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Renault-Skandal

Verbandsrichter verhören Alonso

Foto: Daniel Reinhard 56 Bilder

Im Unfall-Skandal der Formel 1 haben die Verbandsrichter mit der Vorladung von Fernando Alonso neue Zweifel an der Rolle des zweimaligen Weltmeisters geweckt. Der Spanier musste am Montag (21.9.) zur FIA-Anhörung in Paris antreten.

21.09.2009

Fernando Alonso musste dem Motorsport-Weltrat seine Version der Geschehnisse beim manipulierten Singapur-Rennen 2008 schildern. Sein damaliger Teamgefährte Nelson Piquet Jr. hatte auf Anweisung von Teamchef Flavio Briatore und Chefingenieur Pat Symonds absichtlich einen Unfall verursacht. Die so erzwungene Safety-Car-Phase ermöglichte Alonso den Sieg. Der 28-Jährige bestritt bislang, von dem Komplott gewusst zu haben.

Renault hatte in der Vorwoche mit dem erzwungenen Rückzug von Briatore und Symonds praktisch seine Schuld eingestanden. Bei der Verhandlung am Montag wollte sich der französische Autobauer nicht gegen die Betrugsvorwürfe verteidigen. Dem Rennstall drohen harte Strafen bis hin zum Ausschluss aus der Königsklasse. "Was sie getan haben, war sehr ernst. Dafür gibt es keine Entschuldigung", meinte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone.

Urteil mit Augenmaß

Der Brite lobte jedoch die Reaktion von Renault, nachdem der Skandal durch Piquets Aussagen bekanntgeworden war. "Sie haben schnell gehandelt und sich von den Schuldigen getrennt. Das müssen wir berücksichtigen. Wir müssen Augenmaß beweisen", erklärte Ecclestone.

Auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner, dessen Rennstall Renault-Motoren bezieht, warnte vor einer Verbannung des Rivalen. "Es wäre für die Formel 1 ein Desaster, ein Team zu verlieren, und in unserem Fall einen Motorenlieferanten. Ich bin sicher, die FIA wird verantwortungsbewusst handeln", sagte Horner der BBC.

Der Sportparagraf 151c des FIA-Regelwerks als Grundlage der Anklage bietet dem Verbandsgericht viele Möglichkeiten. Eine erträgliche Geldstrafe für das reuige Renault-Team ist ebenso denkbar wie eine Rekordbuße. Vor zwei Jahren verurteilte die FIA McLaren-Mercedes in der Spionage-Affäre um gestohlenes Ferrari-Datenmaterial zur Zahlung von 100 Millionen Dollar. Aber auch ein Abzug von Punkten in der Konstrukteurswertung, eine Sperre für einige Rennen oder ein Total-Ausschluss als abschreckende Maßnahmen liegen im Ermessen des 26-köpfigen Weltrats.

Kritik an Immunität für Piquet

Piquet Jr., der nach seiner Entlassung im Juli sein Schweigen über die Vorfälle brach, kommt als Kronzeuge in jedem Fall ungeschoren davon. FIA-Präsident Max Mosley hatte dem Brasilianer für seine Aussagen Straffreiheit zugesichert.

Der Finne Ari Vatanen, der sich neben dem Franzosen Jean Todt um die Nachfolge Mosleys bewirbt, kritisierte die Garantien für den Piloten. "Dass Immunitätssystem ist sehr gefährlich. Ich denke, jeder sollte die Verantwortung für seine Taten tragen. Die Entscheidung lag letztendlich bei Piquet selbst, es zu tun oder auch nicht. Dieser Verantwortung sollte er sich nicht entziehen können", sagte Vatanen der britischen BBC.

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