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Renault Teamchef Eric Boullier

Geld kein Grund für Heidfeld-Rauswurf

Eric Boullier Foto: Renault 14 Bilder

Renault-Teamchef Eric Boullier hat Gerüchte dementiert, dass finanzielle Gründe ausschlaggebend für den Rauswurf von Nick Heidfeld waren. Der Franzose wollte viel mehr ein Zeichen setzen, um die Negativ-Spirale zu stoppen.

26.08.2011 Tobias Grüner

Am Rande des Formel 1-Wochenendes in Spa ist der Rauswurf von Nick Heidfeld noch immer das größte Thema. Am Freitag nahm nun auch endlich Renault-Teamchef Eric Boullier Stellung zu der Angelegenheit und lieferte endlich Antworten auf die Fragen, warum der deutsche Pilot überraschend durch Bruno Senna ersetzt wurde und wie es nun weitergeht im Team.

Boullier betonte, dass es bei dem Fahrerwechsel nicht um Geld ging. "Das ist immer die gleiche Story. Es gibt Beziehungen zu Brasilien, weil (Rennstallmitbesitzer) Genii einen Deal über einen Milliarden-Fonds in Brasilien abgeschlossen hat. Aber das hat nichts zu tun mit Bruno", stellte der Teamchef klar. "Bruno ist der dritte Fahrer. Und wenn man sein Fahrerpersonal ändert, dann ist es doch nur natürlich, den dritten Piloten zu befördern. Punkt."

Heidfeld hat Führungsrolle nicht übernommen

Für den Wechsel seien einzig und allein sportliche Gründe ausschlaggebend gewesen. Aber warum wirft man den Fahrer raus, der zwei WM-Punkte mehr auf dem Konto hat als der Teamkollege? "Wir haben die Leistung des Teams im Sommer sehr genau analysiert. Nick ist ein netter Junge. Aber irgendwie hat es nicht funktioniert."

Obwohl Boullier nach eigener Aussage zunächst sehr zufrieden mit der Verpflichtung gewesen sei, konnte Heidfeld die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllen: "Er hat die Führungsrolle nicht wie gewünscht angenommen", so die Kritik des Teamchefs. "Und wenn Du dann noch die meiste Zeit langsamer als Vitaly bist, dann ist das auch schwer für Ihn, das Team weiterzubringen und in die Rolle des Teamleaders hineinzuwachsen."

Heidfeld-Rauswurf als Zeichen für das Team

Der Franzose wollte mit der Entscheidung auch ein Zeichen setzen. "Wenn dieser negative Trend erst einmal gestartet ist, dann ist das wie ein Abwärtsstrudel. Es ist sehr kompliziert, das aufzuhalten. Ich sage damit nicht, dass Nick Schuld an der Leistung des Teams gewesen ist. Das Auto war nicht gut genug. Wir haben es nicht gut genug weiterentwickelt. Wir haben auch Fehler gemacht. Aber um den allgemeinen Negativtrend zu stoppen, musste ich etwas tun. Ich musste etwas im Team und beim Fahrerpersonal ändern, um alle aufzuwecken. Ich muss die Motivation zurückbringen. Das ist nicht leicht."

Boullier verteidigte sich gegen die Kritik der Journalisten, dass es unfair sei den Stammpiloten einfach vor die Tür zu setzen. "Jedes Wochenende haben mich die Medien gefragt, warum Vitaly schneller als Nick ist. Ich war mit seinem Speed nicht zufrieden und seiner allgemeinen Leistung als erfahrener Pilot."

Heidfeld und Renault treffen sich noch einmal vor Gericht

Ganz los ist das Team seinen Piloten aber noch nicht. Heidfeld wird alle juristischen Mittel ausschöpfen. "Sie haben eine andere Interpretation des Vertrages als ich. Die Meinungen gehen da auseinander. Er will auch nicht über eine andere Einigung verhandeln. Deshalb waren wir bereits beim Gericht."

Heidfeld hatte mit einer einstweiligen Verfügung versucht zu verhindern, dass Bruno Senna in Spa im Auto sitzt. "Das Gericht hat uns in allen Punkten Recht gegeben. Alles was er gefordert hat, wurde zurückgewiesen.“ Trotzdem ist die Angelegenheit für den Piloten noch nicht gegessen. Nachdem die einstweilige Verfügung abgelehnt wurde, will Heidfeld gegen seinen Arbeitgegeber klagen. "Wir werden uns am 19.9. noch einmal vor Gericht treffen. Da ist alles möglich."

Wegen der erneuten Anhörung sei Bruno Senna auch nur für zwei Rennen bestätigt, erklärte Boullier. Der Plan sei es aber, ihn die restliche Saison fahren zu lassen. "Ich glaube, dass er besser für das Team ist. Dabei geht es nicht nur um den Speed", erklärte der 37-Jährige. Dass Heidfeld im Fahrerlager von Spa aufgetaucht ist, überraschte Boullier aber schon ein wenig. "Wir wollten ihn nicht in diese Situation bringen. Aber solange er Werbung für das Team macht, ist das in Ordnung. Er ist ja immer noch unter Vertrag."

Senna bis Singapur auf Petrov-Speed

An seinen neuen Stammpiloten hat Boullier hohe Erwartungen. "Ich erwarte, dass Bruno den Speed von Vitaly mitgehen kann. So schnell wie möglich, bis Singapur würde ich sagen. Er wird etwas Zeit brauchen."

Boullier ist bereit die Konsequenzen zu tragen, wenn das Experiment mit Senna nicht funktioniert. "Es ist eine riskante Entscheidung. Aber wenn es die einzige Chance ist, wieder nach vorne zu kommen, dann ist das eben so. Natürlich bekomme ich die Schuld, wenn es nicht funktioniert. Aber es ist mein Job, Entscheidungen zu treffen."

Renault will Test von Kubica

In der kommenden Saison steht ein weiterer Fahrerwechsel an. Noch immer plant Renault für 2012 mit der Rückkehr von Robert Kubica. "Robert muss in den kommenden Tagen noch eine letzte Operation überstehen. Und dann kann er mit der vollständigen Erholung beginnen. Er muss sein Fahrgefühl zurückgewinnen. Wenn er bereit ist, planen wir immer noch mit ihm in der nächsten Saison. Jetzt wollen wir erst einmal ein Formel 1-Auto für 2009 für ihn vorbereiten, mit dem er fahren kann."

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