull-Motoreningenieur Fabrice Lom, wie man der Ursache auf die Spur kam und welche Konsequenzen man für die letzten beiden Rennen in Brasilien und Abu Dhabi zieht.

Was genau ist beim Motor von Sebastian Vettel im Rennen von Korea passiert?
Fabrice Lom: Sein Motor hat ohne Vorwarnung einen Kapitalschaden erlitten. Weder der Fahrer noch die Telemetrie-Überwachung hat vor dem Fehler ein Problem angezeigt.

Welcher Teil des Motors hat das Problem verursacht?
Lom: Die Ursache für das Problem lag im unteren Teil - ein Pleuelschaden in Zylinder Nummer vier. Der genaue Grund für das Versagen ist ungewöhnlich und die Untersuchungen laufen noch, um es ganz genau zu analysieren. Das Problem scheint aber nicht durch einen Fehler bei der Herstellung des betreffenden Teils verursacht worden zu sein. Es scheint auch nicht mit irgend einem anderen Haltbarkeitsproblem wegen der Kilometerleistung des Motors zusammenzuhängen.

Wie gehen Sie bei der Fehlersuche vor?
Lom: Die Analyse direkt nach dem Vorfall - Telemetrie-Daten, Fahrer-Aussagen und äußere Untersuchung des Motors - brachte keinen Aufschluss. Wir hatten zunächst die Vermutung, dass die Ursache im oberen Teil des Motors lag, aber ohne eine Untersuchung des Innenlebens konnten wir nicht sicher sein. Diese erste Vermutung stellte sich dann auch als falsch heraus. Der Motor wurde wieder zurück nach Frankreich gebracht, wo er komplett zerlegt und untersucht wurde. Als das Aggregat auseinandergenommen war, kam eine neue Theorie auf. Nach eingehender Untersuchung aller Teile wurde klar, dass ein Pleuel versagt hatte.

Auf welchen Strecken war der Motor zuvor im Einsatz?
Lom: Der Motor fuhr seinen dritten Grand Prix und wurde zuvor in Deutschland und Belgien verwendet. Er wurde während seines Lebens innerhalb der Limits bewegt und wurde von uns als nicht besonders gefährdet angesehen.

Wie sieht der Motorenplan von Sebastian Vettel für Brasilien aus?
Lom: Aktuell sieht der Plan vor, den Rennmotor von Italien und Singapur einzusetzen. Der hat eine Laufleistung von 1.066 Kilometern. Der Motor wurde bereits gebaut, versiegelt und schon benutzt, was bedeutet, dass wir in der Bauweise nichts mehr verändern können. Alle Maßnahmen, die sich aus unserer Analyse ergeben, werden also entweder nur die Nutzungsbedingungen des Motors betreffen oder einen ganz neuen Plan hervorrufen.

Wie sehen die laufenden Untersuchungen aus?
Lom: Die aufgezeichneten Daten wurden im Detail studiert und mit anderen Aggregaten unseres Motorenpools verglichen. Es wurde ein spezielles Messprogramm entwickelt, um das Verhalten eines Motors zu charakterisieren, der genau nach den identischen Spezifikationen gebaut wurde. Dieser Motor wurde dann auf unserem Prüfstand in Viry so getestet, um besonders hohe Belastungen für die fehlerhaften Teile zu provozieren. Diese Tests tragen dazu bei, die Parameter für alle unsere Motoren in Brasilien und Abu Dhabi zu verändern und die Wurzel des Problems zu verstehen. Das erlaubt uns außerdem die Entwicklung einer robusten Lösung für die Zukunft.

Was sind die Folgen für Mark Webber und die anderen Renault-Fahrer?
Lom: Es gibt aktuell keinen Grund zur Annahme, dass das Problem fahrerabhängig oder autoabhängig ist. Alle Änderungen an den Motor-Parametern, die wir in Brasilien vornehmen, werden bei allen Triebwerken gleich angewendet.

Welche Lehren kann man aus dem Vorfall ziehen?
Lom: Das Null-Fehler-Prinzip ist das einzige gültige Zuverlässigkeitsziel in der heutigen Formel 1, wo die Einsätze hoch sind und die Auswirkungen eines Ausfall enorm. Jeder im Team leidet mit, wenn wir dieses Ziel nicht erreichen. Der Laufzyklus unserer Motoren ist mittlerweile so kompliziert und unsere Prüfprozesse haben sich in diesem Fall als nicht ausreichend herausgestellt. Man muss mit vielen verschiedenen Faktoren jonglieren, um die beste Leistung des gesamten Autos herauszuholen. Die Motor-Haltbarkeit war nicht so gut wie gewünscht und daran müssen wir in der Zukunft arbeiten.

Tobias Grüner

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xpb

Datum

4. November 2010
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