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Renault-Teamchef

Wenn Heidfeld überzeugt, ist er unser Mann

Nick Heidfeld Foto: Renault 14 Bilder

Renault-Teamchef Eric Boullier spricht Klartext. Er erzählt auto-motor-und-sport.de von seinem Besuch bei Robert Kubica und von den Entscheidungsgründen für den Ersatzpiloten des verletzten Polen.

10.02.2011 Michael Schmidt

Wie geht es Robert Kubica?
Boullier: Erstaunlich gut. Die Genesung macht rasante Fortschritte. Er ist definitiv außer Lebensgefahr. Und er kann seine Finger bewegen. Morgen muss er noch einmal für fünf Stunden unter das Messer. Der Ellbogen und die Schulter werden repariert.
 
Welche Verletzungen hatte Robert wirklich?
Boullier: Die ganze rechte Seite war kaputt: Fuß, Hand, Unterarm, Ellbogen, Oberarm, Schulter.

Kann man schon sagen, wie lange er ausfällt?
Boullier: Das ist im Augenblick schwer vorherzusagen. Die nächsten drei Monate kommt er nicht zurück. Aber jetzt auf sechs Monate oder mehr zu tippen wäre reine Spekulation.
 
Wie haben Sie ihn bei Ihrem Besuch erlebt?
Boullier: Da waren zwölf Leute in dem Raum. Es war nicht der optimale Zeitpunkt. Robert hat mich über die GP2 und die Formel 1 ausgefragt, und er hat schon wieder Scherze gemacht.
 
Wie geht es weiter?
Boullier: Er will alle Testergebnisse wissen. Wir werden ihm am Montag nach Jerez alle Daten ins Krankenhaus übermitteln. Da kann er sie studieren. Nach dem Barcelona-Test fahre ich persönlich wieder hin.
 
In welcher mentalen Verfassung befindet er sich?
Boullier: Sein Leben ist Rennfahren und Action. Sportler tun sich immer schwer, wenn sie ihre Zeit im Bett zubringen müssen. Dafür verläuft bei ihnen auch der Heilungsprozess schneller.
 
Werden Sie in Zukunft Ihren Fahrern noch so gefährliche Nebenbeschäftigungen erlauben?
Boullier: Wir werden nicht das geringste ändern. Robert ist ein Racer, ich bin ein Racer. Hätte ich ihm das Kartfahren und das Rallyefahren verboten, wäre er kein glücklicher Mensch gewesen. Die Fahrer nutzen uns am meisten, wenn sie sich im Team wohl fühlen. Ich kann ihnen eines versichern. Bis zu der Kurve, in der es passiert ist, war Robert der glücklichste Mensch.
 
Was bedeutet sein Ausfall für Renault?
Boullier: Es war ein schwerer Schlag. Sie müssen sich vorstellen, dass der Test in Valencia nur eine Art Shakedown war. Die eigentliche Entwicklungsarbeit beginnt jetzt. Und da fehlt uns mit Robert unser wichtigster Mann. Das wird uns auf jeden Fall zurückwerfen. Der Unfall kam zum dümmsten Zeitpunkt.
 
Wer wird Kubica ersetzen?
Boullier: Unter den Umständen brauchen wir einen Mann mit Erfahrung. In diesem Jahr ist so vieles neu an den Autos, dass wir es mit einem jungen Piloten nicht riskieren können. KERS, verstellbarer Heckflügel, neue Reifen. Da ist Erfahrung eminent wichtig. Und da bieten sich nicht viele Fahrer an.
 
Welche?
Boullier: Nick Heidfeld, Vitantonio Liuzzi und Pedro de la Rosa.
 
Welche Chancen geben Sie Heidfeld?
Boullier: Er wird in Jerez am Samstag und Sonntag für insgesamt eineinhalb Tage fahren. Da erübrigt sich eigentlich die Antwort. Wenn er überzeugt, ist er unser Mann. Dann sitzt er auch beim nächsten Test in Barcelona im Auto.
 
Und wenn nicht?
Boullier: Dann werden wir wohl einen der beiden anderen Fahrer probieren müssen. Aber Barcelona ist unsere absolut letzte Frist. Bis dahin müssen wir wissen, wer unser Auto fährt.
 
Warum geben Sie Bruno Senna eine Chance?
Boullier: Er fährt einen halben Tag, damit er Fahrpraxis bekommt. Falls noch mal etwas passiert, will ich einen haben, der schon mal mit dem Auto gefahren ist.
 
Was sprach gegen Kimi Räikkönen?
Boullier: Wir haben uns mit Kimi im letzten Jahr unterhalten. Er hat uns erzählt, dass er lieber Rallye fahren will. Also mussten wir ihn nicht mehr in Betracht ziehen.
 

auto motor und sport wird Sie natürlich über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden halten. Wie schon in Valencia bieten wir an allen Jerez-Testtagen einen Live-Ticker an.

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