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Renault-Skandal

Briatore unter Druck, Freispruch für Piquet

Briatore und Piquet Foto: Renault 56 Bilder

Der Singapur-Skandal beschäftigt das ganze Fahrerlager. Was passiert am 21. September bei der FIA-Weltratsitzung mit Renault, wenn bewiesen wird, dass der Piquet-Crash angeordnet wurde? Wird das Team suspendiert? Wird Piquet bestraft? Und was wird aus Flavio Briatore?

11.09.2009 Michael Schmidt

Am 21. September könnte sich in Paris die Zukunft des Formel 1-Rennstalls von Renault entscheiden. Dann berät der FIA-Weltrat über die Vorwürfe, dass Renault den Ausgang des GP Singapur manipuliert hat, indem man Nelson Piquet den Auftrag gab, in der 14. Runde in Kurve 17 in die Mauer zu fahren.

Das eröffnete Teamkollege Fernando Alonso eine Siegchance. Der Spanier hatte früh getankt und profitierte von der Safety-Car-Phase, die Piquet ausgelöst hatte. Zehn Monate später kam die Manipulation ans Licht. Nelson Piquet beichtete FIA-Präsident Max Mosley, dass er zu dem Unfall angestiftet worden war.

Telemetrie stützt Piquets Aussage

Die Aussage allein hätte der FIA nicht genügt, um ein Verfahren gegen Renault einzuleiten. Deshalb besorgten sich die FIA-Kommissare in einer Überraschungsaktion die Aufzeichnungen der Telemetrie aus Piquets Auto. Die Daten belegen jede von Piquets Aussagen. "Die Übereinstimmung zwischen den Daten und der Aussage ist ein starkes Indiz dafür, dass er die Wahrheit gesagt hat", heißt es aus eingeweihten Kreisen. Renault wird sich also schwer tun, dem Brasilianer vorzuwerfen, er hätte alles nur erfunden, um sich für seine Entlassung zu rächen.

Der Brasilianer ging in der betreffenden Runde in Kurve 17 ungewöhnlich früh aufs Gas und unternahm nichts, um das Ausbrechen des Hecks zu korrigieren. Die Kurven von Gaspedal und Lenkwinkel unterscheiden sich demnach deutlich von den Aufzeichnungen der 13 Runden davor. Piquet beschleunigt kurz vor dem Unfall aggressiver als üblich. Als die Hinterräder Schlupf zeigen, lupft er ganz kurz, um dann voll ins Pedal zu steigen und so den Dreher herbeizuführen.

Packt Pat Symonds noch aus?

Der FIA-Weltrat hat nach der Analyse der Aussage von Piquet und dem Abgleich der Daten für den 21. September Teamchef Flavio Briatore, Chefingenieur Pat Symonds und Nelson Piquet zu einer Anhörung nach Paris geladen. Symonds machte sich verdächtig, weil er bei einer Anhörung in Spa auf Fragen zu den Vorkommnissen in Singapur ausweichend reagierte. "Ich will Sie nicht anlügen, deshalb kann ich Ihre Fragen nicht beantworten." Reagiert so einer, der unschuldig ist?

Auch das erhärtet in den Augen der FIA den Verdacht, dass Piquet in Singapur auf Befehl crashte. Experten vermuten, dass sich Symonds durch sein Verhalten nicht um Kopf und Kragen reden und erst einmal einen Anwalt konsultieren wollte, bevor er eine Aussage zu dem Fall macht. Sollte das Urgestein der Formel 1 vor dem FIA-Weltrat die Anschuldigungen zugeben, dann ist für ihn vielleicht doch noch eine Hintertür offen, in der Formel 1 zu bleiben.

Flavio Briatore droht harte Strafe

Briatore dagegen stritt bei dem Verhör alle Vorwürfe ab. Er wird abtreten müssen, sollte der FIA-Weltrat einen Schuldspruch fällen. Das lässt die Frage offen, ob und wie Renault in diesem Fall bestraft wird. Im Formel 1-Untergrund kursiert folgende Version. Renault bekommt eine Geldstrafe, wird aber nicht von der Teilnahme an der WM ausgeschlossen. Der Kreis der Personen, die von der Sache wussten, war so klein, dass es unfair wäre, das gesamte Team dafür büßen zu lassen.

Dafür soll es den handelnden Personen an den Kragen gehen, vor allem Teamchef Flavio Briatore. Der steht vor einer schweren Entscheidung. Wenn er sich ohne eine plausible Erklärung der Vorfälle gegen die erdrückenden Beweise stemmt und einen möglichen Schuldspruch vor einem ordentlichen Gericht anfechten lässt, dann könnte die Bestrafung am Ende doch das Team treffen. Briatore musste nach einem FOTA-Treffen am Mittwoch (9.9.) in Monza am Donnerstag nach Paris reisen, um dort Konzernchef Carlos Ghosn Rede und Antwort zu stehen.

Fernando Alonso nicht im Visier

Fernando Alonso ist nach der Einvernahme in Spa nicht mehr im Visier der FIA. Dem Spanier ist eine Beteiligung an der Aktion nicht nachzuweisen. Er sagte den FIA-Fahndern auf die Frage, ob er etwas von der Sache wisse: "Ich komme an die Rennstrecke, setze mich ins Auto, fahre so schnell wie möglich und reise wieder ab." Auch Piquet geht straffrei aus. Für ihn gilt die Kronzeugenregelung. So wie bei Alonso, als er 2007 der FIA den entscheidenden Tipp im Spionagefall von McLaren gab.

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