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Neuer Renault-Motor besteht Test

Wird Red Bull zum Mercedes-Gegner?

Red Bull - GP Spanien 2016 Foto: Wilhelm 17 Bilder

Der runderneuerte Renault-Motor hat den Test in Barcelona bestanden. Red Bull hofft, damit die Lücke zu Mercedes schließen zu können. Kommt es in Monaco schon zum ersten Renneinsatz? Und wenn ja: Welche Fahrer bekommen das Power-Upgrade, wenn es nicht genügend Teile gibt?

19.05.2016 Michael Schmidt

Wie kann man Mercedes schlagen? Indem sich Mercedes selbst schlägt. Noch brauchen die Verfolger einen Doppelausfall der Silberpfeile um zu gewinnen. Wie in Spanien. Doch nicht Ferrari klaubte die Rosinen auf, sondern Red Bull.

Die blauen Autos waren auf eine Runde schneller. Im Rennen hatte Ferrari den besseren Speed. Es reichte aber nicht, um Red Bull auf der Strecke zu überholen. Die Position im Rennen war der größte Joker in Barcelona. Und da profitierte Red Bull vom Trainingsergebnis.

Barcelona hat aber auch gezeigt, welches Potenzial im Red Bull steckt. Das Chassis liegt auf Mercedes-Niveau. Der Renault-Motor viel besser als erwartet. Von der Power her noch nicht auf dem Niveau von Mercedes und Ferrari, von der Zuverlässigkeit aber schon die Nummer 1. Alle 4 Renault-Piloten haben noch das jeweils erste Exemplar von Motor, Turbolader, MGU-K und MGU-H im Auto.

Red Bull in schnellen Kurven besser als Mercedes

Barcelona schmeichelte Red Bull. Die Strecke ist RB12-Terrain. Der Kurs liegt in der Bedeutung des Motors für die Rundenzeit nur auf Platz 16 von 21. Die blauen Autos verloren wie üblich auf den beiden Geraden, machten dafür aber Zeit in den Kurven gut. GPS-Daten verraten: In den schnellen Kurven fährt Red Bull sogar Mercedes davon.

In den langsamen Ecken herrschte Gleichstand. In den Passagen, in denen die Fahrbarkeit des Motors und ein gutes Fahrwerk eine Rolle spielt, hat Mercedes die Nase vorn. "Wir haben die Aerodynamik für diesen Geschwindigkeitsbereich optimiert, nicht für Highspeed", erklärt ein Mercedes-Ingenieur.

Sektor 3 von Barcelona ist mit seinen sieben Kurven und den schnellen Richtungswechseln ein Testgelände für Monte Carlo. Red Bull kam bis auf 2 Zehntel an die Silberpfeile heran. McLaren war mit 4 Zehnteln Rückstand in diesem Abschnitt die dritte Kraft. Erst dann folgte Ferrari. Red Bull-Teamchef Christian Horner schloss daraus: "In Monte Carlo haben wir die beste Chance aus eigener Kraft gegen Mercedes zu gewinnen."

Neuer Motor schafft 2.021 Kilometer ohne Probleme

Erst recht, wenn sich Renault dazu durchringen kann, sein Motor-Upgrade schon in Monte Carlo zu zünden und nicht erst in Montreal. Die zweite Ausbaustufe des R.E.16 Motors soll mit einem Leistungszuwachs von 35 PS und einer verbesserten Fahrbarkeit auf Power-Strecken 0,45 Sekunden bringen. In Monte Carlo wird sich der Fortschritt bei 2 oder 3 Zehnteln einpendeln.

Der Stadtkurs im Fürstentum liegt in der Bedeutung des Motors auf dem letzten Platz aller 21 Strecken. Red Bull hofft, dass man mit dem runderneuerten Motor Mercedes auf mindestens 5 Strecken herausfordern kann. Daniel Ricciardo rechnet nach: "In Barcelona fehlten uns 6 Zehntel. Es muss also noch ein bisschen mehr kommen als nur der neue Motor."

Das Motor-Upgrade hat die zwei Testtage in Barcelona gut überstanden. Daniel Ricciardo, Max Verstappen, Kevin Magnussen und Esteban Ocon äußerten sich durchweg positiv über die neue Antriebseinheit. Die beiden Renault V6-Turbos liefen ohne Probleme. 964 Kilometer im Red Bull, 1.057 Kilometer im Werksauto.

Ein Handikap könnte sein, dass es bislang nur wenig Exemplare und Ersatzteile von der Ausbaustufe gibt. Ein Renault-Ingenieur meinte bereits in Barcelona, dass nur 2 Exemplare für Monte Carlo bereit sind. Das wirft die heikle Frage auf: Wer bekommt sie? Renault tut sich dabei leichter als Red Bull. Hier wird wohl der in der WM besser platzierte Magnussen den Vorzug vor Jolyon Palmer bekommen.

Red Bull stünde vor einer Gewissensfrage, wem man den Zuschlag geben soll. Nach Verstappens erstem Sieg birgt die Fahrerpaarung schon jetzt Zündstoff. Für Niki Lauda ist die Antwort klar: "Ich würde den Motor ganz klar Ricciardo geben. Max Verstappen ist der Mann der Zukunft, aber bei aller Euphorie um seinen ersten Sieg, muss man sagen, dass Ricciardo immer noch das bessere Gesamtpaket ist." Der Meinung sind offenbar auch die Red Bull-Verantwortlichen. Nach Informationen der "Autobild" wird der Australier in Monaco den Vorzug erhalten und das neue Antriebspaket fahren.

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