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Renault-Skandal

Briatore und Symonds entlassen

Flavio Briatore 56 Bilder

Renault hat die Konsequenzen aus dem Manipulationsskandal von Singapur gezogen und Teamchef Flavio Briatore am Mittwoch (16.9.) entlassen. Auch Chefingenieur Pat Symonds musste seinen Posten aufgeben.

16.09.2009 Tobias Grüner

Am Wochenende ging Flavio Briatore noch zu einem letzten Angriff über, nun hat der Renault-Kapitän die Schlacht verloren. Wie Renault am Mittwoch (16.9.) in einer kurzen Mitteilung bekanntgab, hat der Italiener den Rennstall verlassen. Auch Chefingenieur Pat Symonds, der ebenfalls in die Manipulationspläne eingeweiht gewesen sein soll, ist ab sofort nicht mehr Teil des Teams.

Schuldeingeständnis von Renault

Renault stellt sich ab sofort nicht mehr hinter die beiden wichtigsten Männer im Formel 1-Rennstall. Die Beweislage war zuletzt erdrückend. Immer mehr Indizien sprachen dafür, dass Nelson Piquet seinen Renault im Rennen von Singapur 2008 auf Anweisung absichtlich in die Mauer gesteuert hat, um Teamkollege Fernando Alonso zum Sieg zu verhelfen. Briatore und Symonds sollen den Plan bis ins Detail ausgearbeitet haben.

"Renault wird die FIA-Anschuldigen nicht bestreiten", heißt es in der Erklärung. Briatore und Symonds wurden zwar nicht offiziell gefeuert, allerdings blieb den beiden Männern an der Boxenmauer wohl keine andere Wahl, als das Team zu verlassen. Ob rausgeschmissen oder zurückgetreten ist am Ende auch nicht entscheidend. Die Trennung kommt einem Schuldeingeständnis gleich. Der französische Hersteller sieht darin wohl die letzte Chance, den Rennstall in der Formel 1 zu halten.

Hoffnung auf mildes Urteil

FIA-Präsident Max Mosley hatte am Rande von Monza eine letzte Warnung ausgesprochen. Sollten die Beteiligten bei ihrer Meinung bleiben und am Ende der Lüge überführt werden, drohe eine harte Strafe. Vom Ausschluss aus der Weltmeisterschaft war sogar die Rede.

Da nur wenige Teammitglieder in die Pläne eingeweiht gewesen sein sollen, könnte Renault nun glimpflich davonkommen. Die Franzosen wollen sich bis zur Verhandlung am Montag (21.9.) nicht mehr zu dem Thema äußern. Dann wird der FIA-Weltrat über das Schicksal des Rennstalls entscheiden. Aber auch wenn es zunächst einmal weitergehen sollte, ist die Zukunft noch nicht gesichert. Renault-Boss Carlos Ghosn wird sich nach diesem Imageschaden zweimal überlegen, ob er 2010 weiter in die Formel 1 investiert.

F1-Boss Bernie Ecclestone reagierte erstaunt über die neusten Entwicklungen: "Ich bin überrascht über das, was passiert ist. Und ich bin völlig konsterniert, dass sie sich entschieden haben zu gehen." Ecclestone gehört gemeinsam mit Briatore der englische Fußball-Zweitligist Queens Park Rangers. Er sitzt auch im FIA-Weltrat, der über das über das Strafmaß gegen den Rennstall befindet.

Nachfolger gesucht

Wer in den nächsten Rennen den freien Platz am Kommandostand übernehmen wird, ist auch noch nicht klar. In Monza machte bereits das Gerücht die Runde, Alain Prost könnte neuer Renault-Teamchef werden. Auch Frederic Vasseur, der Chef des GP2-Teams ART, ist ein Kandidat. ART-Pilot Nico Hülkenberg hatte erst am Monza-Wochenende vorzeitig den Titel in der Formel 1-Nachwuchsserie eingefahren. In der GP2 ist Renault Motorenausstatter.

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