Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Renault-Skandal

"Gut gemacht, wenn es Absicht war"

Foto: dpa 56 Bilder

Die FIA-Untersuchungen zu dem möglicherweise absichtlichen Crash von Nelson Piquet in Singapur 2008 waren am Donnerstag das Thema im Fahrerlager von Monza. Nur bei Renault wollte man nichts zur Aufklärung beitragen.

10.09.2009 Tobias Grüner

Am 21. September wird der Unfall von Nelson Piquet im FIA-Weltrat verhandelt. Dann wird sich herausstellen, ob der Brasilianer seinen Renault absichtlich in die Mauer gedreht hat, um seinem Teamkollegen Fernando Alonso zum Sieg zu verhelfen. Ausgerechnet Piquet wird dabei als Kronzeuge gegen seinen alten Arbeitgeber auftreten. Er soll den französischen Autobauer beim Weltverband angeschwärzt haben.

Die anderen Fahrer wissen nicht so recht, was sie von der Sache halten sollen. Nur vorsichtig äußern sie sich zu den Vorkommnissen von Singapur. "Nach dem Rennen gab es schon Gerüchte", erklärte Nick Heidfeld. Kollege Nico Rosberg pflichtet bei: "Das war schon ein Zufall. Die Strategie von Fernando Alonso ging nur mit einer Safety-Car-Phase auf."

Geschichte klingt seltsam

Rubens Barrichello will die Möglichkeit eines absichtlichen Crashs nicht wahrhaben. "Es ist schon schwierig daran zu denken, dass jemand auf Befehl einen Unfall baut. Sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, wäre das sehr traurig. Die ganze Sache klingt seltsam."

Keiner der Piloten will Piquet vorzeitig schuldig sprechen. "Ich glaube nicht daran. Es wäre schockierend, wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten würden", so Rosberg. Allerdings würde der Williams-Pilot auch den Sieg erben, wenn Renault überführt und Alonso disqualifiziert wird.

Rosberg hofft nicht auf geschenkten Sieg

"Darauf hoffe ich nicht. Ich würde aber auch nicht nein sagen." Es wäre aber nicht das Gleiche, wenn er den Sieg nun nachträglich am Grünen Tisch zugesprochen bekommt. "Das ist schon so lange her. Da kann man sich nicht mehr so richtig freuen." Sowohl Rosberg als auch Heidfeld versichern, dass sie eine Aufforderung absichtlich zu crashen verweigern würden.

"Man trainiert seine ganze Karriere, Unfälle zu vermeiden", erklärt Heidfeld. Dass ein absichtlicher Crash möglich ist, bestätigten beide. "Es ist aber nicht so leicht", erklärt Rosberg. "Wenn es Absicht war, hat er es wirklich gut hinbekommen", fügt Heidfeld an. "Bei so einer Aktion kann man aber nie 100 Prozent sicher sein, dass niemand verletzt wird. Da kann viel passieren."

Auch Adrian Sutil glaubt nicht an die Verschwörungstheorie: "Ich bin direkt hinter ihm gefahren und habe ihn unter Druck gesetzt. In der Kurve hat das Auto dann kurz quer gestanden und dann hat er die Gewalt über das Auto verloren." Allerdings gibt Sutil zu, dass es nicht schwer sei, das Auto in einen Dreher zu zwingen. "Dabei sind Restrisiken nicht auszuschließen. Es wäre schon traurig, wenn er es wirklich absichtlich gemacht hat."

Renault hält sich weiter bedeckt

Auch Fernando Alonso wurde natürlich mit dem Thema konfrontiert. Doch der zweifache Weltmeister bekam von Renault einen Maulkorb verpasst. "Ich bin überrascht von den Entwicklungen der vergangenen Tage. So eine Situation hätte ich mir nicht ausmalen können", erklärte der Spanier. "In der Anhörung des Weltrats am 21. September wird alles geklärt. Bis dahin müssen wir abwarten. Ich konzentriere mich nur auf die Rennen und denke gar nicht an diese Geschichte."

Über seine persönliche Zukunft konnte Alonso noch nichts sagen. Weiter gehen die Experten im Fahrerlager davon aus, dass der Spanier zu Ferrari wechselt. Das Urteil der FIA im Singapur-Skandal habe auf seine Entscheidung keinen Einfluss. Auch das Verhältnis zu Flavio Briatore habe sich nicht geändert. "Flavio war immer ein guter Freund und ein Förderer. Er ist einer der guten Menschen hier. Ich vertraue ihm."

Umfrage
Glauben sie, dass der Alonso-Sieg in Singapur 2008 mit fairen Mitteln errungen wurde?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden